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Krieg ist eine Droge



Mit diesen blödsinnigen Worten im Vorspann beginnt der, meiner Meinung nach völlig überbewertetem Durchhaltefilm „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“, der 2010 allen Ernstes als bester Film ausgezeichnet wurde. Bei der Oscarverleihung 2010 war ich nur angefressen, als dieser Film der beste von 2009 sein sollte, nun habe ich ihn auf Sky gesehen und bin echt sauer.
Der Film von Kathryn Bigelow ist zwar schon aus dem Jahr 2008, fiel im Kino kaum positiv auf und beim Publikum erst mal durch, aber die Academy of Motion Picture war wohl der Meinung, man sollte das Interesse der Öffentlichkeit mit einem Oscar als bester Film wachrütteln und hat dafür das Meisterwerk „Avatar“, das schon satte zwei Milliarden Dollar eingespielt hat, auf die Plätze verwiesen. Jeremy Renner, der aus Filmen wie „S.W.A.T.“ und 28 Weeks later“ bekannt ist, spielt den Bombenentschärfer Staff Sergeant William James, der den Macho gibt und so lässig mit cool gemeinten Sprüchen Bomben entschärft, wie andere Männer an Toastern schrauben. Wenn er dieses, im Film völlig ungefährliche Handwerk, natürlich erfolgreich erledigt hat, erholt er sich in der Kaserne dann a einem PC bei bunten Ballerspielen. Der Krieg im Irak ist bei Frau Bigelow eine ziemlich saubere Angelegenheit, aber bei mir ist er es nicht und schon gar nicht dieser Krieg, den es nur gibt, weil Bush gelogen hat. Soldaten, die als Besatzer mit Besetzten plaudern, als wären sie in einem Dorf in Texas und nicht im feindlichen Bagdad und auch mit Selbstmordattentätern mit Dynamit um den Bauch wird erst noch freundliche Konversation betrieben, bevor sie explodieren. Ansonsten hat der Film viele Längen, die mit amerikanischer Lebensweise der Soldaten gefüllt werden, die sich so aufführen, als wären sie zuhause im Dorf und nicht im feindlichen Bagdad. Regisseurin Kathryn Bigelow ging da sehr viel unkritischer ans Thema als ihr Exmann James Cameron, der genau das in Avatar in sehr schönen Bildern verarbeitet hat und zum Auftreten der Amerikaner anderen Menschen oder besser, Lebewesen, gegenüber recht kritisch und sehr unterhaltsam auf Distanz ging. Sie ist also eher für Krieg und er dagegen. Ich möchte nicht wissen, wie die Ehe der Beiden ausgesehen hat, aber sie war sicher unterhaltsamer als die quälenden 130 Minuten „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“, bei der es mir mit jeder verstrichenen Minute schwerer fiel, die Entscheidung der Academy für dieses Werk als bester Film nachzuvollziehen. Zumal das Ende des Films dann noch sehr viel fragwürdiger ausfiel als sein lausiger Beginn. Frau Bigelow hat da einen amerikanischen Durchhaltefilm mit Videospieloptik für die Playstation-Generation abgeliefert, aber das hat herzlich wenig mit gutem Kino zu tun, sondern eher mit schlechter Politik. Nur für sowas bezahlt heute keiner mehr eine teure Kinokarte. Ich zumindest nicht und daher ist mein Urteil und meine persönliche Wertung dann auch eher vernichtend. Ich würde direkt in den negativen Bereich tendieren und dieses (Mach)Werk mit -10/10 ansiedeln. Es gibt selbst von Uwe Boll Filme, die mich sehr viel weniger gelangweilt haben und Amerika hat sich seit 2008 auch verändert, aber das scheint der Academy offenbar entgangen.

Der Trailer war wohl noch das Beste am Film.


Wer dazu eine Meinung hat, der bemühe den Link hier