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Moderne Horrorfilme

Das, was dem Publikum in den Kinos mit „Saw, Saw2 und Hostel“ gerade als Horror angeboten wird und auf DVD zu haben ist, hat mit den frei erfundenen Geschichten von vor 20 Jahren um den Kinder tranchierenden Freddy Kruger und Allesmörder Jason Vorhees in den Kinos abspielte, ja nun rein gar nichts mehr zu tun, denn die blutigen Akteure von damals waren die Produkte reiner Phantasie und somit auch nur für sehr zarte Gemüter eine Bedrohung.
Blut, Kunstblut floss auch damals zwar eimerweise, aber die Handlungen der Horrorfilme von damals waren so abstrakt, absurd und es war ziemlich unvorstellbar, dass eine Figur, wie Freddy Kruger in den Träumen junger Menschen wütet und sie dabei gleich noch optisch sehr effektvoll wie Truthähne zum Erntedankfest tranchiert und zerlegt hatte, ein Jason Vorhees, der an Freitagen mit dem 13. als Datum in einem Camp am Crystal Lake vor sich hin metzelt, kam wohl auch nicht real genug über die Leinwand und da verfiel man nach einem längeren Intermezzo in der Welt der Zombies dann in den letzten Jahren doch darauf, sich einer vorhandenen, aber blutigen Realität zuzuwenden.
Freddy Kruger fing vor über 20 Jahren in der Elmstreet an zu meucheln, und Jason Vorhees sogar vor über 25 Jahren in seinem Camp und nachdem beide Figuren auch ein paar Mal nach recht spektakulären Toden mit eher mäßigem Erfolg für das Kino reanimiert wurden und der Zuschauer mit Fortsetzungen bombardiert wurden, die das Geld für den Eintritt ins Kino nicht wert waren und dann selbst die recht untoten Zombies die Leute nicht mehr so ins Kino zogen, brauchte der verfilmte Horror ein neues Thema, das dann auch blutig genug verfilmt werden konnte.
So hat man sich nicht nur bei den Annalen und in der Geschichte der Inquisition der der katholischen Kirche bedient, sondern auch in den jüngeren Nachrichten, die gerne mal auch mit Amerika zu tun haben. Wie 1990, als das Publikum sich noch wohlig und geborgen beim „Schweigen der Lämmer“ im Kino bei Anthony Hopkins und Jodie Foster schauderte, während die Realität im Land der unbegrenzten Möglichkeiten durch einen gewissen Jeffrey Dahmer, der junge Menschen gleich im Dutzend umbrachte, verspeiste oder im Kühlschrank lagerte, längst an der Fiction des Films vorbei gezogen war.
Wenn man nun heute für „Saw, Saw2 und Hostel“ ins Kino geht, kann es passieren, dass der, in den Filmen praktizierte Horror der Folter schon wieder durch die Nachrichten aus Abu Ghraib und Guantanamo Bay eingeholt worden sind. An diesen beiden lauschigen Plätzen haben mehr oder weniger die Amerikaner das Sagen, obwohl sie gar nicht dahin gehören, aber die USA sehen sowas ja nicht zu eng. So wurde da auch das so unterhaltsame Mittel der Folter zur Unterhaltung der Truppe wiederbelebt, wenn die USA im Irak schon nicht siegen konnten.
Auf die Art bekam der moderne Horrorfilm, der sich mit Folter beschäftigt, auch einen ziemlich realen Hintergrund und aufgrund dieser Tatsachen möchte man sich nicht einmal vorstellen, welche Tatsachen sich hinter einer anderen Sorte aktueller Horrorfilmen verbergen, in denen harmlose Reisende und Touristen in den Wäldern von Nordamerika, vorzugsweise Texas, von seltsamen Einheimischen mit noch seltsameren Angewohnheiten eingefangen, tranchiert und ganz gerne auch mal verspeist werden. Filme, wie „Texas Chainsaw Massacre“, „Wrong Turn“ und seit Neustem auch „The Hills Have Eyes” behandeln dieses Thema etwas zu ausführlich, als das es nur Zufall sein könnte.
Dieser Horror ist bei der Jugend sehr beliebt, aber ich muss das nicht unbedingt haben, höchstens als Sammlerstück auf DVD. Mir persönlich ist intelligenter und psychologischer Horror lieber, denn wenn ich sehen will, wie sehr die Menschheit in den letzten 20 Jahren verroht ist, reichen mir meistens schon die Nachrichten!

Für die, hier leider üblichen anonymen Wut und Belehrungsausbrüche, anonyme Beschimpfungen durch Mutanten, Idioten, also peinlichen Nenschen und Mantelkindern, die Kommentarbereich und Gästebuch nicht trennen können, oder auch nur für Kommentare, bitte hier klicken!