About me
   Verfasstes
   Internetfamilie
   Fotos
   Friends
   Tiere
   Links
   Guestbook
   Diverse Bilder
Orwells Alptraum

„Der Staatsfeind Nr.1“ ist ein ziemlich rasanter Film von Tony Scott und Jerry Bruckheimer über eine Art von Überwachung, wie sie sich George Orwell in seinen schlimmsten Alpträumen nicht hätte vorstellen können.
Zu den Zeiten des George Orwell waren ja an Computer, Satteliten oder gar an Handys nicht einmal im Traum zu denken. Der Film spielt in keinen fiktiven Staaten, wie Ozeanien oder Eurasien, wie bei Orwell, sondern in einer ziemlich realen USA 1998 und zeigt eine Überwachungstechnik, die 1998 schon 15 Jahre veraltet war.
Es ist auch kein fiktiver Big Brother, der da über alles wacht, sondern genauso reale amerikanische Überwachungsbehörde NSA, die sich da ungefragt in das Leben ihrer Bürger einklinken kann.
Im Film ist dieser Bürger der Anwalt Robert Dean, sehr gut gespielt von Will Smith, der ohne es zu wissen in den Besitz einer Videoaufnahme kommt, auf der ein korrupter Politiker, ein sehr düsterer John Voight, einen anderen Politiker, dieses Mal sehr tot, Jason Robards, umbringt, nur weil dieser gegen ein Gesetz stimmen will, welches die Überwachung noch legalisieren soll.
Binnen kurzer Zeit ist sein Ruf zerstört, ihm wird ein Mord in die Schuhe geschoben, und er selbst wird zum Staatsfeind erklärt. Von Killern und Regierungsagenten gnadenlos gejagt, sieht der Anwalt nur einen Ausweg: Er legt seine Identität ab und schlägt mit den gleichen Waffen zurück, die der Sicherheitsdienst gegen ihn einsetzt.
Nur in dem ehemaligen NSA-Agenten Brill, sehr intensiv, Gene Hackman, findet Dean einen Verbündeten.
Wenn man dann im Making Of dann noch erfährt, das die USA seit 1940 an und mit dieser Überwachungstechnik arbeiten und die USA mittlerweile für jeden Meter der Erde einen Satteliten haben, der ihn überwacht und dabei noch die fehlende Demokratiefähigkeit und genauso fehlende Führungsqualität des aktuellen amerikanischen Präsidenten denken muss, kann einem Angst und Bange werden, wenn man die Entwicklungen auf dem Gebiet der Elektronik und der Computertechnik seit 1998, wo die gezeigte Elektronik ja schon mindestens 15 Jahre alt war, mit einberechnet. Dieser Film kam zwar auf RTL, das wohl reuig von seinem, mal wieder grausamen, Feiertagsprogramm ablenken wollte, aber da habe ich nur den ziemlich dürren Fernsehton, während die DVD mit sattem Dolby 5.1 Sound und vielen anderen Extras aufwarten kann, die ich bei RTL nun wirklich nicht bekommen würde.
Regisseur Tony Scott ("Top Gun", "True Romance") und Blockbuster-Produzent Jerry Bruckheimer schufen einen rasanten High-Tech-Thriller, der manchmal zwar recht unlogisch, aber nie langweilig wird. Denn wenn es an der Story mangelt, kommt schon die nächste furiose Action-Szene.
Das sind die Filme, die ich an solch öden Feiertagen dann doch am liebsten sehe. Volle 10/10 Punkten in meiner persönlichen Wertung.