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Okkularis Inferno

Jesus davor und sah ziemlich erschreckt in die Zukunft. Sein Kumpel Azrael hatte ihm das Ding aus der Hölle mitgebracht und Jesus konnte damit jetzt einen Blick in Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit riskieren, ohne von seinem Alten, Gott, dafür angepflaumt zu werden. Der hatte das drauf, seit Jesus in der Pubertät war. Damals hatte ihm ein Kerl mit Flügeln erzählt, das er eigentlich gar nicht zu Maria und Josef gehörte, die er bis dahin für seine leiblichen Eltern hielt. Dieser Kerl nannte sich Sataniel und war ein angeblicher Erzengel. Dessen Arbeitgeber, auch Gott, war über diesen Vertrauensmissbrauch so sauer, das er Sataniel seines Postens enthob und ihn aus dem Himmel warf. Sataniel erkannt die Gelegenheit und nutzte sie.
Er änderte seinen Namen kurzerhand in Satan und machte mit der Hölle ein Konkurrenzunternehmen auf, das ziemlich gut lief. Er sammelte all die Seelen der Toten ein, die nach Gottes Ansicht nicht ins Paradies gehörten. Da nun Gottes Schöpfung, der Mensch, eine Fehlkonstruktion zu sein schien, wurde Satans Hölle immer voller. Während aber Gott sich seine Zeit damit vertrieb, die Menschheit mit Natur und anderen Katastrophen heimzusuchen um sie dann dem Teufel in die Schuhe zu schieben, war der Teufel selbst viel kreativer. Er erfand das Okkularis Inferno, das Auge der Hölle, mit dem man in die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft sehen konnte, wenn man wollte. Satan wollte und er sah da sehr viel Interessantes, gerade was Gott und dessen Bodenpersonal anging. Sein einziger Kontakt in den Himmel war über Azrael zu Jesus und gerade über den fand er Einiges.
Daher schickte er Azrael mit dem Okkularis Inferno unter dem Arm zu Jesus, damit der einen Blick in seine kurze, aber interessante Zukunft werfen könne, wenn ihm sein eigener Vater ihm das schon vorenthielt. Jesus sah also hinein und war alles andere als begeistert. Denn kaum vier Monate nach seinem 28ten Geburtstag hatte Gott, der eigentlich sein Vater sein wollte, ziemlich Fieses für ihn vorgesehen. Er sah 2000 Jahre voraus in die Zukunft und es gefiel ihm gar nicht.
Er hatte einen von den 12 lästigen Pennern, die ihm auf Schritt und Tritt nachliefen und sich „seine Jünger“ nannten, gebeten, für den Glauben, den er vertrat auf der Erde eine Kirche zu errichten, die seine Nächstenliebe nichtnur anbeten, sondern auch vorleben sollte, wenn er Mal stirbt. Dass dieser Tag gar nicht so fern war, sah er in Satans Okkularis Inferno. Der Tag war morgen. Alle seine Jünger, die ihn mit der Bettelei um Hasch genervt hatten, waren dann verschwunden und einer verriet ihn sogar noch mit einem sehr schwulen und sehr feuchten Kuss an die Römer und die Pharisäer. Die waren wohl immernoch sauer darüber, das Jesus die Händler aus dem Tempel geworfen hatte. Er sah auch im Okkularis Inferno, wie sehr die Kirche, die Petrus gründen sollte, in der Zukunft zu einem geldgierigen Verein mutiert war, der gerne auch mal Kriege anzettelte und Länder unterwerfen ließ, um angeblich den Glauben an ihn zu verbreiten. Völlig erschrocken war Jesus aber über die eigene, nahe Zukunft, die sein Vater der Gott für ihn vorgesehen hatte. Er sollt von den Römern an ein Stück Holz genagelt und aufgehängt werden. Irgendwie entsprach das ganz und gar nicht seiner Vorstellung von Nächstenliebe, die er immer gepredigt hat.
Jesus wollte und konnte gegen den Willen seines Vaters sowieso nichts machen und entschloss sich das böse Spiel mit guter Mine durchzustehen. Sterben konnte er ja nicht, wenn dieser seltsame Gott tatsächlich sein Vater war. Er rief die Penner, die sich seine Jünger nannten noch mal zu einem großen Gelage vor seinem Tod, einem Abendmahl mit einem anschließenden Drogenrausch zusammen und ging vorher noch auf ein Tütchen besten Marrokaners allein in den Garten Gethsemane. Allein, denn das gute Kraut wollte er nun doch nicht noch mit denen teilen, die ihn ausliefern und verleugnen würden. Jesus war also ziemlich gefasst, als er Judas Ischkariot mit den Römern kommen sah und das Einzige was er wirklich bedauerte, war die Tatsache, dass er als Jungfrau ohne Sex gehabt zu haben, am Kreuz fürs Erste sterben würde. Er hatte das zwar immer gepredigt, aber wie es ist, Sex mit einer Frau zu haben hätte er schon noch gerne vor dem Tod gewusst. Er gab das Okkularis Inferno an Azrael mit Dank an Satan zurück und starb nächsten Tag, Ostern, ohne je mit einer Frau geschlafen zu haben, weil es Gott so wollte. Dessen Wege sind wahrhaft unergründlich!