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Sankt Bürokratius

Das ZDF hat dem Schutzheiligen der Bürokratie, die in Deutschland ihren festen Wohnsitz zu haben scheint eine ganze Sendung gewidmet und es ist erstaunlich, was man da so erfährt. So gibt es eigentlich so gut wie nichts, was in Deutschland 2005 nicht durch ein Gesetz oder mindestens eine Verordnung und eine Verordnung zur Durchführung der Verordnung geregelt wird und mit dieser unsinnige Tätigkeit werden hunderttausende von Bürokraten beschäftigt und sogar bezahlt.
Gerade im Bereich der Umwelt ist man in Deutschland besonders regelwütig und so geht diese Regelwut auch durch alle Parteien. So hat z.B. 1994 eine gewisse Umweltministerin Angela Merkel, die ja eigentlich noch das simple Pfandsystem der DDR im Kopf hätte haben sollen, ein opulentes Regelwerk auf den Tisch gelegt, an dem noch 10 Jahre später der grüne Umweltminister Trittin heftig zu knabbern hatte und sich mit seinem eigenen Gesetz dann schließlich heftig verschluckte und sich die Wut des Volkes zuzog, das nun für jede Sorte Pfand, die es nun gab, auf Wanderschaft geschickt wurde, denn der Handel stellte sich stur und reagierte, wie in Deutschland üblich, erst einmal sperrig.
Er reichte sämtliche gesetzliche Auflagen nicht nur ungefiltert an die Kundschaft weiter, sondern ergänzte sie noch durch eigene, ganz entzückende, Kreationen von Verordnungen und Vorschriften. Wenn man tatsächlich seine 30 Cent Pfand zurück haben will, muss jede Flasche und jede Büchse genau dort wieder abgegeben werden, wo man genau diese Flasche und diese Büchse auch gekauft hat und selbst eine andere Filiale des absolut gleichen Händlers ist völlig unmöglich. Wenn man also in Bayern auf der Autobahn bei einer Tankstelle Shell eine Büchse Coca Cola gekauft hat, ist es völlig unmöglich, diese Büchse in einer Hamburger Tankstelle derselben Firma abzugeben und sein Pfand einzulösen.
Wer also unbedingt Wert auf die 30 Cent Pfand legen sollte, reicht schon mal Urlaub ein und tankt bei Shell Hamburg für einen längeren Weg. Das Pfandgesetz ist aber nur einer der vielen bürokratischen Verordnungen und Gesetze der Marke Schildburg.
So hat zumindest Minister Clement vor mehreren Jahren, es war 2002, messerscharf erkannt, dass in Deutschland zuviel Bürokratie durch zu viele Gesetze gäbe, handelte spontan, griff durch und erließ ein Gesetz. Eines gegen zuviel Gesetze und zuviel Bürokratie. Nur während dieses Gesetz locker auf einer Briefwaage Platz findet, gehen die eigentlich gemeinten und betroffenen Gesetze schon auf mehrere Tonnen zu.
Aber vielleicht greift das Gesetz gegen Bürokratie und zu viele Gesetze erst dann, wenn der Nachfolger von Clement oder im besten Fall Clement selbst noch ein Gesetz zur Durchführungsverordnung für sein Antibürokratiegesetz beschließen lässt.
Hätten die Römer als Erfinder der Bürokratie damals gleich noch ein Patentrecht erfunden und ihre Bürokratie als Patent angemeldet, wären ihre Erben, die Italiener heute, nicht zuletzt Dank der deutschen Bemühungen auf diesem Gebiet, eines der reichsten Völker der Welt.
Ein Ende von sinnloser Bürokratie ist jedenfalls nicht in Sicht. Auch und gerade weil nun die Union der Frau Merkel nach dem erdrutschartigem Wahlsieg alles wieder mit Gesetzen ändern will.
So wie es aussieht, werden noch viele gesunde Bäume Sankt Bürokratius, dem Schutzpatron der Bürokraten geopfert werden und die ehemalige Umweltministerin Merkel treibt so das Waldsterben, das in letzter Zeit etwas stagnierte, wieder ein wenig voran. Wenn es auch das Einzige sein wird, was sie aus der Stagnation holt.
Immerhin etwas und wenn es auch etwas völlig Unnötiges ist.
http://cheopstexte.blog.de