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Krieg der Worte

Der_Gott_des_Gemetzels_01

Es war mal wieder Kinotag, aber unser übliches und bequemes UCI Kino hatte den Film erstaunlicherweise nicht im Angebot. Als Ersatz suchte die beste Freundin von allen dann das Cinestar CUBIX Filmpalast Berlin am Alexanderplatz aus und das war für mich mit gerissenen Bändern am Sprunggelenk genauso bequem zu erreichen, wie der Nanga Parbat oder ein anderer der Achttausender. Aber ich bin ja irgendwo noch ein Mann, kämpfte ich mich durch und fiel dann erschossen in den Kinosessel.

Der Gott des Gemetzels, wie der letzte Film mit Christoph Waltz heißt, ist Roman Polanskis gelungene und sehr satirische Hommage an das gute alte Darstellerkino, bei dem keine ausgefeilte Action, sondern die klugen Texte der Schauspieler im Vordergrund stehen. Der Anlass des Treffens von zwei New Yorker Ehepaaren, bei denen von vier Darstellern alleine drei Oscar Preisträger sind. Da sind Christoph Waltz, Kate Winslet und Jodie Foster mit John C. Reilly, sind deren Kinder, die sich im Park geprügelt haben und dabei Zähne flogen. Die Eltern treffen sich nun, um über die Folgen dieses Dramas zu reden. Zu Beginn werden noch harmlose Höflichkeiten und Artikgeiten ausgetauscht, wie das Fremde eben so machen. Es dauert aber nicht lange, dann werden daraus Spitzen, Bissigkeiten und blanker Zynismus. Besonders Christoph Waltz ist da nicht mundfaul, sondern ganz groß, wie man ihn eben als Schauspieler kennt. Er ist eben ein Meister der Wortspiele und kleinen verbalen Gemeinheiten. Man verliert bald jede Contenance, kotzt sich verbal und auch wortwörtlich so anschaulich an. Die Pärchen haben einen völlig unterschiedlichen sozialen Status und damit ist dann auch der letzte Rest von Frieden beerdigt. Ein Gatte (Christoph Waltz) ist Jurist, der fast ohne Unterbrechung am Handy ist und der andere nur Vertreter Leider hat der Film einige Längen und verliert auch etwas an Kraft. Es gab schon mal einen ähnlichen Film, der „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ hieß, mittlerweile 45 Jahre alt ist und mit Elizabeth Taylor und Richard Burton hochkarätig besetzt war. Taylors Schimpfkanonaden waren so legendär, sie brachten ihr sofort einen Oscar ein. Ganz so stark waren die Darsteller in Der Gott des Gemetzels leider nicht.
Es ist aber schön und unterhaltend zuzusehen, wie bald alle bürgerlichen Konventionen vergessen sind und die Akteure wie die Geier aufeinander losgehen als wären sie Aas. Ein Film, der durch den lobenswerten Umgang mit der Waffe und dem Instrument Sprache locker 8/10 auf meiner persönlichen Wertung erreicht hat und auch schon für mein Heimkino vorbestellt ist. Ein Film für alle, bei denen Kino mehr ist als eine Abfolge von Action-Sequenzen!



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