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Lügen, Macht und Globalisierung

Gerade lief auf 3sat eine Sendung, „Der Fall Deutschland“, in der sich viele ehemalige Politiker und Wirtschaftsbosse ziemlich freimütig und offen zum Verlauf der „Deutschen Einheit“, zur Situation auf dem Arbeitsmarkt und zur, von Kanzler Kohl fast verpennten Globalisierung und deren Folgen für Deutschland äußerten.
Die zwei ehemaligen Minister Waigl und Schäuble gaben ganz offen zu, wie sie die Wähler in den Bundestagswahlen von 1990 und 194 belogen hätten, nur damit ihr Kanzler an der Macht bleibt. Auch die lese warnenden Stimmen von damals, wie der ehemalige Kanzler Helmut Schmidt kamen zu Wort und freuten sich nicht etwa darüber, dass sie nun Recht behalten hatten, sondern zeigten sich eher besorgt über diesen Fakt.
Kanzler Kohl hatte Anfang der achtziger Jahre, als er durch Dein Eiertanz der FDP endlich Kanzler wurde, den Beginn der Globalisierung völlig verschlafen und war deshalb auch 1990 felsenfest davon überzeugt, den nun 80 Millionen Deutschen tatsächlich noch eine Arbeit versprechen zu können.
Ein Manager von VW wusste es besser, denn VW hatte schon 1982 mehrere Milliarden DM in das unglaublich billige China investiert. Die kannten solche, eher lästigen Sozialgesetze nicht, wie sie die Konzerne in Deutschland als ziemlich störend und den Gewinn schmälernd empfanden. Nun hat aber Kanzler Kohl und seine Minister nicht wirklich weniger gewusst, als die Chefs aus der Industrie.
Nur kann es sich auf den Wahlkampf ziemlich hemmend auswirken, wenn man dem Volk nur eine ziemlich sichere Arbeitslosigkeit versprechen kann. Nun heißt Globalisierung ja nicht gleich China oder sonst ein Land in Asien, wo für einen Hungerlohn die Arbeit der Deutschen übernommen wird.
Globalisierung bedeutet auch die unmittelbare Nachbarschaft im Osten der EU. Denn auch die Polen, Tschechen und Slowaken sind bereit, für einen Bruchteil des deutschen Lohnes zu arbeiten und manchmal sogar direkt in dem Deutschland, das ja eigentlich keine Arbeit mehr hat, weil so ziemlich jede Arbeit, bei der es sich einrichten lässt, in Zukunft ausgelagert werden wird. Aber die Arbeiter bei Ford oder bei VW, genau weiß ich das nicht mehr, hatte das zweifelhafte Glück, die polnischen Arbeiter, die sie ersetzen werden, dann auch noch anlernen zu dürfen.
Denn da, wo gut ausgebildete deutsche Arbeiter auf ihre Tarifverträge klopfen konnten und ihre 20 bis 40 Euro die Stunde verlangen können, sind die angelernten polnischen Arbeiter schon mit 5,50 Euro die Stunde zufrieden. Man muss nicht unbedingt Marktwirtschaft studiert haben, um sich klar darüber zu sein, dass die Politik absolut keinen Einfluss auf das Treiben der Wirtschaft hat. Denn genau das ist ja der große Unterschied zur Planwirtschaft des Sozialismus. Wenn die Industrie Arbeitsplätze abschaffen, einsparen oder eben auslagern will, dann macht sie das einfach und es gibt keine Politik, die sie daran hindern könnte. Wenn jetzt aber eine Frau Merkel meint, sie könne das mit markigen Wahlkampfsprüchen, wie „Vorfahrt für Arbeit“ oder „Sozial ist, was Arbeit schafft“ irgendwie ändern, dann hat sie nichts begriffen, oder sie lügt eben wie gedruckt und das dann völlig bewusst. Arbeit für alle kann auch Merkel und ihre Union nur garantieren, wenn sie auf Regierungskosten die Alpen rosa anmalen lassen würde. Es geht also eigentlich nur darum, wer von den Parteien die nicht vorhandenen Arbeitsplätze für die Zukunft am besten sozial irgendwie auffangen kann. Nur genau da hat ja die Union mutige Einschnitte angedroht und versprochen, wenn sie erst einmal die Regierung stellt. Ich für meinen Teil muss sogar froh sein, dass ich aus diesem unsicheren Arbeitsleben raus bin und so früh schon eine Rente bekomme.
Obwohl auch dieser Jubel zu voreilig sein wird, denn wenn der Staat kein Geld hat, dann ist selbst meine Rente so sicher wie eine Papiertüte in einem Wohnungsbrand.
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