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Nachruf auf den Familienhund

Max und Alex

Genau 10 Jahre, nachdem mein Hund Alex mit knapp 14 Jahren wegen Altersschwäche und Gebrechlichkeit eingeschläfert werden musste, hat es nun seinen jüngeren Kumpel, den letzten Familienhund Max genauso und mit 15 erwischt. Mit 15 Jahren war er nach menschlicher Rechnung 105 Jahre alt, aber anders als Johannes Heesters, der offenbar in Alkohol eingelegt ist, ging es Max zum Schluss richtig dreckig. Angeschafft hat ihn sich meine Mutter 1995, als mein Vater verstarb. Es war reiner Zufall, denn eigentlich waren wir im Tierheim Lankwitz, um ihr einen Kater zu holen. Da kam plötzlich eine schwer genervte junge Familie, die ein braunes Bündel Fell hinter sich herzerrte und es im Tierheim abgeben wollte, weil er ihnen das teure Auto vollgeschifft hatte. Es war ein junger Hund von drei Monaten, ein hellbrauner Schäferhund/Collie Mischling, an den die beste Mutter von allen sofort ihr großes Herz verlor.
Noch bevor er richtig abgegeben war, machte sie das ganze Tierheim verrückt, um diesen Hund zu bekommen. Sie kann da sehr eindringlich sein, denn am Ende ging sie mit einem neuen Kater und genau diesem Hund nach hause und war bis gestern sehr glücklich mit ihm. Max, wie ich ihn taufte, war verspielt und wirkte eher wie ein Kissen auf Pfoten, anders als mein Kämpfer Alex, der vom Naturell eher ein scharfer Wachhund war. Das war genau der richtige Mamahund und der begleitete von da ab meine Mutter wo es nur ging. Wie ich mit Alex, war sie mit Max auch in Österreich und Ungarn und ihr Leben ordnete sich den Bedürfnissen des Hundes unter, wie es bei den meisten Tierfreunden eben ist.
Als mein Alex verstarb, habe ich stattdessen öfter mal Max mit ins Theater genommen und damit Musiker und das Ballett begeistert.
Die Beziehung zwischen Tieren und Herrchen oder Frauchen ist meist sehr viel intensiver als die zwischen Menschen, denn sie sind immer da, machen keinen Stress und haben keine Launen und Max hatte die noch viel weniger. Er war froh, wenn sein Frauchen oder gelegentlich auch ich auch nur in der Nähe waren und sich um ihn kümmerten. Der wahre Unterschied von Hund und Mensch ist nicht der opponierende Daumen oder die Möglichkeit selbst entscheiden zu können, sondern die Fähigkeit zur wirklich grenzenlosen Liebe, denn anders als Katzen sind Hunde nicht berechnend.
Diese Art der Liebe war eine von den ausgeprägtesten Fähigkeiten von Max.
Er konnte zwar nichts und niemanden bewachen und wenn es Stress gab, ging er hinter Mutter in Deckung, aber er liebte sein Frauchen ohne jede Einschränkung und wäre ihr sogar in die Hölle nachgetrottet, wenn sie da einen Termin mit dem Berufsberater von Merkel gehabt hätte.
Max wurde gestern zuhause von der Tierärztin eingeschläfert, weil die Fahrt zum Arzt eine einzige große Qual gewesen wäre und damit ist dann auch die Ära der Hunde in meiner Familie vorbei. Mutter fühlt sich zu alt für einen neuen Hund und ich bin mittlerweile zu krank dafür. So möge Max in Frieden ruhen und einen bequemen Platz im Hundehimmel haben. Ich hoffe, mein Alex bringt ihm da endlich das Jagen von wilden Katzen und die Verteidigung seines Reviers bei. Bei Hunden glaube ich an einen Himmel, denn es muss ja einen Ort für die vielen, von Menschen geschundenen Kreaturen geben, die es im Leben nicht so gut hatten, wie Alex und Max.
Ich hab nun mehrere Katzen und zwei Hunde sterben sehen und wenn für meine aktuellen Katzen die Zeit mal gekommen ist, waren das dann auch die letzten. Diese Option hält sich Mutter allerdings noch offen. Sie will jetzt Reisen machen, die sie mit dem großen Tier nicht machen konnte und will mit mir dann ins Tierheim für ein oder zwei junge Kater, denn sie braucht etwas tierisches Leben um sich rum. Im Krieg gegen Alter und Tod kommen die Einschläge näher...

Max und ich


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