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Miami Vice

Die 113 Folgen Miami Vice, die von 1986 bis 1989 in der ARD lief, waren für junge Leute wohl die bis dahin kultigste amerikanische Krimiserie, die aus den USA in Deutschland über die Bildschirme des deutschen Fernsehen flimmerte. Kojak, Columbo und andere hatten sicher auch ihren Reiz, aber gegen Miami Vice wirkte alles andere nur altbacken und wie Hausmannskost.
Das lag nicht zuletzt daran, dass Regisseur Michael Mann nicht nur die rockige Musik von Jan Hammer als Soundtrack der Serie benutzte, sondern auch ganz gezielt Rockmusik einbaute, wie sie damals gerade in den Charts hoch und runter lief.
Dazu dann mit Sunny Crocket (Don Johnson) und Ricardo Tubbs (Philip Michel Thomas) zwei junge, coole und dynamische Cops, gegen die Kojak, Colombo oder gar das deutsche Aktenkoffergesicht Derrick wirkten wie angesoffene Saurier im Rollstuhl.
Die beiden Polizisten und ein noch coolerer Chef, Lieutanent Castillo(Edward James Olmos) und dazu dann ein paar interessante Drogen und andere Delikte aus dem kriminellen Amerika von George Bush senior und schon hatte man, damals noch einmal die Woche, Samstag, auf der ARD einen festen Termin, an dem man nicht gestört werden wollte und für Besuch völlig unempfänglich war, wenn der sich nicht auch für Miami Vice interessierte.
Nicht nur die, für deutsche Augen faszinierenden Farben der Stadt Miami an sich luden zum hinsehen ein, sondern auch die Tatsache, dass die Polizisten Crockett und Tubbs in Edelkarossen der Marken Ferrari und Lamborghini durch die Gegend heizten, um damit Verbrecher aller Art zu jagen, wie man sie in Deutschland und ganz speziell in der DDR nur von Hochglanzfotos kannte und deutsche Polizisten gemütlich im Opel und Ford oder in der DDR im Wartburg und Lada tuckerten, waren ein Grund, ein Fan dieser Serie zu sein.
Wenn nun heute, 20 Jahre später, diese Serie auf dem Privatsender Kabel1 nun täglich eine Folge ausstrahlt, mag das zwar ein wenig viel sein, aber man bekommt das Gefühl, als habe man einen guten alten Freund zu Gast, der aus einer Zeit kommt, in dem das Fernsehen ohne jeden Zweifel besser war als jetzt.
Der Soundtrack und eigentlich die ganze Musik aus Miami Vice sind nun allesamt Oldies und Ohrwürmer aus einer, auch musikalisch besseren Zeit.
Wie alt die Serie wirklich ist, merkt man erst dann, wenn man die Schauspieler wie Edward James Olmos, mit dem, nun 20 Jahre älterem, sehr kantigem Gesicht in einer anderen, neuen Serie auftauchen. Im Fall von Edward James Olmos als Captain Adama in der recht gelungenen Neuverfilmung von Battlestar Galactica, einem Remake von 1978, aber das gehört nicht hierher.
Don Johnson hat nich in diversen Kinofilmen seine Rollen gehabt, aber um Philip Michael Thomas ist es eher ruhig geworden und er fiel nicht mehr durch größere Rollen auf. Die große Zeit der Beiden war die Zeit von Miami Vice, als sich sogar die Größen von Film und Musik noch darum rissen, in Miami Vice auch nur eine Gastrolle zu bekommen. Was auch immer man sich bei Kabel1 ausgerechnet hat, als man Miami Vice ins Programm nahm, die Rechnung ist aufgegangenund der Charme der späten Achtziger kommt auch oder gerade 2005 noch an .
Ich sehe Miami Vice wieder gerne, wenn auch mit einem anderen Gefühl als beim ersten Mal, denn auch ich bin ja mindestens 20 Jahre älter geworden, wenn nicht noch mehr und für mich ist das pure Nostalgie, die Spaß macht.
Für die Jugend, die bei der Ersthaustrahlung vor 20 Jahren auf der ARD noch viel zu jung waren, um das zu sehen, ist Miami Vice ein weiterer Beleg dafür, wie viel besser auch das Fernsehen damals war und um wie viel charismatischer die Schauspieler aus dieser Zeit.

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