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Nein Danke, Anke!

Ich hatte ja nun absolut nichts erwartet von der Frau, die eine Lücke füllen will, die gar kein anderer füllen kann, als der Gott der Latenight Harald Schmidt selbst. Auch Harald Schmidt hatte vor acht Jahren mal klein angefangen, aber unter völlig anderen Bedingungen. Die Einzigen, was sich vor Schmidt mit einer Lateshow versucht hatte, waren der unvermeidliche Thomas Gottschalk und der absolut unwitzige Thomas Koschwitz. Beide sind jämmerlich gescheitert. Allein das hätte Anke Engelke eine Lehre sein müssen. Nun aber in die Sendezeit und damit in die Fußstapfen des großen Zynikers, der einfach mal unterhaltend war, zu treten zu wollen, zeugt eigentlich von kompletter Selbstüberschätzung und völligem Wahnsinn! Ich hatte nichts erwartet und wurde auch nicht enttäuscht.
Selbst ihr Publikum reagierte eigentlich nur gelangweilt auf ihre faden Gags, die man alle schon mal irgendwo gehört hatte und klatschte meistens nur höflich. Sie hatte in Interviews vorher versprochen, nicht so zynisch, aber dafür ganz lieb zu sein. Nur von Letterman bis Leno ist Liebsein die letzte Eigenschaft, die einen Latenighttalker auszeichnen sollte. Wenn man die Tagesereignisse nicht mit Häme und einer Prise Zynismus gewürzt aufbereitet bekommen will, dann braucht man keine Latenightshow, sondern kann um 22 Uhr mit dem Kinderkanal ins Bett gehen. Da half auch nicht der Auftritt von Bastian Pastewka, Stefan Raab und seinem Max, die dann stellenweise die Engelke sogar noch zum verstummen brachten. Die Superstrategen von Sat1 ließen diese Show zeitlich auch noch gegen Kalkhofes Mattscheibe auf Pro7 antreten, wo ein genialer Oliver Kalkhofe die Fernsehwelt zynisch auseinander nahm und schaufelten damit dann endgültig das Unterhaltungsgrab für Sat1. Selbst das „Blonde Gift“ der Barbara Schöneberger nach Kalkhofe auf Pro7 hatte höheren Unterhaltungswert. Das Sat1 dafür bei den Gästen geklotzt und für massig Geld den Megastar Sting in die Show geholt hatten, konnte diese nicht mehr retten. Sting sagte in den anschließenden Sat1 Nachrichten, die nicht weniger als „Frauenpower“ in dieser Show entdeckt haben will, höflich, das er in der Sendung sehr viel Raum für Unterhaltung und Information gesehen hatte, eine freundliche Umschreibung für zuviel Langeweile. Etwas, was bei Schmidt ja absolut undenkbar gewesen ist. Ein Hinweis an die Macher und Besitzer von Sat1: Lasst Anke weiter ihre Ladys krachen in ihren Ladykracher und holt für die Zuschauer und die Quote die verjagte Harald Schmidt Show zurück! Ich hab jedenfalls Kalkhofe aufgenommen und der sorgt dafür, dass zumindest der Montag unverkrampft ausgeht. Mit dem Rest der Woche sieht es eher mau aus, denn Anke tu ich mir gewiss nicht noch mal an. Dabei hab ich die mal ganz gerne gehabt, aber jetzt heißt es für mich nur noch: Nein Danke, Anke! Sie hätte diesen geheiligten Sendeplatz ja auch ablehnen können. Die Sendezeit ist zwar gefüllt, aber die Lücke ist geblieben!