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Rapperkrieg

In dem, was sich heute Musikbranche schimpft, tun sich Sachen, die man als halbwegs normaler Mensch gar nicht begreift. Da streiten sich ein Rapper und ein HipHopper, deren Namen Eko Fresh und Kool Savas eher an Putzmittel erinnern, als an ernstzunehmende Musiker, doch tatsächlich und allen Ernstes darum, wer von ihnen besser sei und wer von ihnen cooler. Als jemand, der es nun seit 30 Jahren mehr oder weniger direkt mit Musik zu tun hat, ist eine solche Meldung eigentlich nur noch absurd und lächerlich. Die Musiker, die mich in meiner Jugend überzeugt hatten, wussten auf andere Weise von sich zu überzeugen. Da gab es kein Gezerre um Aussehen, Habitus, Plätze in den Charts oder gar irgendeine Coolness, sondern sie machten ganz schlicht nur gute Musik. Ein Jim Morrison, mit einem IQ von 149 ausgestattet, 1943 in Melbourne geboren, und dessen Tod ich 1971 via RIAS und SFB miterlebt hatte überzeugte nur durch kluge Texte und eine Musik, die mehrere Jahrzehnte überdauerte. Seine Hits „Light my Fire“ waren damals und sind heute noch Ohrwürmer, die in keiner guten Plattensammlung fehlen dürfen und völlig unbestritten sind. Für Mick Jagger und die Stones gilt dasselbe. Oliver Stone hat Jim Morrison und seinen Doors, 19 Jahre nach dem Tod von Jim sogar einen recht guten Film gewidmet und ich wage zu bezweifeln, das irgendein Regisseur dieser Klasse in 20 Jahren Filme über einen Eko Fresh oder einen Kool Savas drehen wird, so sie uns den Gefallen tun würden und jetzt versterben. Nur im Gegensatz zu Jim Morrison und Mick Jagger, die musikalische Geschichte geschrieben haben. Nur Ende der Achtziger war Schluss mit der guten Musik und alles was dann kam, war nurnoch gesichtsloser Lärm. Ich habe diesen Film auf DVD und kannte jeden einzelnen Titel, genauso, wie bei der DVD eines Konzertes von Simon und Garfunkel im New Yorker Central Park: Man kennt die Musiker und man kennt die Musik. Nur damit war Ende der Achtziger auch schon Schluss. Es ist weder mir, noch einem Bestimmten meiner jüngeren Freunde gelungen, das wir uns an einen Rapper, HipHopper, oder an eine Technokapelle aus den Neunzigern, oder auch danach erinnern konnten. Auch die Musikstücke selbst haben heute so gut wie keinen Wiedererkennungswert. Konnten Deep Purple noch ihr Smoke on the Water durch acht Gitarrenriffs für immer in die Ohren der Musikfreunde hämmern, ACDC ihren Highway to Hell in den Achtzigern genauso wie die die Stones ihr Satisfaction von 1965 mit fünf, haben Musikstücke von heute so ziemlich keinen Wiedererkennungswert. Sie sind eigentlich nurnoch laut und nervig. Nur, das die Rocker von einst gar nicht um Coolness und Platzierung in den Charts streiten mussten, denn sie waren da alle drin.