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Kosten und Müll

Es ist schon makaber, wenn in einem der reichsten Länder der Welt diese beiden Faktoren als Begründung herhalten mussten, um ein beliebtes Jugendevent, die Loveparade, in Berlin abzuschaffen. Damit hat sich ja schon die Hauptstadt als solche kräftig blamiert.
Man muss die Musik der Jugend ja nicht unbedingt mögen, aber man sollte ihr es gefälligst zugestehen. Die Freizeitangebote für Jugendliche sind ja ohnehin mehr als mangelhaft. Sie sind in Deutschland ganz schlicht und mit Verlaub beschissen.
Man mag mir jetzt gerne wieder Nostalgie vorwerfen, aber die DDR hat ihre Jugend nicht nur nicht auf die Straße, sondern ihnen auch die Unterhaltung gelassen. Die Regierenden in der DDR haben genau gewusst, dass man der Jugend schon etwas bieten muss, damit sie nicht noch mehr oder noch eher meutert.
So hat dieses, zumindest an Devisen, arme Land, dann doch hin und wieder mal in die entsprechende Tasche gegriffen und nur für die Jugend, also für uns, teure Musiker aus dem Westen für Konzerte eingekauft. Dieses einfache Prinzip der Befriedigung scheint im neuen, im westlichen Deutschland völlig abhanden gekommen zu sein und da kommt es zu einer sehr seltsamen Allianz von
Ökopaxen und sehr alten und konservativen Politikern, die aus den verschiedensten Gründen und zum entzücken der deutschen Spießbürger eine Veranstaltung wie die Berliner Loveparade verbieten. Die Einen, weil sie um die Natur eines Stadtparks besorgt sind und die Anderen, weil ihnen die anschließende Reinigung und Müllbeseitigung zu teuer ist, die solche Veranstaltungen ja mit sich bringen.
Ein Staat, der Unsummen für unfähige Politiker und sehr leistungsschwache Beamte ausgibt, spart an seiner Jugend und die verantwortlichen Politiker wundern sich dann noch lautstark nach jeder Wahl, warum es junge Erwachsene gibt, die voller Wut und Enttäuschung dann jede Art von Rechten wählen, nur weil die großmäulig versprechen, sich um die Jugend zu kümmern. Das kommt logischerweise besser an, als die Miesgelaunten Beamten von einer oder mehreren Parteien, die in einem Bürgermeister oder anderem Amt sitzen und Musikveranstaltungen jeder Art verbieten, weil es da Müll geben könnte oder doch tatsächlich auch laut werden würde und dann wieder spießige Anwohner meutern könnten.
Die Berliner Waldbühne ist die wohl schönste und beste Freiluftarena für Konzerte in Europa überhaupt, muss aber wegen zeternder Anwohner ihre Veranstaltungen seit Jahrzehnten um 23 Uhr beenden. Man muss ja diese Art von Musik nicht unbedingt mögen, meine Eltern haben meine Musik auch nicht gemocht, aber sie haben mich unterstützt, wenn ich sie hören oder später auch machen wollte. Jetzt bin ich in dem Alter, wie meine Eltern damals und ich denke genauso wie sie.
Ich kann mit Techno, Rap oder HipHop ganz sicher nichts anfangen, aber ich akzeptiere, dass es junge Leute gibt, die sich dafür begeistern können, denn mir ging es ja in meiner Jugend nicht anders. Meine Musik, der Rock, stieß auf das völlige Unverständnis meiner Eltern. Mein Stiefvater nannte es ganz schlicht Krach und damit nicht hörbar. Mir geht es jetzt mit jungen Freunden ähnlich, wie meinen Eltern damals mit mir. Ich empfinde deren Techno, Rap und HipHop hauptsächlich als Krach, aber ist ja auch nicht meine Musik, sondern die Musik der Jugend von heute. Nur sollte man sie ihnen auch lassen. Mir als Vater würde es sehr viel lieber sein, wenn mein Kind auf der Loveparade oder einer anderen Open Air Veranstaltung die Umwelt ein wenig verdrecken würde, als wäre es auf einer Wahlversammlung der Neonazis. Für diese Meinung brauche ich nicht einmal ein eigenes Kind, auf das ich ein Auge haben müsste, sondern das sagen mir die Logik und mein Rest von Verstand.
Wenn eine Regierung einer Jugend nur die Perspektivlosigkeit Hartz IV zu bieten hat, dann kann sie auch ruhig auch mal die Kosten für die Müllbeseitigung nach einer Open Air Veranstaltung übernehmen!
Ich für meinen Teil gehe am Wochenende zu einem relativ neuen Musiker, der aber verdammt gute Musik macht. Ich gehe mit recht jungen Freunden zu Ben Folds.