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Lindenstraße auf Speed

Es ist Karfreitag und das ist ein christlicher Feiertag, an dem fast alle Sender dem normalen Programm entsagen und nur noch irgendeinen christlichen Müll bringen. Nur Sat1 setzt auf Wiederholungen vom Vortag.
Da lande ich in der „Comedy Sendung“ „Schillerstraße“ auf Sat1, die mir jetzt ziemlich übel aufstieß. Es ist eine der verzweifelte versuche von Sat1, die Quote zu halten, die nach dem Wegfall der Harald Schmidt Show logischerweise im Keller landete.
Ich habe mir diese Sendung bisher ziemlich bewusst vom Hals gehalten, aber heute ist Karfreitag am frühen Morgen und da gebricht es an vernünftiger Auswahl, denn überall laufen nur monumentale Bibelschinken, die mindestens 40 Jahre alt sind und selbst auf Premiere läuft nur Mist oder Filme, die ich ohnehin auf DVD habe.
Dem Fernsehprogramm nach zu urteilen, sitzen wir noch im finstersten Mittelalter, wo die Pein der Inquisition noch das Sagen hat. So ist auch diese „Schillerstraße“ eigentlich nur eine peinliche Ansammlung von Comedians der C bis F Klasse.
Genau wie in der Lindenstraße der ARD hocke da nun Leute, dieses Mal Comedians, aufeinander, die völlig verzweifelt witzig und unterhaltend sein sollen.
Damit das dann auch komisch wird, hockt der deutsche Vorzeigeschwule Carsten Flöter aus der Lindenstraße irgendwo nebenan und gibt den Akteuren über Funk die seltsamsten Anweisungen ins Ohr. Die Leute sollen also improvisieren, aber genau das können die wenigsten deutschen Comedians gut und auch da ist Harald Schmidt so gut wie unerreicht. Carsten Flöter gibt sich Mühe mit seinen Anweisungen, aber beim Zuschauer kommt davon nichts an. Lindenstraße auf Speed eben.
Was da also partout komisch sein soll, kommt eigentlich nur künstlich und verklemmt, mit offensichtlichen Lachern vom Band. Das Ganze hat den gleichen Unterhaltungswert wie der Livebericht vom jährlichen Mooswachstumswettbewerb an den deutschen Eichen im Schwarzwald.
Nach fünf Minuten Leiden hab ich den Hals voll und schalte auf Hit 24, dem werbefreien Musikkanal von Premiere und gebe mir alte, aber schöne Musikvideos. Auf die Art christlich gerüstet, sehe ich mir dann noch einmal die Gemetzel und Blutbäder in „Tränen der Sonne“ mit Bruce Willis an. Sehr viel weniger blutig ist die Passion Christi, der angebliche Grund für diesen weiteren mysteriösen christlichen Feiertag dann aber auch nicht gewesen und konsequent, wie ich bin, lege ich mir ein paar nette Horrorfilme zurecht, denn Ostern dauert ja noch etwas länger und ist mit dem Fernsehprogramm ja nicht zu umgehen.
Im Gegenteil, am Ostersonntag drohen ja wieder massenhaft Kreuze, die durchs Bild geschleppt werden. Schon aus blankem Protest dagegen habe ich mich mit Freund Felix geeinigt, dass wir von nun an immer dann Kreise anbeten werden, wenn der Rest der Menschen sich mit dem Kreuz verrückt macht!