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SAW, eine Neubewertung

Nach langem Zögern hatte ich mir die DVD von SAW zugelegt und nachdem Kabel1 mich mit den „Romantischsten Filmen aller Zeiten“ emotional zugemüllt hatte, hielt ich den Zeitpunkt für günstig, mir dieses blutige Werk dann auch einmal in Ruhe und mit aller gegebenen Qualität anzusehen.
Die Handlung der DVD war logischerweise dieselbe, wie die auf der entsprechenden Datei aus dem Internet. Zwei fremde Menschen erwachen an ihren Füßen angekettet in einem schmutzigem, gekacheltem Keller auf und wieder liegt ein ziemlich kopfloser dritter Mensch im gleichen Raum in der Mitte und blutet ohne jede Eile aus.
Der Eindruck bahnt sich an, dieser Film ist nichts für zarte Gemüter oder gar Kindergeburtstage und so ist es dann auch.
In zahlreichen Rückblenden erfährt der Zuschauer, dass die Beiden im Keller nicht die Ersten sind, die es mit Tod und viel Blut zu tun bekommen haben. So muss eine junge Frau in den Magen eines noch lebenden Menschen vordringen, um dort den Schlüssel für die Apparatur zu finden, mit der ihr Kopf gefesselt und durch eine sadistische Mechanik mit Zeitzünder bedroht und gefesselt ist.
Das geschieht so ausgiebig und so blutig, dass jede Fleischereifachverkäuferin ihre Freude daran hätte, würde sie den Film sehen.
Auf die Art erfuhr der Zuschauer auch, dass ein ziemlicher Sadist alle diese Leute weggesperrt, angekettet und mit dann mit den seltsamsten Werkzeugen ausgestattet hatte.
Die beiden angeketteten Herren im Keller bekamen z.B. Sägen, die sie erst finden mussten und die dem Film seinen Titel gaben. Damit können sie nicht etwa die Ketten durchsägen, die sie halten, sondern nur ihre Füße.
Dazu, quasi als Hausaufgabe, der Hinweis, dass einer überleben würde, wenn er den jeweils Anderen einfach mal umbringt. Klingt wie ein Familienfilm, ist aber keiner. Der zuständige Inspektor der Polizei in Gestalt von Danny Glover kommt dem Sadisten recht früh auf die Spur und bezahlt das erst einmal mit einer mächtig blutenden Halsschlagader. Was ihn aber seltsamerweise nicht daran hindert, noch weitere 60 Minuten tapfer und blutend zu ermitteln. Psychologisch ist das alles recht spannend und sogar ziemlich geschickt aufgezogen, aber das Ganze zerrt sich ziemlich in die Länge und ersäuft ab einem gewissen Punkt quasi im Blut.
Entweder ist mit dem Alter mein Geschmacksnerv feiner geworden, oder ich habe schon sehr viel blutigere Filme gesehen, die mich besser unterhalten haben, aber SAW will nun einmal nicht den Punkt bei mir treffen. Auch nicht als DVD.
Da hilft auch kein guter Psychohorror, der Film fiel bei mir als zu lieblos gemacht durch. Er ist eine nette Blutorgie für zwischendurch, aber nichts für einen guten Abend.
Ich hätte noch länger zögern sollen.