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Satan ist tot

Satan1

Damit ist nicht etwa die christliche Verkörperung des Bösen gemeint, sondern mein letzter Kater.
Er war einer von fünf Katern, die mein Leben seit 1980 bereichert haben und nun auch endgültig der letzte. Er bekam seinen Namen nicht aus religiösen Gründen, sondern weil er sich in seiner Jugend aufführte wie ein kleiner Teufel.
Er war nicht krank, wie die anderen Katzen, sondern ist mit 16 Katzenjahren, die umgerechnet 89 Menschenjahre waren, friedlich in meinem Bad auf den Fliesen an Altersschwäche eingeschlafen, ohne sich zu quälen.
Bis ins hohe Alter hat mich das Tier mit seinem Unfug erfreut, den es Tag und Nacht gebaut hat.
Er war ein Kater mit Charakter, der auch schon mal laut wurde, wenn ihm etwas nicht passte. Weil er sehr eigenwillig war, passte ihm eine Menge nicht. Er schlief gerne am Fußende meines Bettes, aber auch nur, um am frühen Morgen am Kopfende zu stehen und mich anzuschreien, bis ich wach war und mich um sein Futter kümmerte.
Bei ihm war klar geregelt, was ich durch die anderen Katzen eigentlich schon wusste. Ich war nicht etwa Herrchen oder Besitzer, ich war sein Personal.
Ich habe ihn 1998 aus dem Tierheim geholt und schon da war er es, der auf mich zu kam und mich aussuchte und das war schon neu für mich.
Er war so agil, ich hielt ihn für nicht älter als sechs Monate, aber Jahre später habe ich erst erfahren, dass er damals schon vier Jahre alt war. Benommen hat er sich aber wie ein Kleinkind, das seine Welt neu entdeckt und dabei randaliert, daher auch der Name Satan.
Anders als andere Katzen war er zutraulich zu jedermann, der ihn hätte kraulen können und daher versteckte er sich auch nie. Nur wenn er mal wieder Mist gebaut hat und das wusste, suchte er sicherheitshalber das Weite.
Es waren aber genau diese kleinen Macken, die ihn so anders als die anderen Katzen machte. Das meine Kater Asterix und Nero als überzüchtete Perserkater sogar 19 bzw. 17 Jahre alt wurden, aber schreibe ich dem Futter zu, denn in der DDR gab es kein Dosenfutter, aber das Fleisch war billiger und da das weder vergammelt noch mit Dioxin und anderen Giften verseucht war, machte es die Tiere stärker..
Satans kleiner Kumpel Felix, den ich 2000 aus dem Tierheim holte, ist 2010 nach nur 10 Jahren an Magenkrebs gestorben und hat ziemlich gelitten. Ich dann nachher auch, weil die Spritze, die ihn von seinem Leiden befreite, mich satte 90 Euro kostete.
Das hat 1999 mal 80 DM gekostet, aber wir haben ja seit 2005 einen Aufschwung © Merkel.
Für mich war Satan die letzte Katze, denn ich werde keinen Kater finden, der ihm in seinem putzmunteren Wesen auch nur ansatzweise ähnlich sein könnte und außerdem sind Katzenklo und Futterzubereitung mit einer Hand für mich ein Abenteuer.
Ich habe fünf Katzen in 30 Jahren leben und sterben sehen und jeder Abschied fällt mir immer schwerer. Ich bin mir sicher, es gibt zumindest einen Himmel für Katzen, denn da gibt es zu viele geschundene Kreaturen, deren Leben eine einzige Folter war.
Nur wo mein Satan ist, weiß ich nicht, denn der hatte bei mir schon den Himmel auf Erden.
Sein kleiner Körper wird jedenfalls im Garten vergraben, wenn der Frost vorbei ist und bis dahin liegt er kühl in einem Karton im Keller.
Ich trainiere meinen maroden Körper hart und wenn alles gut geht, habe ich noch dieses Jahr einen Hund und der dürfte mich dann überleben. Nur bis dahin vergeht viel Zeit und in der werde ich meinen Satan sehr vermissen. Das Tier war mir lieber als so mancher Mensch es je sein kann. Das Foto von Satan oben habe ich ändern müssen, weil es Idioten gibt, die meinen, ein Kater, der an Altersschwäche stirbt, könne mal eben noch in ein Handwaschbecken springen!


Wer dazu eine Meinung hat, der bemühe den Link hier