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Malle und Seegang

3. Tag am 17. Bundesland und auf See

Heute nun war der Tag, an dem die MS Coral direkt am 17. Bundesland von Deutschland, an Mallorca, angelegt hatte. Für mich auch wieder eher uninteressant, da diese Insel dank Jürgen Drews und ähnlicher deutschen Peinlichkeiten ihren schlechten Ruf schon weg hat. Da braucht es nicht noch mich und ich wollte mir an Bord einen Lenz machen. Nur erwachte da in Bine die Frau, also der Widerspruch und natürlich wollte sie Mallorca unbedingt sehen. Da ich ja auch nicht so wahnsinnig bin und eine Dampflok mit dem Daumen auf der Schiene aufzuhalten versuche, bekam sie ihren Wunsch natürlich mit der Bedingung erfüllt, dass ich aus der Nummer raus und an Bord bleiben könne. Sie ist schon ein großes Mädchen und kann so was auch alleine und ohne mich Klotz am Bein sogar sehr viel schneller. Zumal ich für europäische alte Steine und Gemäuer auch nur sehr peripher zu begeistern bin, denn europäische Ruinen jeder Art habe ich in meinem Leben genug gesehen. Genau genommen hat ein großer Teil der DDR ja genau daraus bestanden. Nun ist der Ruf von Mallorca auch nicht dazu geeignet, Leute wie mich dahin zu locken, denn bei allem, was ich in meinem Leben schon war, ein Proll, der mit einem Strohhalm Sangria aus dem Eimer säuft, war ich eigentlich noch nie. Ich würde ja schon nackte Panik bekommen, da von Jürgen Drews, dem „König von Mallorca“ und seinen grölenden Fans aus dem „Oberbayern“ angegriffen, überfallen und kulturell vergewaltigt zu werden. Bine hatte diese Hemmungen zum Glück nicht und zum Glück war der es nur ein kurzer Landgang von zwei Stunden und dann war das Schiff wieder auf hoher See, die dann ziemlich bewegt war, da es vor Marseille einen mittleren Tsunami gegeben hatte, der sich bis auf die Balearen verteilte und der diverse größere Wellen für uns bereithielt. Diese Wellen, die Schwer und Fliehkraft sorgten für einige lustige Anblicke, wenn die Passagiere sich mühten, im Schiff von A nach B zu kommen und dann plötzlich auf einem Haufen lagen. Ich hatte mir einen halbwegs stabilen Platz am Pool gesichert und sah mit dessen Großeltern dem kleinen Max zu, wie er im Pool Korallen jagte, was gerade bei Seegang wohl großen Spaß zu machen schien, denn auch der Pool wurde ja von der See wie eine Kaffeetasse durchgeschüttelt. Bine schwärmte noch von Palma und den schönen alten Häusern dort. Ich hab keine Ahnung, auf welcher Insel sie gewesen ist, denn das Einzige, was ich, auch vom 9. Deck auf Mallorca gesehen hatte, waren ziemlich hässliche Neubauten, wie sie auch in Berlin Mahrzahn so rumstehen. Ich war an den meisten Städten, die wir anliefen, ja ohnehin nicht interessiert, denn auf dem Mittelmeer interessierte mich an einer Kreuzfahrt nur die Aspekte Fahren und Kreuzen auf dem Meer, denn für die Städte hätte ich sicher kein Schiff gebraucht. Morgen ging es nach Barcelona und das war wieder nur eine Stadt, die Bine interessierte. Wenn es ihr denn Spaß macht, soll sie an Land gehen, ich bleib auf dem sicheren Schiff und laufe meine Fußballfelder, die man da ja bis zum Essen laufen muss. Mir war auf See jeder Seegang lieber als jedes noch so altes europäische Dorf.