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Mit Bine im Autorenkino

Heute war eine Premiere bei mir.
Ich bin heute das erste Mal ins Kino gegangen, ohne eine Vorstellung davon zu haben, welchen Film ich da sehen will. Ich wollte einfach nur ins Kino, weil meine Freundin mit mir ins Kino wollte und das war für den Anfang ja schon etwas sehr Schönes.
Da wir uns ja lange drei Tage nicht gesehen hatten, fielen wir uns vor dem Kino entsprechend um den Hals und machten uns dann erst einen Kopf darüber, was wir überhaupt sehen wollten, wenn wir Sinnloserweise schon einmal in einem Kino standen.
Das Angebot war ziemlich dürftig für einen Donnerstag, aber Bine machte mich neugierig auf einen Film mit dem viel versprechenden Namen „Kiss Kiss, Bang Bang“, aber der kam erst um 22:45 Uhr und das war für Bine, die ja zwei Unternehmen, eine eigene Künstleragentur und einen Haushalt mit Tochter, leiten musste, dann doch entschieden zu spät.
Also mussten wir uns einen Film aus dem Angebot aussuchen und das war ziemlich mager. Das Einzige, was mir da überhaupt bekannt vorkam, war der Name „Dome – Der Film“.
Das war nun wieder ein verfilmtes Computerspiel und da waren meine Erfahrungen mit „Resident Evil“ ja eigentlich gar nicht mal so schlecht. Es war wohl ein Fehler, dass zu erwähnen, denn genau diesen Film suchte Bine auch aus. Was wir dann aber zu sehen bekamen, war ein französischer Autorenfilm, denn auch die Dinger begreift kaum einer. Auch wenn Prisma-Online gewarnt hatte:



Irgendwann in der Zukunft: Auf dem Mars wird ein militärischer Stützpunkt von fiesen Dämonen attackiert. Danach verwandeln sich alle Menschen in Zombies - nur eine kleine Gruppe wehrt sich verzweifelt aber standhaft...


Nicht einmal das haben wir nicht erkennen können. Ich erkannte eigentlich nur, dass der ganze Film ein Machwerk war, welches „Resident Evil“ zur Gänze zu kopieren versuchte, aber schon an den Darstellern scheiterte. Da, wo in Resident Evil noch Milla Jovovich und Michelle Rodriguez sämtliche zappelnde Zombies in Schach hielten oder gleich vernichteten, gab es in diesem Autorenfilm mit eingebauter Podiumsdiskussion, nur einen ehemaligen Wrestlingstar Namens Dwayne "The Rock" Johnson, der sich mit der überzeugendem Mimik eines Terminator verzweifelt versuchte, einen Held zu geben und ansonsten war „Dome – der Film“ eine ziemlich lächerliche Kopie von „Resident Evil“, für die ich im Normalfall nicht ins Kino gegangen wäre. Aber ich war ja mit Bine da und so konnten wir ein paar Mal rausgehen und uns bei einer Zigarette über den tieferen Sinn des Films, des Lebens und des Todes unterhalten.
Auch und gerade bei der eingebauten Podiumsdiskussion, wo sich die Parteien mit Kettensäge, die man auf dem Mars ja wohl unbedingt benötigt und diversen Maschinengewehren, einander näher kamen und sich über Organspenden so anschaulich unterhielten, dass diverse Organe im Film herumflogen und dann auch leise vor sich hin bluteten. Mein früherer Kinobegleiter wäre bei dem ersten Tropfen Kunstblut auf der Leinwand leise jammernd in sich zusammengesackt, aber Bine ist da von ganz anderem Kaliber, denn als berufstätige Hausfrau und Mutter ist sie ganz andere Dinge gewohnt, als einen, bei der Podiumsdiskussion abgetrennten Arm, der unterm Tisch liegt und noch etwas zappelt. Es muss übrigens ein Trend bei amerikanischen Filmen sein, dass Tote jetzt nicht mehr tot bleiben wollen, sondern sich spätestens nach 10 Minuten als blutendes, zuckendes und mordlustiges Gulasch im Film zurück melden, um noch etwas weiter zu meucheln. Also nicht unbedingt der Bringer.
Bine fand den „französischen Autorenfilm“ recht lustig und vermutete viele Preise in Cannes und bei der Biennale in Venedig.
Ich für meinen Teil fand den Film eigentlich völlige Scheiße, aber ich gebe ihm 2/10 auf meiner persönlichen Wertung und fand eigentlich nur gut, dass ich ihn mit Bine gesehen habe, denn mehr kann ich diesem Machwerk nun wirklich nicht abgewinnen.
Meine Freundin Bine hat in der Zukunft nun auch größere kulturelle Attentate auf mich vor. Zum Zwecke der Kultur schleppt sie mich demnächst auch direkt in mein Feindesland, in den Friedrichstadtpalast, wo sie Karten für die Kleine Revue oder besser, den Quatsch Comedy Club hat und mich mitnehmen will. Mit ihr gehe ich auch dahin, wo ich nach 15 Jahren Arbeit rausgemobbt wurde, nur weil ich technisch nicht mehr einwandfrei funktionierte. Mit Bine aber gehe ich überallhin!

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