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Reformen

Der Finanzminister greift endlich durch.
Der Staat ist bankrott. Sein Kanzler schlottert zwar vor den nächsten Wahlen, aber das war dem Finanzminister egal. Er ging vorher in Pension und wollte wenigstens in dieser Legislatur mal Grüne Zahlen hinterlassen. Pension war das Erste Stichwort und die Pensionäre dürften also nicht angerührt werden.
Der Kanzler hatte, wie so viel Kanzler vor ihm jede Steuererhöhung strikt abgelehnt, aber das haben seit 25 Jahren ja alle und jeder hat sich dann bedient. Er überlegte also, wer ihm das Geld besorgt. Die größte Gruppe der Geldbesitzer waren die 25 Millionen Arbeitslosen im Land. Woher die kamen und warum die ohne Arbeit waren spielte für den Finanzminister keine Rolle.
Wichtig war nur, dass diese Faulpelze Geld hatten. Eine Arbeitslosensteuer war also nahe liegend. Von jedem Arbeitslosen 50 Euro im Monat, das wäre doch schon mal ein Anfang. Dann die nicht staatlichen Rentner, die keine Pension bezogen, sondern denen es gelungen war, irgendwie noch eine Rente für ihre Lebensarbeitszeit zu ergaunern. Wieder jeder 50 Euro im Monat. Bei 40 Millionen Rentnern auch eine beachtliche Summe. Zufrieden war er noch nicht und er dachte sofort an den Gesundheitsminister und dessen teure Klientel. Der Gesundheitsminister hatte irgendwie auch Angst vor der Wahl, denn er war ja jünger und traute sich an eine vernünftige Gesundheitsreform nicht ran. Da musste der Finanzminister also durchgreifen. 150 Euro cash pro Arztbesuch, das kann doch nun wirklich nicht zuviel sein, meinte er und diktierte ein entsprechendes Gesetz. Chronisch Kranke bekommen Rabatte, wenn sie nur nebenbei etwas arbeiten gehen. Er dachte da an seinen querschnittsgelähmten, blinden 87jährigen Gärtner, dem es ja auch zu gut zu gehen schien, weil er sich jedes Jahr 7 Tage Urlaub im Schwarzwald leisten konnte.
Der Finanzminister konnte das nicht, seine Frau bestand auf die jährlichen 2 Monate auf den Bahamas. Also auch die Kranken müssen ran und ihre Verantwortung für den Staat beweisen.
Rauchen schädigt die Gesundheit hatten er und alle Finanzminister vor ihm immer wieder gewarnt, auch wenn auf den Packungen irrtümlich immer die Gesundheitsminister gestanden hatten. Im Angesicht solcher Sturheit der Raucher ist es eigentlich nur fair, den Schachtelpreis diesmal etwas großzügiger auf 35 Euro zu erhöhen.
An die Benzinpreise dachte er auch, aber er fuhr selbst viel und gerne und er wollte nicht von seinen lächerlichen 25 000 Euro Pension monatlich auch noch 1000 pro Tankfüllung bezahlen müssen, die 150 Euro für den Liter Super Bleifrei müssten also fürs Erste reichen. Also eine andere Quelle musste her. Da sah er die BILD und deren Aufmacher über die allerletzte Pisastudie, bei der Deutschland diesmal ganz Letzter war. Das war es doch!
15 Euro für jede schlechte Zensur. Sollen die Eltern doch blechen, wenn ihre Kinder dämlich sind. Er rechnete nach und sein Zahlenwerk war tatsächlich im Grünen Bereich.
Er schloss die Akte und war zufrieden. Der Kanzler würde zwar murren, aber der musste einfach da durch. Keine Opposition sollte dem Finanzminister vorhalten können, dass er den Haushalt unsolide finanziert hatte. Nun musste er noch schnell ins Parlament, denn bei soviel Arbeit hatte er nicht auf die Uhr gesehen. Dabei war gerade heute ein wichtiger Termin, es ging immerhin um die Diätenerhöhung!