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Reanimiert

Heute war es soweit. Heute war es mir erstmals nach drei Jahren körperlich möglich, von der expliziten Einladung meines Orchestervorstands, Uwe Gebrauch zu machen und an der jährlichen Orchesterfete teilzunehmen.
Man hat von meinem Wunsch und Willen gehört, dass ich bei den Premieren im Herbst wieder dabei sein möchte und werde. Und man vermisst mich doch auch nach drei Jahren immer noch. Der Ort des Geschehens war wie ein mittleres Anwesen in Karow, eines gemütlichen Fleckchens Erde vor den Toren Berlins, wo Egon, ein alter Freund der gepflegten Zote und unser ehemaliger Baritonsaxophonist, seinen Altersruhesitz hatte.
Mit etwas Mühe dort angekommen, stand der Hausherr schon vor dem Zaun und wartete auf mich. Er ist ja auch aus dem Arbeitsleben raus, nur nahm er den geraden Weg hinaus. Ich betrat sein Grundstück und es gab wie immer erstmal ein freudiges Hallo, als man mich sah. Das baute mich schon mal wieder auf und diese lästigen Streitereien mit einigen Rückgrat und Charakterlosen Gestalten im Internet fiel von mir ab, wie Schnee in der Sonne taut. Nur etwas schneller.
Was ich sah, war wie in meinen besten Zeiten. Die eine Hälfte der Rhythmusgruppe saß schon wieder die Karten nicht aus den Augen lassend und zockten ihren Skat und die andere Hälfte kümmerte sich um die 25 Kilo Schwein auf dem Grill und natürlich um die Getränke.
Die meisten Streicher saßen auch wie immer in einer anderen Ecke des Gartens und nahmen sich der Berliner Kulturlandschaft und ihrer Defizite an und davon gibt es ja reichlich. Nur mein Gitarrist Rudi schaltete bei meinem Anblick gleich wieder auf Computer und erzählte mir von seinen Abenteuern an seinen PC.
Rudi ist ein Freund des Essens und er versorgte gleich auch mich. Nie hat mir gegrilltes Schwein mit Sauerkraut besser geschmeckt! Nur kann ich mich nichtmal erinnern, das ich das vorher überhaupt je gegessen habe.
Nun denn, heute hab ich und selbst das göttliche Mannah, das die Juden bei ihren 40 Jahren Wanderung mit Moses durch die Wüste bekamen dürfte nicht besser gemundet haben, als mir das gegrillte Vieh von und bei meinen Kollegen! Man zeigte sich so offen und freundschaftlich, als wäre ich nie weggewesen. Ich bin rein arbeitstechnisch schon reanimiert.
War ich aber und das gleich über drei Jahre. Daher war der ganz normale Theatertratsch, der dann einsetzte für mich eine Fülle nützlicher Information an und über die Stätte meines bisherigen und nun auch wieder zukünftige Stätte meines Tuns und Wirkens.
Ich wechselte dann zu den Streichern und erfuhr dort, dass das Musical „König der Löwen“ das mit Abstand Beste z.Zt. in Berlin sei., denn dieses war immer noch Thema. Die Leute, die da urteilten, sollten es wissen, denn es waren alles studierte Musiker, auf deren Wort ich was gebe. Dann kam das, was bei Gartenpartys immer passierte, Murphys Gesetz trat in Kraft und es fing an, mörderisch zu gießen.
Petrus ist eben kein Musiker und das war wieder ein Punkt, mit dem Christentum aus Neue zu brechen. Es begann ein Sturm, der sogar die S-Bahn nebenan dann zum Stillstand brachte. Wir zogen uns in Egons Häuschen zurück und betrachteten die „göttliche“ Sauerei lieber mit einem Dach über dem Kopf.
Die ersten Musiker gingen dann, aber es kamen auch neue. Die Meisten waren mittlerweile in Rente und nur der neue Kapellmeister und die neue Oboistin waren neue Gesichter, die sich bei erster Tuchfühlung als recht angenehme Menschen erwiesen. Sowas ist ja recht wichtig, wenn man gedenkt mit den Leuten zusammenzuarbeiten zu wollen und das will ich ja im Herbst nun mal. Als es so mörderisch goss, hatte ich mir den Heimtransport bestellt und eine Stunde später war er da. Mutter stand plötzlich mit dem Hund Max im Garten und Max machte beim Gegrillten noch fette Beute. So ging es dann jedem gut. Max hatte seine Extraportion und ich einen sehr schönen Tag unter Kollegen mit dem Rang von Freunden. Die Verabschiedung war dieses Mal eine andere, weil ich Heute ja die Gewissheit habe, das ich sie im Friedrichstadtpalast wiedersehen werde. Dann kann ich diesen Ballast der gesammelten Erfahrung von drei Jahren online von Kindern, die mich aus irgendeinem Grunde hassen und tatsächlich so bescheuert sind, mich um mein jetziges Leben zu beneiden, eigentlich erwachsenen Frauen, die bei virtuellen „Titeln“ feucht werden und jede Freundschaftsbeteuerung dafür vergessen und damit als "Vorbild" für die nächste Generation hausieren geht, die es ihr gleich tun und die es fertig bekommen, mit lächerlichen 24 Jahren schon eine „Auszeit“ nehmen, bevor sie überhaupt was getan haben. Das passt zwar jetzt nicht ganz in meine Euphorie, aber wenn eine Frau jenseits der 40 in das Forum eines Kinderchats schreibt, dass sie alle virtuellen "Titel" dort erst dann ablegen wird, wenn sie einen anderen dort vertrieben hat, dann ist dieses Weib nicht nur im Leben gescheitert, sondern hat auch sonst nicht alle beisammen.
Ich, der Krüppel, will und werde arbeiten. Meine Kollegen zeigen sich davon recht begeistert und das spornt mich an! Auch die anonymen, infantilen Idioten, die immer noch im Gästebuch meiner HP sudeln, gehen mir dann an meinem kantigen Arsch vorbei! Meine Religion heißt Arbeit und deren Priester und Schamanen sind die Kollegen, die mich selbst nach so langer Zeit als einen der Ihren betrachten!