About me
   Verfasstes
   Internetfamilie
   Fotos
   Friends
   Tiere
   Links
   Guestbook
   Diverse Bilder
Oscarnacht mit Joschi

Es war mal wieder soweit und die Nacht der Oscarverleihungen gekommen. Wieder hatte ich meinen jungen, sehr aufgeregten österreichischem Freund Joschi im ICQ, für den diese Nacht der Höhepunkt des Jahres war. Eigentlich hatte sich ja noch ein anderer junger Filmfan und Freund, ChrisFargo angekündigt, aber irgendwie hatte der wohl verschlafen und ließ auf sich warten.
Wie auch immer, den Zuschauern von Pro7 wurde, wie jedes Jahr, eine hemmungslos schwafelnde Anke Engelke, deren Texte offensichtlich aus ihrer gescheiterten Show übrig waren und nun eine Wiederverwertung erfuhren. Es wurde immer später, aber die Zeit schleppte sich dahin. Engelke und Joschi wurden sichtlich nervöser, wobei Joschi das sympathischere Nervenbündel war. Es war eben seine Welt und für Frau Engelke nur eine Mugge von vielen. Ich machte den Coolen und überbrückte die Zeit mit irgendeiner Folge von StarTrek.
Als es nach vielem Engelkeblah dann endlich begann und ein aufgeräumter Chris Rock die Bühne im fernen Los Angeles betrat, merkte ich, wie der junge Mann aus Wien in seinem Element aufging.
Der Verlauf der Veranstaltung zeigte zwar, dass die Vorhersagen des freundlichen jungen Wieners nicht so überwältigend waren wie im letzten Jahr, wo er 15 Treffer hatte, aber soviel Phantasie, wie es braucht, um den schlechten Geschmack der Amerikaner vorherzusagen hat selbst ein Mensch in dem Alter nicht.
Er hatte insgesamt „nur“ neun Treffer und das waren auch mindestens Neun mehr, als ich sie gehabt hätte. Das Shreck2 nicht der beste animierte Film von 2004 sein soll, halte aber auch ich für eine Lüge.
Zu einer Zeit, wo es eine Mehrheit der jungen Deutschen tatsächlich cool, spannend und unterhaltend findet, wenn ein durchgeknallter Fernsehmoderator mit Kochgeschirr rodeln geht, finde ich es beruhigend und erleichternd, wenn dann auch solche jungen Leute sehe, die noch einen Bezug zu echter Kunst und zu echter Kultur haben. Joschi hat Besseres im Internet zu tun, als rechtes Gesülz von sich zu geben, denn der charmante junge Wiener Joschi lebt ein echtes Leben.
Ich kenne davon ein ganzes Filmforum voll und das lässt mich hoffen, dass es auch noch andere junge Menschen gibt, die wie Joschi noch über Phantasie und Kreativität verfügen und die auch im positiven Sinn zu nutzen verstehen. Joschi hat für seinen Teil beschlossen, seine Leidenschaft zu einem Beruf zu machen und wird demnächst in einem der vielen Wiener Musicals dann auch mal aktiv mitmachen.
Joschi ist eben einer der Lichtblicke, die ich im Internet getroffen und bewundert habe.
Nun war auch 2004 kein so ergiebiges Kinojahr, wo der Herr der Ringe nun unangefochten über alles dominierte und die goldenen Männlein im Kodac Theatre abräumte und so hoffe ich, dass 2005 ein Besseres Kinojahr wird, damit ich dann Ende Februar 2006 wieder mit Joschi im ICQ eine lange Oscarnacht haben werde, auf die ich mich jetzt schon freue.