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Nachtprogramm

Was waren das noch für geregelte Zeiten bis Anfang der Achtzier im TV. Auch in Ostberlin gab es insgesamt nur fünf Sender. Diese kamen über Antenne. Punkt 0:00 Uhr endete das Fernsehprogramm der meisten Sender und es kam mit einem sanften Pfeifton ein Testbild und alles, was vor schon am Fernseher eingeschlafen war, wurde wach und ging ins Bett um weiterzuschlafen. Das sollte sich mit den Privaten Sendern, die dann auf den Markt stürmten, dann spontan ändern. RTL fing mit der Sauerei des Nachtprogramms an. Und belebte die deutsche Feinrippunterhose mit einer absolut sinnfreien Show Namens „Tutti Frutti“. Zentrales Thema und einziger Aufhänger waren Frauen, die natürlich vom Fußnagel bis zum Haaransatz barfuss waren, also nackt. In jedem Fall etwas lautes und Showähnliches mit viel Haut. Ich erinnere mich da noch dunkel an so Sachen, wie Länderpunkte und ähnlichem Mist, den keiner verstand und das alles nur den Sinn hatte, noch mehr Frauen mit noch weniger an auf eine Bühne zu bekommen. In jedem Fall war diese Show ein Mysterium. Keiner wollte sie auf Arbeit gesehen haben, aber jeder verfluchte deren Langeweile. Sat 1 legte dann irgendwann, genau wie Pro7 mit etwas nach und schon brach in Gesamtberlin die Zeit des Nachtprogramms an., denn alle diese Sender konnte man in Berlin irgendwie ganz im Gegensatz zum Rest der DDR auch übe Antenne empfangen und das Testbild pfiff bald in den letzten Zügen, da nun jeder Sender plötzlich Nachts was zu senden hatte. Auch die bis dahin und bis jetzt nicht privaten Sender. Ich kam am späten Abend von der Arbeit. Immer höllisch erschöpft, aber nie richtig müde. Bis Ende der Siebzieger konnte ich mich darauf verlassen, das ich bei irgendeinem letzten Film vor der Röhre einschlafen würde, durch das Pfeifen des Testbilds geweckt mich dann endgültig zur Ruhe ins Bett gegangen bin. Damit ist es nun seit Jahrzehnten Essig. Zumal ich Mitte der Achtziger meinen ersten geschmuggelten Videorecorder hatte. VPS und Showview waren noch absolute Fremdworte für mich und das Gerät hatte für mich den Hauch von StarTrek. Es nahm alles an Sendungen auf, die ich durch meine Abenddienste verpasst hatte und spielte sie mir auf Knopfdruck wieder ab. So konnte ich mir dann mein eigenes Nachtprogramm mischen und schlief wie Früher auch, aber diesmal vor selbstgemischtem Fernsehprogramm ein. Ich hatte immer eine Art Zusammenstellung, die im Hauptfilm um 20:15 Uhr endete, den ich ja wegen meines Abendienstes im Theater in den seltensten Fällen sehen konnte. Davor ein paar nette Serien vom Tag, wie M*A*S*H, Al Bundy und Mitte der Achtziger noch StarTrek und danach dann die Simpsons, die zum Glück jetzt noch laufen und Montags war der Tag von Scully und Mulder, der Tag von AkteX. Alles Serien, die langsam verschwanden oder ganz schlicht nur mies wurden, wie es zuletzt bei AkteX der Fall war. Es ist also zum Mischen kaum noch was da und ich bin wiedermal schlaflos, denn bei dem Mist, der jetzt Nachts auf 40 Kabelkanälen läuft, kann kaum ein Bergarbeiter nach einer Doppelschicht unter Tage einschlafen, geschweige denn ich, der den Tag wieder am PC vergammelt hat und relativ ausgeruht bin.