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Premiere direkt Plus

Vielleicht erinnert sich noch der Eine oder Andere an die Phantastereien der Fernsehmacher in den siebziger, achtziger und neunziger Jahren, welchen Standard das Fernsehen nach der Jahrtausendwende haben würde.
Damals hieß es vollmundig, dass der Zuschauer ab 2000 zuhause im Wohnzimmer sitzen würde und sich via Breitbandkabel aus Glasfaser die letzten Kinofilme mit 16:9 Bild und im Dolby 5.1 Ton auf den Fernseher holen könne, wenn er das nur wolle.
Nun ist aber auch die fernsehtechnische Zukunft von damals die Gegenwart von heute und die sieht völlig anders aus. Bei den meisten Menschen stehen noch immer (nur) Fernseher im 9:4 Format in der Wohnung, die selten über eine Stereowiedergabe hinausgehen, denn den Euro haben die Fernsehmacher nicht erwähnt und auch nicht, das es davon zuwenig gibt beim Volk. Allerdings benötigt man beim öffentlich/rechtlichen Fernsehen nicht allzu oft eine Stereowiedergabe und wenn dort nicht gerade über Wochen irgendein Sport extensiv gezeigt wird, braucht es auch wenig Farbe, weil dort ganz gerne Filme laufen, die mit Hans Moser auch schon einmal über 50 Jahre alt sind und die dauernden Musikantenstadl und ähnliche Sendungen für die Fans der Volksmusik kann man auch in schwarz/weiß und in Mono abschalten.
Die öffentlich/rechtlichen Sender sind sogar noch so dreist und verlangen für diesen Programm-Müll reichlich Gebühren, obwohl sie schon an der Werbung reichlich verdienen. Anfang der achtziger Jahre kamen dann auch in Deutschland die Privatsender dazu, die sich nur durch Werbung finanzieren und so lernte dann auch der deutsche Zuschauer den Genuss von, durch Werbeblöcken zerhacken Filme und anderer Sendungen kennen. Wer das nicht mochte, der musste wohl oder übel zum Bezahlfernsehen Premiere wechseln.
Ein recht teures Vergnügen, aber dafür waren und sind die Filme relativ neu.
Relativ, weil ein Kinofilm bis er auf DVD zu haben ist, zwar mittlerweile nur noch sechs Monate braucht und dann fast genau ein Jahr, bis er auf Premiere läuft. Zum anderen Fernsehen, dem so genannten FreeTV, benötigt ein Kinofilm aber noch immer genau fünf Jahre, wie das Beispiel „Matrix“ zeigt, der 1999 in den Kinos lief und erst 2004 auf freien Sender RTL.
Nun ist aber Premiere nicht nur in der Anschaffung und Haltung recht teuer, sondern es verlangt für seine „neuen“ Kinofilme, die es also schon ein Jahr auf DVD gibt, noch einen extra Obolus, der ziemlich stolz ist, aber sich beim besten Willen nicht rechnet. Um einen solchen, relativ „neuen“ Film zu sehen, müsste man für ein einmaliges Ansehen satte 3 Euro an Premiere berappen.
Will man einen Film vielleicht dreimal sehen, weil er gut ist, soll man dann 9 Euro blechen. Nur sind aber die Preise von DVDs im freien Fall und eine DVD, die ein Jahr oder älter ist, kostet im Handel im Normalfall etwas um die 7,50 Euro und man kann sie sehen, so oft man will. Einzige Vorrausetzung ist ein DVD Player und auch die gibt es schon ab 35 Euro.
Man kann nun warten bis ein gewünschter Film nach ca sechs Monaten bei Premiere Film läuft, also dem Premiere, was nichts mehr extra kostet, oder man holt sich die, inzwischen meist billig gewordene, DVD und guckt so oft man will.
Dieses Manko seines eigenen Angebots hat Premiere auch erkannt und will nun mit dem neuen „Premiere direkt Plus“ dagegen steuern. Dieses „Premiere direkt Plus“ wirbt doch tatsächlich mit DVD-Funktionen und einer großen Auswahl von Filmen und das wäre dann de Facto die Videothek für zuhause. Wenn man gerade noch 300 Euro übrig hat, kann man sich auch noch gleich den passenden Festplattenrecorder mitliefern lassen, um diese Filme aufzunehmen, was insofern ja dann wieder lohnen würde, weil Premiere für ein einmaliges Ansehen beliebiger Filme aus seinem, erstaunlich dünnem Archiv pro Film wieder 3 Euro verlangt.
Nehmen wir da mal ein Beispiel. "Fluch der Karibik" kostet als DVD bei Amazon jetzt knapp 11 Euro und wenn man sich die bestellt, kann man sie so oft ohne etwas zu bezahlen sehen, bis einem der Fernseher, der DVD-Player oder auch die DVD um die Ohren fliegen. Dazu kommt noch, dass Premiere ja nun ziemlich jeden Müll und für alle Altersklassen einkauft, um sein ganzes Publikum zu bedienen, aber als Mann, der nun schon mehr als drei Tage über 16 ist, kann ich mir das Angebot von Disney und anderen Kinderfilmen durchaus auch schenken.
Für mich hat Premiere ohnehin nur noch informativen Charakter, denn die richtig interessanten Filme habe ich längst auf DVD, oder sie laufen gar nicht erst auf Premiere. Wenn ich DVD-Funktionen haben will, schalte ich den Player an und hab dann sogar noch eine bessere Qualität und bin auf keine Uhrzeiten angewiesen.
Also ein klares Minus für „Premiere direkt Plus“ !
http://cheopstexte.blog.de