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Ostereinkäufe

An und für sich gehen mir ja christliche Feiertage ganz generell nur auf den Kranz, aber Ostern ist ein Feiertag, an dem bei uns Geschenke, die von Herzen und vom letzten Geld auf dem Konto kommen, ausgetauscht werden.
Also nicht anders, als Weihnachten.
Nur eben nicht ganz so üppig. Obwohl meine Mutter schon tief in ihre leere Tasche gegriffen hatte und mir schon einen 19 Zöller Monitor für den Computer finanzierte, weil ein, einstmals recht teurer 17 Zöller Monitor ziemlich sang und klanglos sein Leben ausgehaucht hatte, blieben wir beim Thema Unterhaltung und Technik.
Aber eigentlich und vordergründig ging es uns erst einmal um Getränke und andere Lebensmittel, denn es ist ja eine unchristliche Eigenheit christlicher Kaufleute, an ihren Feiertagen ihre Läden zu verrammeln und damit die Menschen vorher zum Einkauf zwingen. Allerdings war das auch in der beinahe sozialistischen DDR genauso, obwohl es da keine große Christenheit und auch viel weniger zu kaufen gab.
So sind verrammelte Läden an solchen Feiertagen dann eine gesamtdeutsche Eigenart und die Kirche hatte in Deutschland, egal nun, welcher politischen Richtung, schon immer einen (zu) großen Einfluss. So ist das gesamte Fernsehprogramm an diesen Feiertagen von absolut jämmerlich, bis unter aller Sau. Um dem entgegenzuwirken, gibt es mittlerweile Videorecorder und DVD Player.
So fügt es sich mehr als günstig, dass die Supermärkte von heute auch das Futter für beide Geräte im Angebot haben. Das Problem ist nur, in einen solchen Supermarkt auch körperlich halbwegs unbeschadet hineinzukommen. Nur auf die Idee, besser eine Woche vor den langen österlichen Feiertagen in unserem bevorzugtem Kaufland einzukaufen, kamen mindestens auch vier Millionen andere Berliner uns so war es fast kuschelig voll, wenn das nicht immer so ätzend wäre, ein Parkplatz war zu unserem großen Erstaunen frei, nur im Laden selbst war es so eng, dass ich unbemerkt wen befruchten hätte können, wäre ich nicht gerade mit Muttern unterwegs gewesen wäre und das drängelnde Weibsvolk nicht so alt und/oder so hässlich. Um also dieser, mit Schwangerschaften drohenden Enge zu entkommen, steuerte ich das nächste Regal an und in dem stand definitiv nichts von dem, was auf dem Zettel war, der mich an die Feinheiten des Einkaufs erinnern sollte, denn es war ein Regal mit DVDs, die alle irgendwie sogar noch billiger waren, als bei Amazon mit seiner albernen Tiefstpreisgarantie, wo man als Kunde dem Händler auch noch nachweisen soll, dass es dieselbe Ware woanders billiger sei und damit die Beweislast völlig verdreht und damit die Beweispflicht mal eben locker an den Käufer weitergibt, der das mit sich machen lässt.
Nur war mir das am Samstag im Kaufland herzlich egal, der Monat war noch relativ jung und das Geld aus dem Keller noch feucht, so frisch war es gedruckt. So tränten meine Augen wieder vor Gier, aber ich konnte meine mühsam gedruckte Kohle sparen, weil meine Mutter diese Tränen sah und ich mir auf ihre Rechnung zu Ostern noch eine Handvoll Filme aussuchen konnte, denn sie kannte selbst das Drama mit dem christlichen Fernsehprogramm zu Ostern. Sie bekommt ja auch etwas Nettes von mir, denn sie hatte sich mit ihren stolzen 68 doch eine gewisse Neugier bewahrt und wollte allen Ernstes einen billigen Kinderlerncomputer für Menschen ab acht(!), wie ihn der Lebensmitteldealer Aldi derzeit für annehmbare 30 Euro im Angebot hat.
So wird die zauberhafte Frau, die sich dreimal am Tag für mindestens 94 hält, dann doch noch zumindest ansatzweise auf das Abenteuer Computer einlassen.
Echte Daten hab ich von dem Ding nicht und weiß nur, dass er so etwas, wie ein rudimentäres Schreibprogramm und kein Internet hat. Das würde sie auch schlicht überfordern, denn da blicke ja ich kaum noch durch und ich bin 22 Jahre jünger.
Wenn nun Ostern der olle Jesus im Fernsehen zum 2006. Mal von Kumpel Judas, den die Römer ins Apostelschutzprogramm aufgenommen hatten, verraten und mit heftigem Aufwand an ein Kreuz getackert wird, habe ich genug Filme, um das zu überstehen und Mutter ein neues Spielzeug.
So holten wir dann noch das ein oder andere Lebensmittel und Getränk und fuhren zufrieden nach hause. Manchmal kann das Leben richtig einfach sein, selbst wenn nur ein ekliger katholischer Feiertag der Anlass ist.

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