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Mafia privat

Nachdem nun die Privatsender ziemlich vorlaut mit großem Getöse und Werbeaufwand Serien wie „Lost“ und „Desperate Housewifes“ mit Sprüchen wie „die Seriensensation aus den USA“ in das Rennen um die Quote von Premiere aus geschickt haben und diese mächtig kämpfen müssen, wartet auf Premiere eine wirklich gute und unterhaltsame Serie auf den Tag wo sie im FreeTV gesendet wird.
„The Sopranos“ ist eine Serie, in der die Mafia mal in ihrem Alltag gezeigt wird, ganz privat und so sehr anders als die edle Familie der Mörder und Verbrecher um den Paten Vito Corleone. Tony Soprano (James Gandolfini) ist ein ziemlich moderner Pate, der sich auch mit ganz normalen Problemen der Welt herumschlagen muss. Die Kinder sind schwer in der Pubertät und rebellieren gegen den harten Vater.
Der arbeitet offiziell in der „Müllentsorgung“ und kümmert sich rührend und sehr persönlich um zahlungsunfreudige „Schuldner“ der Familie. Tony Soprano ist streng katholisch, aber er Flucht wie ein Kutscher und jedes dritte Wort hat ein Fuck als Beilage, was mit dem deutschen Scheiß nur sehr dürftig und ziemlich unzureichend übersetzt wird.
Auch die Frauen haben bei den Sopranos andere Probleme als die Frauen der Familie Corleone. Da wo die Frauen der Corleones durchweg grazile und schöne Gestalten waren, nerven die Damen der Sopranos, Mütter wie Töchter, ihre Gatten und Väter mit ihrem Übergewicht und dazu passenden Diäten. Auch dass für Frauen und Töchter die Frauenbewegung keine ausschließliche Sache des heimischen Schlafzimmers ist, macht den Mafiosi zu schaffen.
Weil das eben so normal ist, sitzt Tony Soprano auch zweimal die Woche auf der Couch seiner Psychotherapheutin und berät mit ihr die Probleme seines nicht ganz gewöhnlichen Alltags.
Praktisch so, wie jeder andere Amerikaner auch. „The Sopranos“ als die ganz normalen netten Mafiosi von nebenan, die nur manchmal etwas zu heftig fluchen, aber dafür auch die Fahne und die Ehre der italienischen Einwanderer hochhalten.
Eine erfrischend andere, von einem Italoamerikaner mit sehr guten, überzeugenden italoamerikanischen Darstellern besetzte Serie über die italienische Mafia in den Vereinigten Staaten. Nicht unbedingt frei von Gewalt, aber doch recht unblutig. Auch die Sprache ist sehr blumig und enthält massenhaft Vokabeln, die bei den Amerikanern sonst verschämt weggepiept werden.
Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum „The Sopranos“ noch immer auf Premiere läuft, während „Lost“ und „Desperate Housewifes“ zum Floppen ins FreeTV geschickt wurden. Die Serie über den Alltag der Mafiosi ist einfach besser. Irgendeine Serie muss im Bezahlfernsehen Premiere ja noch besser sein.
Wenn sie dann mal im FreeTV läuft, kann ich sie nur empfehlen und ans Herz legen!
Text wie immer auch zu finden, unter:
http://www.blog.de/main/index.php/filmtexte