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Dieses Wort als Bezeichnung einer politischen Richtung hat in meinem Leben schon eigenartige Wandlungen hinter sich.
Da ja die Regierung der DDR sich selbst schon per se für besonders links hielt, war der Begriff links in der DDR auch ein Ausdruck für eine besondere Nähe zum herrschenden System.
In Westdeutschland und Westberlin war links zur selben Zeit eine Art Modebegriff für all jene Kräfte, die sich politisch links von CDU und CSU orientiert hatten und gewisse progressive Ansichten verkörperten.
Ich persönlich war eher demokratisch gepolt, weil Demokratie in der Deutschen Demokratischen Republik, also meinem Geburtsland, also der Ort an dem ich lebte, ja nur dem Namen nach existierte, aber sonst nur ein Begriff ohne jeden Inhalt war, denn Demos, das Volk hatte auch in der DDR am Wenigsten zu sagen und es wurde beherrscht von einer kleinen, selbsternannten und selbstdefinierten Elite.
Wer dazugehören wollte, musste erst einen ganz bestimmten Lebensweg hinter sich gebracht haben, zu dem in der Schule mindestens der Pionier und später auf alle Fälle der FDJ-Sekretär gehörte, was als gute „Gesellschaftliche Aktivität“ abgehakt wurde und danach meist ein Studium. Ich war sicher kein Held, aber so nahe wollte ich dem System dann auch wieder nicht kommen.
Das überließ ich den ganz ehrgeizigen Menschen in meiner Klasse, die sich damit später bessere Chancen auf gute Posten in Partei und Staat ausrechneten und das ganze Programm durchzogen, nur um auch offiziell als Links zu gelten. Meist Leute mit einem gestörten oder nicht vorhandenen Selbstwertgefühl, also Mädchen, die so hässlich waren, dass für sie keiner gewürfelt hätte und Jungs, deren Ego locker unter einem Fingernagel Platz gefunden hätte.
Mein Ego war schon mit 15/16 so ausgeprägt, dass ich mich 1976 stundenlang mit meiner zuständigen „Staatsbürgerkundelehrerin“ in dem Fach, das aus uns eigentlich begeisterte Sozialisten machen sollte, über die damals aktuelle Ausbürgerung des linken(!) Liedermachers Wolf Biermann gestritten habe. Ich hatte mir nämlich nachts um Zwei das Konzert gegeben, das von der ARD übertragen wurde und wofür er aus der DDR ausgewiesen worden war.
Die gute Frau, eigentlich ein sozialistischer Drachen, der uns Kinder von der Schlechtigkeit dieses Mannes überzeugen sollte, kannte hingegen nicht einen Text oder auch nur ein Lied von Biermann und so wurde der Disput auch kurz und endgültig.
Da Biermann sich als ein Linker fühlte und gab, begannen damals auch die ersten heftigen Zweifel am System in mir zu erwachen.
Zweifel hatte ich auch schon vorher, weil es nicht mit der angepriesenen Perfektion des Systems übereinstimmen wollte, dass man für jeden Mist, den man für irgendetwas brauchte, ganz Berlin abklappern musste und gute Rockmusiker mit ihren Bands nur hinter der Mauer, in Westberlin auftraten. Überhaupt schien mir diese scharf bewachte Mauer nicht ganz zum verkündeten Arbeiterparadies zu passen, dass die DDR ja sein sollte, auch wenn er von den Ideologen der DDR tapfer nur als „Antifaschistischer Schutzwall“ bezeichnet wurde. denn sehr zum Ärger der Regierung hatten wir in Ostberlin durch das Fernsehen ein recht guten Einblick in den Westen und in dessen Wirtschaft.
Die Anzahl der Faschisten in Westberlin schien sich damals zumindest, noch in messbaren Grenzen zu halten und daher erschien mir auch der „Schutzwall“ immer sinnloser.
Nur in den damaligen christlichen Parteien des Westens schienen sie sich zu tummeln. Das allerdings fiel mir erst 1978 auf, als der Marinerichter der Nazis Hans Filbinger aus seinem Amt als Ministerpräsident von Baden-Württemberg zurückgetreten wurde. Aus der CDU musste er allerdings nicht und das machte mir diese Partei völlig unsympathisch.
Gemocht habe ich den Verein noch nie, denn seit 1973 wurde sie von einer unsympathischen Figur Namens Helmut Kohl geleitet, der hauptsächlich dadurch auffiel, dass er verbal auf den sehr beliebten Kanzler Willy Brandt und dessen Nachfolger Helmut Schmidt einprügelte. Da diese beiden Sozialdemokraten sich als politisch links definierten und ich die sympathisch fand, merkte ich, dass auch mein politisches Herz linker schlug, als die Definition der DDR es zugelassen hätte.
Ich war zwar nicht links im Sinne der DDR, aber ich fühlte mich als Linker. Kurz vorm dem Ende der DDR habe ich dann auch, politisch konsequent, in meinem Stadtbezirk die „SPD der DDR“ mitgegründet und bin seitdem auch offiziell ein politisch Linker.
Entsprechend unerfreulich endeten auch meine Begegnungen mit Leuten, die sich politisch als Rechte definierten.
Ob das nun nicht sehr helle Leute aus einem ehemaligen Bekanntenkreis waren, welche die DDR per Ausreiseantrag verlassen hatten und im Westen sofort in die offenen Arme der CDU rannten und ausfallend wurden, wenn man sie darauf ansprach , oder ob es nun heute nicht sehr helle Kinder im Internet sind, die auf dem Land mit 28 noch bei Mutti wohnen, die, völlig besoffen von der FDJ-Sekretärin Merkel, die seltsamerweise von einer sozialistischen Karriere nahtlos auf eine Karriere in der westdeutschen CDU umschalten konnte und so sogar Deutschlands erste Kanzlerin wurde, ausrasten und mich im Internet angreifen, als hätten sie kein echtes Leben und dabei nichts Vernünftiges zu tun. Da bin ich dann wieder stolz auf meine linke Gesinnung und stolz darauf, heute als Linker beschimpft und bekämpft zu werden. Denn das unterscheidet mich dann recht sichtbar von solchen bäuerlichen gestörten Soziopathen, die zu anständiger Kommunikation ohnehin nicht fähig sind.

Für die, hier leider üblichen anonymen Wut und Belehrungsausbrüche, anonyme Beschimpfungen durch Mutanten, Idioten, also peinlichen Nenschen und Mantelkindern, die Kommentarbereich und Gästebuch nicht trennen können, oder auch nur für Kommentare, bitte hier klicken!