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Mit Technik gegen Diktatoren

Gaddafi

Als Anfang des neuen Jahrtausends, ganz genau 2001, das erste Fotohandy für Privatleute auf den Markt kam, mit dem man sogar kleine Filme drehen konnte, hielten ich und viele andere das für eine sinnlose technische Spielerei. An eine politische Bedeutung dieser Dinger dachte nun wirklich niemand.
Heute, 10 Jahre später und bei ausgebauten Funknetzen, ist das grundlegend anders. In einer Zeit, in der sich die arabischen Völker ihrer Diktatoren entledigen und die jede Presse unterbinden und sogar das Internet einschränken, sind diese Handys, die damit gemachten Bilder und Filme über das Funknetz die einzige Verbindung zum Rest der Welt.
Man muss sagen, erstaunlicherweise in diesen Ländern, die ja sonst als eher rückständig gelten.
Ob nun 2007 Demonstrationen gegen Ahmadinedschad im Iran, die Aufstände in Tunesien, Ägypten oder der gerade laufende Aufstand gegen Gaddafi in Libyen, es waren vorwiegend Handybilder und Handyvideos von Privatleuten, mit denen die herrschende Nachrichtensperre umgangen und die Welt informiert wurde.
Gerade im Iran und Libyen ist Information über die Zustände dort notwendig, denn deren Völker werden durch ihre Herrscher besonders hart und blutig geknechtet.
Der selbsternannte Revolutionsführer Gaddafi soll in Libyen tausende von Menschen umgebracht haben, nur weil sie gegen ihn protestieren und nur Videos, die mit Handys gemacht wurden, haben davon Bilder geliefert.
Es sind üble Bilder, die da aus Libyen kommen, denn anders als Ben Ali in Tunesien und Mubarak in Ägypten, führt Gaddafi lieber einen blutigen Krieg gegen sein eigenes Volk, als den Sessel des Präsidenten zu räumen. Gaddafi selbst wirkt wie ein Vertreter, der von einem Nilpferd missbraucht wurde und nicht wie ein Staatsmann.
So verstockt haben sich nicht einmal die Stalinisten 1989 im Ostblock benommen, sondern der Letzte, der sein Volk so bekämpfte und opferte, war Adolf Hitler. Nun war Gaddafi für Europa aber der nützliche Idiot, der zwar offiziell als Terrorist verflucht wurde, der aber inoffiziell den Europäern die Flüchtlinge aus Afrika vom Hals hielt, die erst durch Libyen mussten, um von da aus nach Italien, also Europa zu kommen.
Daher ist der Protest von Berlusconi auch ziemlich leise, denn er hat ja einen ähnlichen Bezug zu seinem Amt.
Die libysche Armee scheint eher unentschlossen und schlägt sich nur teilweise auf die Seite der Demonstranten, aber auf Dauer wird sich auch Gaddafi nicht mit Gewalt halten können. Europa wie Deutschland konnten sich nur zu recht raschem Protest entschließen.
Auch die konservativen europäischen Regierungen sind ja derzeit nicht allzu beliebt bei ihren Völkern. Sarkozy und Merkel würden zwar keine Demonstranten bombardieren und beschießen wie Gaddafi, aber sie haben ihre Armeen zur Sicherheit auch gleich in einen fernen Krieg in Asien verwickelt.
Der deutsche Selbstverteidigungsminister arbeitet tote deutsche Soldaten mit der Kanzlerdarstellerin mittlerweile wie am Fließband ab und kümmert sich sonst nur um für ihn wichtige Dinge, wie den Rest seines guten Rufes.
Mit dem absehbaren Sturz des deutschen Adels, der sich auch nur als vulgärer Fälscher, Blender und Betrüger erwiesen hat, ist das Volk erst mal genug beschäftigt und da denkt keiner an Proteste.
Aber zurück zu Libyen, denn da fällt eine Stadt nach der anderen in die Hände der Aufständischen. Auch wegen der Unruhen in Libyen steigt der Ölpreis und da wird sogar Europa wach und berät sogar über Sanktionen.
Während der Osten von Libyen schon befreit ist und Reporter von dort berichten können, braucht es in den anderen Teilen des Landes noch immer die neue Technik der Handyvideos, mit denen die Verbrechen von Gaddafi gefilmt und der Welt gezeigt werden.
Im Inland ist das Gezerre um die Erhöhung von Hartz IV vorerst vorbei und wird wohl wieder vom Bundesverfassungsgericht erst endgültig entschieden werden. Für die Verhältnisse der Bundesrepublik, die Milliarden in marode Banken steckt, ist die Erhöhung eine Frechheit, für die von Libyen, Griechenland oder Irland wäre das unermesslicher Reichtum. In den Ländern möchte sicher kein Deutscher arbeitslos sein.

Da greift dann der Spruch von Volker Pispers: „Wir Deutschen jammern auf einem Niveau, um das uns 80 Prozent der Weltbevölkerung beneiden!“
Nur muss man dort auch keine gestiegenen deutschen Preise bezahlen. Das ist allerdings ein fragwürdiger Trost für arme Deutsche, die von ihrer Regierung weiter nur verschaukelt werden.
Nur dagegen hilft auch keine noch so gute Technik, sondern nur eine Wahl mit anständigem Ergebnis.




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