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Parlamentsfernsehen

Dieses Parlamentsfernsehen ist an sich ein Bestandteil von Premiere, aber es wird nur dann interessant, wenn sich Koalition und Opposition ohnehin im Bundestag und damit auch in den öffentlich/rechtlichen Sendern rhetorisch zerfetzen und sich gegenseitig Vorhaltungen und Versäumnisse um die Ohren hauen.
In einer Zeit mit 5,2 Millionen Arbeitslosen für die Opposition vom Union und FDP, die bei den Wahlumfragen mit satten 51 Prozent vorne liegt, ein ziemlich leichtes Spiel für die Gegner der Regierung. Wenn allerdings Frau Merkel und Herrn Stoiber von der Opposition die Zahl von fünf Millionen Arbeitslosen so flüssig über die Lippen geht, dann auch nur, weil sie tapfer verschweigen, dass erst jetzt die tatsächliche Zahl der Menschen ohne Arbeit in der Öffentlichkeit auch genannt wird.
In den vergangenen Jahrzehnten unter Helmut Kohl wurde ein großer Teil der Arbeitslosen in einer rechnerischen Drehtür von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und beruflicher Weiterbildung ziemlich tapfer und erfolgreich versteckt worden ist. Außenminister Fischer und der Regierungschef des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, Peer Steinbrück, ertappten Frau Merkel von der Opposition recht unterhaltsam dabei, wie sehr sie dem Denken der Siebzieger Jahre verhaftet ist.
Das ist schon insofern blanke Realsatire, als das damals Frau Merkel brav in der DDR gehockt und für die bösen Sozialisten geforscht hatte.
Die FDP macht, was sie immer macht, bedient ihre Klientel und fordert wahlweise die Senkung oder gleich die Abschaffung der Unternehmenssteuer in Deutschland. Das würde massenweise neue Arbeitsplätze zur Folge haben, so ihre Begründung. Nur sehen das die, von der FDP vertretenen Unternehmen im Zweifelsfall dann doch etwas anders. So hat die Deutsche Bank trotz der bösen Steuer satte 2,5 Milliarden Euro Reingewinn gemacht und vor lauter Freude über diesen Gewinn erst einmal 3000 Menschen auf die Straße gesetzt.
Es ist ganz einfach so, dass in einer Demokratie die Politik keine Arbeitsplätze schafft, sondern einzig und alleine die Unternehmen. Das geht dann sogar auf die globale Ebene. Wenn General Motors in den USA Gelder einsparen will, dann werden bei Opel in Rüsselsheim, im fernen Deutschland die Leute entlassen.
Da können sich Kanzler und Oppositionschefs in Deutschland zusammensetzen, zum Singen, einen Tee, Bier oder Kaffee trinken, oder meinetwegen auch zusammen einen Joint in den Schädel ziehen und selbst wenn Frau Merkel beim Bundeskanzler dann nackt auf seinem Schreibtisch tanzt, das bringt nicht einen Menschen wieder in Lohn und Brot!
Aber Deutschland ist zum Glück ja eine Demokratie und da gibt es Rituale, die es zu zelebrieren gilt. Das diese Art des demokratischen Parlamentarismus gerade jungen Arbeitslosen nur auf die Nerven geht, ist da eigentlich irgendwie verständlich. Das Ganze an sich ist nur ein Ritual aus den alten und besseren Tagen der Bundesrepublik und Arbeitsplätze schafft es keine.
Es entschuldigt allerdings auch die monströse Dummheit nicht, wenn dann recht kurzsichtige Jugendlich mehr oder weniger offen für die rechten Rattenfänger werben und so unsagbar blöd sind, die Rechten als ernsthafte Alternative in der deutschen Politik zu sehen. Die Rechten sind Nazis und auf was die aus sind, haben sie ja schon einmal bewiesen. Da war einmal auch genau das eine Mal zuviel!
Die gegenseitigen Attacken von Koalition und Opposition im Parlamentsfernsehen sind da die unterhaltsamere Alternative, von der man allerdings nicht leben kann.
Auf die Art bin ich wieder ganz froh, eine Rente zu bekommen und mich mit einer Arbeit, die ohnehin nicht lohnt, den Tag versauen zu müssen. So hab ich auch die Zeit für die leeren Worthülsen, um die es im Parlamentsfernsehen geht!