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Picket Fences

Diese kleine, komödiantisch aufbereitete Fernsehserie, die sich in dem fiktiven Städtchen Rome/Wisconsin so ziemlich allen Problemen dieser Welt angenommen hat, lief leider nur in 86 Folgen von 1992 bis 1996. Trotzdem ist diese, mit sehr vielen Stars besetzte Serie weitaus unterhaltsamer, als dieses fade und eindimensionale „Echtzeitmachwerk“ 24, in dem es eigentlich nur um das Treiben des Agenten Jack Bauer, gespielt von Regisseur und Produzent der Serie Kiefer Sutherland in einem völlig fiktiven Amerika geht. Im Mikrokosmos des Städtchens Rome werden die Probleme der USA und damit auch irgendwann die der ganzen Menschheit auf unvergleichlich charmante und witzige Art und Weise von Sheriff Jimmy Brock (Tom Skerritt), seiner Frau und Ärztin der Stadt, Jill (Kathy Baker), dem schrulligen Anwalt Douglas Wambaugh (Fyvush Finkel) und dem kauzigen, aber ziemlich weisen Richter Henry Bone (Ray Walston) meist zum Schluss in dessen Gerichtssaal abgearbeitet. Von dem Streit um Gottes Existenz und dem damit verbundenem Streit um die Glaubhaftigkeit der Genesis, der Trennung von Staat und Kirche, perverse veranlagten Pfaffen, Armut in der Gesellschaft, bis hin zu Waffen und Drogen in Kinderhänden, es gibt eigentlich Nichts, was diese Serie ausließ. Dieser überspitzte Realismus war es wohl auch, was den verlogenen, prüden und bis zum Kotzen politisch korrekten Amerikanern nicht gefiel und die Serie in den USA scheitern ließ. Den im Gegensatz zur gezeichneten Familie Simpsons aus der ebenfalls fiktiven Comicstadt Springfield, sind die Darsteller in Picket Fences einfach zu gute Schauspieler, die solch menschliche Probleme auch sehr gut zu verkörpern verstehen. Damit sind die ja so politisch korrekten amerikanischen Fernsehzuschauer dann ganz einfach auch überfordert. Sie mögen Probleme nichtmal satirisch aufbereitet verstehen können. Die Fernsehsender der USA haben dann auch reagiert und beglückten ihre Zuschauer und damit auch den Rest der Welt mit belanglosem und oberflächlichem Müll a la Friends und King of Queens, der ohne jede innere Tiefe und durchdachte Unterhaltung, aber dafür zum Erbrechen politisch korrekt und damit für Amerikaner auch verdaulich ist. Eigentlich schade, dass jeder Ansatz von Realität und Intelligenz bei diesem Volk so tapfer und so erfolgreich unterdrückt wird. Zum Glück gibt es ja auch Ausnahmen, aber die wurden vorsichtshalber gleich in eine sehr ferne Zukunft verlegt, aber das muss ja wohl auch im inoffiziellen Wahlprogramm der Republikaner stehen, denn die grausame und unerträgliche Realität wurde gerade unter deren Präsidenten recht erfolgreich verbogen. Lyndon B. Johnson mit seinem Vietnamkrieg über Nixons Watergate, Reagans Iran/Contra Affaire bis hin zu Bushs frei erfundenen „Massenvernichtungswaffen“ des Saddam Hussein. Dafür gilt es eben das Volk einfach blöd zu halten, damit sie solche Lügen eben wieder und wieder fressen. Ich fürchte auch, die Amerikaner werden genau das tun und solange bleiben die Fernsehserien zwar politisch vielleicht korrekt, aber ansonsten einfach nur flach und verlogen.