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Religiöser Irrsinn

Eigentlich ist ja Papst Johannes Paul 2. schon eine ganze Weile schon ziemlich tot. Seine Wahrnehmungsfähigkeit in diesem Zustand könnte man, grob betrachtet, als sehr eingeschränkt bezeichnen. Trotzdem sind einige hunderttausend, für gewöhnlich mit Verstand ausgerüstete Menschen unterwegs, um bei einem toten kirchlichen Würdenträger zu sein, der mit dem Gesichtsausdruck eines Michael Jackson im Petersdom ausgestellt wird.
Mittlerweile erheben ja auch so ziemlich alle Seiten dieser Welt Anspruch auf Papst Johannes Paul 2. Bush feiert ihn genauso als Kämpfer für die Freiheit, wie die Union in Deutschland und sogar die Grünen wollen in ihm schon einen der Ihren erkennen. Nur spätestens dann, wenn auch Osama Bin Laden mit einer seiner Videobotschaften in einem arabischen Sender dem Papst kondoliert, seiner ebenfalls trauernden Witwe Geld und Hilfe anbietet, sollte bei irgendwem die Alarmglocke klingeln und die Vernunft wieder das Sagen haben.
Man wolle ihm die letzte Ehre erweisen, so die allgemeine Begründung. Mal ganz davon abgesehen, das so ziemlich alle Toten auch solcherlei Ehrungen nur ziemlich bedingt wahrnehmen können und ihn somit auch von zuhause ehren könnte, wird um diesen einen Toten ein ähnlicher Rummel veranstaltet, als würde der Heiland höchstselbst vom Kreuz herabsteigen, oder wenigstens Elvis in Memphis wieder aus dem Grab steigen und sich in die Küche schleichen.
Die Römer selbst sehen diesen christlichen Eifer mit Gelassenheit und Freude. Gelassenheit deswegen, weil sie ja jedes Jahr einige Millionen christlicher Pilger versorgen und mit Freude, weil die Stadt Rom endlich mal wieder Zentrum der Welt zu sein scheint und weil diese unerwartete Flut von Christen den römischen Händlern fest eingeplante satte 94 Millionen Euro in die Kassen spülen soll.
Alleine das müsste den ernsthaften Christen schon die Falten der sorge in die Stirn treiben. Es ist bei mir jetzt zwar 30 Jahre her, das ich die Bibel gelesen habe, aber ich Glaube mich an eine Stelle im Neue Testament zu erinnern, in der der Jesus himself die Händler aus dem Tempel verjagt haben soll.
Nur lächerliche 2005 Jahre später sind die Händler wieder da und bereit, einen Batzen Geld von Leuten zu kassieren, nur weil die in Massen in die heilige Stadt kommen, um einen toten, irdischen Stellvertreter von Jesus zu ehren? Das ist nach den eigenen Regeln der Kirche nichts anderes, als Blasphemie. Für diesen speziellen Fall hatte Jesus ja versprochen, mit einem frisch geputztem und geschärftem Flammenschwert vom Himmel herab zu steigen und bei seinen Gläubigen ein wenig aufzuräumen.
Nur genau da befallen mich auch so meine Zweifel. Dieser Gott ist ein Gott der Händler und ein Gott des Geldes und wird weder die gierigen Händlern, noch die frommen Reisenden mit seinen Plagen heimsuchen, die im Ägypten des Moses so ungemeine Wirkung hatten.
Da wir gerade beim Geld sind, woher nehmen eigentlich die von den bösen Sozis mit Hartz IV so geplagten und in die Armut getriebenen Deutschen auf einmal das Geld für Fahrt oder Flug samt Hotel für diese heilige Reise?
Ich hätte das Geld dafür nicht. Aber ich bin auch nur ein heidnischer Rentner, der von seinem Geld viel lieber echten Urlaub macht und höchstens mal tote Pharaonen, oder besser, deren imposante Gräber besucht, weil die mit keiner Wiederauferstehung drohen.
Nun kann es auch sein, dass mein Glaube an einen Gott und sein irdisches Bodenpersonal etwas gelitten hat, als er mich vor fünf Jahren mit Schlaganfall und Lähmung verwöhnt hat. Für mich ist eine solche Verschwendung von Kraft, Zeit und Geld ganz einfach nur ein ganz gewöhnlicher religiöser Irrsinn.