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Live Aid

Dieses größte Benefiz Konzert für Afrika der Rockgeschichte, das Bob Geldof, der Sänger der Boomtown Rats 1985 ins Leben gerufen hat, wird nun neu aufgelegt, da es noch immer genug Gründe gibt, Geld zu spenden, wie Geldof klar erkannt hat.
Nur nennt sich das Ganze diesmal „Live 8“, um dem Event einen internationales, also englisches Flair zu geben oder weiß der Geier warum.
Was 1985 nur auf in London und Philadelphia gewesen ist, kommt dieses Mal zusätzlich mit Berlin, Paris, Rom, Barrie in Kanada, Tokio in Japan, Johannesburg in Südafrika und sogar mit Moskau. Die Welt ist also deutlich zusammengerückt und der Event als solcher ist größer geworden, genau wie die Liste der beteiligten Künstler länger wurde. Nur genauso mutig, wie die Programmchefs der ARD Live Aid 1985 für 10 Stunden in das erste Programm geholt haben, verbannen sie „Live 8“ nun, 20 Jahre später, in die dritten Programme und sogar auf Phoenix. Im Angesicht der Tatsache, das mit Berlin auch Deutschland diesmal an diesem Event beteiligt ist, eine recht fragwürdige Entscheidung.
Aber die ARD ist hart, bleibt sich treu und sendet doch lieber einen „Musikantendampfer“ mit Volksmusik.
Das klingt für ihr Publikum nicht ganz so grässlich, wie die laute Pop oder gar Rockmusik dieser Briten, die so gerne Fucking sagen und singen. Allerdings versteht man die deutschen Texte recht deutlich und nach nur einer Kostprobe des gegrölten deutschen Schwachsinns ist der normale Mensch dann gerne wieder auf Phoenix und damit bei „Live 8“. Denn selbst wenn ich Madonna und ihre Musik nicht wirklich mag, so ist sie doch allemal noch besser als deutsche Volksmusik!
Es mangelte auch diesmal nicht an Prominenz, wenn Bob Geldof ruft. Sting, Elton John, U2, Paul McCartney, The Beach Boys, Bryan Adams, Annie Lennox, Roxy Music, Bon Jovi und Deep Purple, um nur einige zu nennen. Da wegen der vielen Künstler an den vielen Orten der Welt die lästigen Umbaupausen wegfallen, in denen 1985 Musikvideos gebracht wurden, gibt es nun kleine Filme, denn politisch hat sich auf der Welt in 20 Jahren so einiges getan.
Von der eisernen Lady Maggie Thatcher, der noch 1985 der Bob Dylan Song „I Ain't Gona Work On Maggies Farm No More!“ gewidmet wurde ist nun gar keine Rede mehr, aber dafür darf nun der damals noch eingekerkerte Nelson Mandela eine Ansprache halten und auch der Man in Black, Will Smith hat seinen Auftritt.
In Berlin an der Siegessäule sind mit A-ha, Green Day, Herbert Grönemeyer, Juli, Sasha und Wir sind Helden eher so die Schmuserocker versammelt und für mich kein Grund das Haus zu verlassen.
Abgesehen davon drängen sich 100 000 Menschen vor der Bühne an der Siegessäule und ich empfange Phoenix über Premiere auf einem 82 cm Bildschirm und den Ton über eine Dolby 5.1 Anlage, auch wenn sie nur normales Stereo senden, klingt das besser.
Außerdem habe ich zuhause nicht nur Berlin, sondern auch alle anderen Orte. Da es hier ja auch um kein Konzert der Rolling Stones geht, kann ich das Gefühl, nicht direkt dabei zu sein auch ohne großen Schmerz ertragen. So ganz alte Prominenz mit Deep Purple und Roxy Music, Sting, Stevie Wonder, Paul McCartney, Pink Floyd und The Who recht würdig vertreten, aber weder Mick Jagger, noch Tina Turner und auch nicht David Bowie stehen in den Ankündigungen.
Dafür rockten Sting, Robbie Williams, Sting und The Who in London so gepflegt das Haus, das es nur eine Art hatte und damit nicht in dieses Jahrundert passte. Über der Bühne war in drei Meter großer Leuchtschrift ein sehr subtiler Hinweis an die Industriestaaten angebracht: „G 8-THE WORLD IS WATCHING YOU!“, was nichts weiter bedeutet, als das die Länder der Welt den wohlhabenden Industriestaaten bei ihrem Wirtschaftsgipfel auf die Finger schauen werden.
Nach dem Motto, das Beste zum Schluss, steuerte man mit Pink Floyd, Stevie Wonder, Paul McCartney und REM pünktlich gegen 02:00 Uhr auf das Ende von „Live 8“ zu und diese Perfektion im Ablauf war es auch, die mich etwas störte. Das war vor 20 Jahren alles noch überraschender und dadurch irgendwie auch spannender. Aber ab 02:00 Uhr brachte Phoenix dann noch eine Art Best Of vom Tage und das verkürzte meine Nacht recht deutlich.
Wie dem auch sei, die DVD von „Live 8“ steht auf meiner Wunschliste und ich kann nur hoffen, dass es diesmal keine 19 Jahre braucht, bis ich die erwerben kann. Was ich von „Live 8“ gesehen habe, hat mir gefallen und ich hoffe, die ganze Veranstaltung nützt.
Für Musikinteressierte:
http://cheopstexte.blog.de/