About me
   Verfasstes
   Internetfamilie
   Fotos
   Friends
   Tiere
   Links
   Guestbook
   Diverse Bilder
Ohrwurmfernsehen

Dieses Ohrwurmfernsehen war eine audiophone und visuelle Angelegenheit an diesem Morgen, der schon mit so schrägen Typen begann, hatte doch tatsächlich das Fernsehen die Erlösung für mich.
Auf so ziemlich allen Sendern lief ein 40 Jahre alte Bibelschinken nach dem anderen, aber der öffentlich/rechtliche Sender 3sat traute sich aus der Deckung und brachte Rockkonzerte vom Feinsten und alle aus den Siebzigern und Achtzigern, also ca. 500 Jahre alt und damit alle aus meiner Jugend.
Ein Programmchef war also nicht der christlichen Droge erlegen und hatte sogar Geschmack. Als ich gegen 8:30 Uhr den Fernseher anmachte, sah und hörte ich eine Querflöte, die mir sehr bekannt vorkam und richtig, es war Ian Anderson, der Frontmann der Klassik-Rock-Truppe Jethro Tull. Ich selbst hatte Jethro Tull im April 1982 in der Deutschlandhalle gesehen und war sogar ziemlich enttäuscht, weil da die Band schon deutlich auf dem absteigenden Ast gewesen ist, aber das Konzert auf 3sat ist von 1971 und da waren sie noch in Höchstform.
Gut gemischt ist halb gewonnen, denn nach Aqualung und andere Hits der Truppe kam schon die nächste Ohrenweide, Genesis in einem Konzert aus den Achtzigern, also mit Phil Collins.
Es ging so weiter mit der Salbe für die alten Ohren. Supertramp, Chikago und das Konzert für George Harrison mit sehr prominenter Besetzung. Von Bon Jovi, Ringo Starr, über Paul McCartney bis hin zu Tom Petty und Eric Clapton ist da 2002 so ziemlich jeder angetreten, der ein Instrument bedienen und doch wenigstens ein Lied von George Harrison intonieren konnte.
Selbst eine indische Sitar hatte man angeschleppt und eingebaut. Allerdings bediente die nicht der in die Jahre gekommene Meister Ravi Shankar selbst, sondern höchstens seine Enkelin. Aber spätestens bei Harrisons Evergreen „My sweet Lord“ war die alte, ehrwürdige Albert Hall am kochen.
Danach geht es weiter mit einem Konzert des alten Cat Stevens aus der Zeit, wo er noch nicht so gläubig war und lieber gute Musik gemacht hat. Dann der leicht verstorbene Johnny Cash mit Gästen in einem amerikanischem Knast und heute Abend noch Konzerte mit Phil Collins, Peter Gabriel, Robbie Williams und Michael Jackson, aber die kann ich mir kneifen, weil ich Robbie Williams auf DVD habe und Michael Jackson aus Prinzip nicht gucke.
Zumindest ein Sender versteht es auf die Art, einen öden christlichen Feiertag gekonnt zu überbrücken und von dem Wahn abzulenken.
Nur ist aber jetzt das Pulver weitestgehend verschossen und ich Frage mich ängstlich, was dann am drohenden Pfingsten gesendet werden kann, denn das sind ja dann drei Tage, die es zu füllen gilt und da müssen dann schwerere Geschütze ran und ich denke da so an eine Artillerie, die dann mindestens bei den Rolling Stones, Deep Purple und Black Sabbath liegen müsste. Ich lass mich da einfach überraschen und zur Not gibt es ja noch DVDs. Aber wenigstens die christliche Nerverei von heute ist Geschichte und von guter Musik aus den letzten 30 Jahren mit 16:9 Flachbild und in Dolby 5.1 Klang weggespült. Alles mit Songs, die jeder irgendwie kennt, aber nicht sofort einem Musiker zuordnen kann und alles Musiker, die diese Bezeichnung auch tatsächlich noch verdienen!