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Mathe

Ich gebe es ja zu, Mathe war mein Hassfach in der Schule.
Ich war da schlicht scheiße, weil mir die Sache einfach zu absurd und zu abstrakt wurde. Ich komme gerade wieder drauf, weil mir ein junger Freund übers ICQ berichtete, das er noch Mathe zu machen habe und schickte mir als Beweis folgenden, für mich kryptologischen Nonsens: f(x) = (1 + ln x) / (1 - ln x).
Sofort regten sich in mir sehr alte Abwehrmechanismen und schalteten auf Alarm, denn mit ähnlichem Formelmüll hat man mich vor ein paar Jahrhunderten auch ziemlich genervt.
Ich war schon damals ein ziemlich neugieriges Kind und habe gefragt für welchen ziemlich speziellen Teil des Lebens man einen solchen Mist wohl brauchen solle, wenn man nicht gerade Professor für Elementarphysik oder etwas Ähnliches werden wolle. Die meisten Schüler und darunter auch ich, hatten wesentlich weniger hohe Pläne.
Primär wollten wir nur erst einmal diese Mathefolter und die Schule hinter uns bekommen, uns selbstständig zu machen und eine eigene Wohnung zu haben. Selbst diejenigen, die mit solchem Formelmüll etwas anfangen konnten und später auch studierten, wollten im Grunde nicht sehr viel mehr.
Aber meistens waren das auch nur Streber und ähnliche Pfeifen, die sich erst einmal heftig auf den Staat DDR und dessen Staatsform eingelassen haben und die vorbildlichen FDJler gaben, nur um dann auch studieren dürfen zu können, denn anders kamen Arbeiter und Bauern im Arbeiter und Bauernstaat ganz einfach nicht zu einem Studium.
Was nun das Fach Mathe anging, so quälte ich mich erst gar nicht groß mit solch idiotischem Formelkram ab, sonder ließ das ein zwei Streber für mich machen und fiel von daher auch bei mündlichen Prüfungen ganz gerne und oft ziemlich derbe auf die Fresse.
Nur sah ich das mit ziemlicher Gelassenheit, weil ich mir damals schon ziemlich sicher war, von der Menge des Stoffs im späteren Leben als Erwachsener kaum etwas brauchen zu können, weil ich Gleichungen mit einer oder sogar mehreren Unbekannten niemals im Leben benötigen würde.
Jede Rechnung, die ich zu begleichen hätte, konnte ich mir nur mit sogar ziemlich bekannten Zahlen vorstellen und keine davon war ein X.
Langer Worte kurzer Sinn, ich habe auf keinem, der von mir besuchten Kontinente habe ich auch nur eine Rechnung mit einer mathematischen Formel, wie z.B. f(x) = (1 + ln x) / (1 - ln x) begleichen können.
Man wollte immer nur Geld und um die Masse davon berechnen zu können, reichte mir immer noch das kleine Einmaleins.
Irgendwie machte es damals wie heute wenig Sinn alle Schüler mit allen mathematischen Formeln zu konfrontieren, wenn nur sehr wenige später im Leben damit etwas anfangen können. Wenn man heute wie damals das gesamte mathematische Wissen über alle jungen Menschen ausschüttet, hat das eher eine abschreckende Wirkung, die allerdings dann, wie bei mir, einige Jahrzehnte vorhalten kann.
Die Gestalter der Lehrpläne sollten den Lehrstoff nach dem Bedarf selektieren, so wie die Schüler ja auch ausgesucht werden. Wenn alle Schüler alles lernen sollen, so bleibt am Ende nur bei wenigen genug haften.
Ich jedenfalls kann diese kryptischen Formeln nicht und bin trotzdem so dermaßen alt geworden wie ich mich jetzt fühle.
Im Beruf hatte ich auch ohne Formeln und dafür mit harter Arbeit alles erreicht und alleine das war und ist mir wichtig!