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Nachbarn

Ein Jeder, der eine Wohnung , zur Miete oder sonst wie bewohnt, hat im Normalfall welche. So hatte und habe auch ich die verschiedensten Sorten von Nachbarn durch.
Es begann 1979 in meiner ersten eigenen Wohnung. 28 m² mit Außenklo, aber es war mein Reich für lächerliche 28 Ostmark im Monat.
Da kommt der erste Nachbar ins Spiel. Typ Handwerker und somit von Hause aus erstmal nützlich. Er war Klempner, etwas versoffen und auch nicht sehr helle, aber recht Gutmütig und Umgänglich, im Suff genauso wie nüchtern. An sich eine seltene Mischung. Da mein Außenklo sich auf der selben Etage, direkt neben meiner Wohnung befand, bot sich da ein bauliche Maßnahme an, die zu einem Innenklo und einer Dusche geführt hätten und nach etwas Bestechung mit Alkohol auch geführt hat.
Dann die Wohnung gegenüber eine sehr nette Dame, die im Urlaubsfall auf meine Tiere aufgepasst hat. Diese meine Wohnung war dann auch mein erster eigener Partykeller im ersten Stock und wurde entsprechend intensiv genutzt.
Erst mit meiner Band von damals und dann mit den Leuten aus dem Jugendclub. Der ärger mit den Rechtsorganen hielt sich trotz des Lärms, wie meine Musik damals bezeichnet wurde, hielt sich in messbaren Grenzen. Es gab erstaunlicherweise keinen. Das sollte sich 1984 mit meiner zweiten Wohnung alles ändern.
Da latschten schon einige greise Mitbewohner zum verantwortlichen Wohnungsamt, als sie nur erfuhren, das dort ein nicht ganz so greisenhafter neuer Mieter, also ich, da einziehen will. Sie erreichten nur, das ich sechs Wochen später einziehen musste, weil das Wohnungsamt den alten Leuten erstmal blind glaubte, als diese was von täglichen Polizeieinsätzen in meiner ersten Wohnung geschwafelt hatten.
Ich zog dann ein und die Jungs und Mädels meines Jugendclubs machten via Werkzeug erstmal ordentlich Radau, weil die Zweizimmerwohnung für 45 Ostmark Miete mit Bad und Balkon erstmal auf Vordermann gebracht werden musste.
Trotzdem das Klavier aus der ersten Wohnung verschenkt oder sonstwie entsorgt war, fing die Feierei jetzt erst richtig an, da auch die Anlage eine Größere war.
Das ich nun dann doch tatsächlich die Polizei täglich am Hals hatte, verstand sich bei den Mitmietern und Nachbarn fast von selbst. Dann begann ich im Friedrichstadtpalast zu arbeiten, verlor die Leute schon wegen meiner Arbeitszeit aus den Augen und wurde auch etwas ruhiger, denn die neue Zentrale der Partys war meist identisch mit meinem Arbeitsplatz. Was die Nachbarn anging, so wurden die alten Leute vom Zahn der Zeit benagt und verstarben.
1998 packte mich vor meiner USA-Reise der Wahnsinn und ich zog in einen Neubau von 1995. die 1000 DM Miete hatte ich damals noch im Budget und das ich mal völlig lahm und Sozialhilfeempfänger sein würde, wäre mir in meinem schlimmsten Alpträumen nicht eingefallen. Das fällt Niemandem ein, bis es soweit ist. Die Wohnung war schön und mit neun Fenstern für meine Verhältnisse ziemlich riesig. Die Miete natürlich auch, aber damals alles kein Problem. Mein direkter Nachbar war wieder ein Säufer, aber einer von der giftigen Sorte.
Ich sah mich also um und entdeckte die herzensguten Heinz und Ilona Kelm, die so ganz nebenbei auch noch die Eltern eines meiner Mitschüler sind, der mir unverständlicherweise, von diesen Eltern nichts wissen will. Sie sind jedenfalls Beide für mich da und gehen mir zur lahmen Hand, wenn ich irgendwas brauche. Ob es sich dabei nur ums Essen handelt, oder solche Sachen, wie es Heinz gerade macht, der mir aus seinen Beständen einen Deckenventilator an die sich sträubende Betondecke zu bringen versucht, damit mir ein erfrischender Luftstrom im Sommer, der heiß zu werden verspricht, gesichert ist. Es sind eben Perlen.

Danke Heinz und danke Ilona
Solche Nachbarn sind im Sinne des Wortes unbezahlbar!