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Reisebericht Ägypten 2005

Eine Reisebeschreibung aus einem warmen Land, die zu 100 Prozent aus Tatsachen besteht und bei dem nur geübten Leser meiner Texte eventuelle Merkwürdigkeiten auffallen werden!

Erster Tag

Das Kulturchaos, die Schönheit, die langen Zungen, der von Allah Berührte, Captain Ali und Osama Bin Laden


Ich bin ja nun schon seit Jahren nicht mehr vom Flughafen Berlin-Schönfeld irgendwo hin geflogen, denn spätestens seit dem Fall der Berliner Mauer war er maximal nur zweitklassig und irgendwie nicht ganz zu Ende gebaut. Er wirkte immer schon etwas schmutzig und grottig. Nun sollte sich genau das wieder bestätigen. Da ich nun mit Sabine, einer sehr schönen jungen Frau, die zweite Hälfte von Ägypten erkunden wollte, die, wo die Pyramiden stehen und andere alte Wohnungen von mir stehen, wollte meine Mutter das finanzieren und hinterlegte dazu bei einem Reisebüro über 2000 Euro. Eine stolze Summe, wie man meinen sollte, die eigentlich jeden nur möglichen Luxus rechtfertigen könnte. Nun war aber das Reisebüro dasselbe, nicht aber die Airline. Anstatt der bewährten Air Berlin sollte uns ein Laden Namens „Air Cairo“ nach Nordafrika bringen. Nur, was ich da mit anderthalb Stunden Verspätung betrat, sollte eine A 110 sein, aber vermittelte eher den Eindruck als würde ich einen alten Bomber der ukrainischen Gebirgsmarine betreten.
Wie der Flughafen Schönfeld alles etwas in die Jahre gekommen, vergammelt, eng und irgendwie unbequem. Die überwiegend deutschen Passagiere betraten das Flugzeug mit Gesichtern, als wäre das ihr Transport in ein Arbeitslager und nicht in den Urlaub. Nur Bine, die ja ohnehin eine, hauptsächlich positive Ausstrahlung hat, lachte über das ganze Gesicht und zeigte ihre blendenden Zähne und brachte etwas Licht in den kleinen lauten Raum mit den Flügeln.
Es gab zwar noch andere junge Damen dort, aber ein davon, mit einem so genannten Arschgeweih auf den ziemlich breiten Rücken tätowiert, fiel eher in die Abteilung „Bemalte Tonne“. Aber Bine war eben der Blickfang mit ihrer natürlichen Ausstrahlung. Das hob meine Laune recht merklich, aber eben nicht nur meine. Die hauptsächlich männliche Besatzung fand immer wieder irgendeinen Grund, um in die Nähe ihres Sitzes zu gelangen und mit ihr einen Small Talk zu beginnen. So wurde nicht nur ich verwöhnt, der als Lahmer in Ägypten einen gehobenen Status als Weiser genießt und als der dadurch von Allah Berührte verehrt wird, sondern auch meine Begleitung. Die ägyptischen Männer hatten doch tatsächlich Mühe, nicht über ihre sabbernden Zungen zu stolpern beim Laufen und schon dort hat sich Sabine als Begleitung bewährt. Ich konnte die Ägypter aber auch verstehen, denn im Gegensatz zur fröhlichen Sabine, die wie eine altägyptische Göttin strahlte, sahen die mit ihren verbissenen Gesichtern , egal welchen Alters, irgendwie aus wie eine Mischung von Else Kling aus der Lindenstraße und Saddam Hussein. Der Flug nach Süden ging bei der Air Cairo sinnigerweise erst Richtung Westen, über Frankfurt/Main. Bei der unsäglich langen Zwischenlandung dort, sahen wir dann auch warum. Es war Osama Bin Laden selbst der mit seinen Leuten ein paar Stinger-Raketen, anderen Waffen und einer mobilen Dönerbude den Frachtraum des Flugzeugs enterte, um dort ein wenig zu grillen. Nun war Bine zwar drei Jahre Oberst in der israelischen Armee und seit sieben Jahren dort beim Mossad, aber sie war alleine, ich diesmal keine große Hilfe und so musste sie es hinnehmen. Zumindest war so diesmal Gesichter, dass so direkt nach Luxor kommen würden und nicht wieder eine Horde talibanischer Hausfrauen das Flugzeug zum shoppen nach Kabul oder Nordkorea entführen würden. So war es für mich auch kein Wunder, dass in Frankfurt dann sogar der Pilot zu uns kam, sich uns als Captain Ali vorstellte und Bine ganz artig den Hof machte. Große Umschweife machte der der Herr mit den schon schneeweißen Haaren klar, dass er für die nächste Nacht in Kairo ein wunderschönes Mädchen suchen würde und seine Wahl ganz eindeutig auf Bine gefallen ist. Soviel orientalische Offenheit hat uns dann doch etwas verblüfft, aber wir hatten wieder einen Grund, um noch mal herzlich zu lachen. Da im Flugzeug sonst rein gar nichts passierte, jagte er einen Stewart los, der uns beiden Kaffee besorgen musste und schon wurden die Gesichter der Passagiere ohne diesen schmackhaften Luxus noch länger. Da wurde mir völlig klar, das Bine und ich in Ägypten das völlige Team waren, denn meine körperlichen Einschränkungen und ihre unübersehbaren weiblichen Attribute garantierten uns in Ägypten jede nur denkbare Aufmerksamkeit. Bine hat den gleichen Fehler wie ich und raucht im Normalfall eigentlich Kette und da waren mehr als fünf Stunden Flug eigentlich die Folter, aber auch da fand Bine einen Weg und einen Stewart, der sie im Flugzeug(!) in eine Ecke brachte, wo sie doch tatsächlich eine Zigarette rauchen durfte!
Osama Bin Laden muss über dem Mittelmeer oder der Wüste vor Kairo abgesprungen sein, denn es roch noch mal heftig nach Döner und dann war Ruhe im Frachtraum. Sollen ihn die Amis doch weiter erfolglos jagen, ich hätte ihn um ein Haar gehab!
Selbst zwei Stunden später in Luxor, auf dem Flughafen, als ihr schon wieder die Lunge piepte, brachte sie doch tatsächlich einen jungen Polizisten, der eigentlich den Flughafen bewachsen sollte, ihr an diesem Ort, wo das Rauchen eigentlich streng verboten ist, dazu, ihr Feuer zu geben.
Die Ausstrahlung dieser Frau ist einfach bemerkenswert und ein echter Gewinn für alle, die sie kennen und mögen. Wären mir solche Frauen vor 20 Jahren über den Weg gelaufen, hätte ich sie auf Händen getragen, ihnen die Welt zu Füssen gelegt, eine davon geheiratet und eine eigene Familie mit ihr gegründet. Ich schätze mal, ich war selbst mit 25 noch zu sehr Kind und so was rächt sich eben.
Aber wir haben 2005 und ich bin alt und krank, habe die erotische Ausstrahlung eines modernden Grabsteins, habe keine Familie und trotzdem mit einer schönen Frau in Ägypten. 22:00 Uhr Berliner Zeit und 23:00 Uhr Ortszeit kamen wir dann endlich zu unserem Schiff, der luxuriösen „MS Marquis“ und fielen ziemlich tot in unsere ziemlich getrennten Betten, denn wir sind auch ziemlich anständige und ziemlich müde Menschen, die ziemlich gut miteinander klarkommen und es auch so lassen möchten. Freunde eben.
Was die Kerle verrückt macht, für nur 600 Kamele! Ganz unten.