About me
   Verfasstes
   Internetfamilie
   Fotos
   Friends
   Tiere
   Links
   Guestbook
   Diverse Bilder
Schwimmen, wie im Pazifik

Zu Weihnachten 2005 hatte meine Freundin Sabine messerscharf diagnostiziert, dass es mir wegen meiner diversen Lähmungen an Bewegung mangeln würde und versprach, sie würde 2006 regelmäßig mit mir schwimmen gehen, da ich Wahnsinniger 2004 gezeigt bekommen habe, wie man sich mit einem Bein, einem Arm und einer Hand über Wasser halten konnte und das allen Ernstes jedem als schwimmen verkauft habe.
Solange ich auch nur in einer Pfütze von Pool auf einem Nildampfer beweisen musste, wie ich nach einem Meter schwimmen nicht völlig absoff, ging das auch in Ordnung und jeder kaufte mir diese meine übermenschliche Fähigkeit ohne Widerspruch ab.
Gestern allerdings machte meine Freundin ernst mit ihrer Drohung und um 17:00 Uhr trafen wir uns am nächsten Hallenbad in meiner Gegend, da es für Freibäder dann nun doch noch einen Hauch zu frostig war. Sie brachte unseren gemeinsamen Bekannten, den netten Algerier Murat mit, der in Berlin studiert, aus Algerien keine Hallenbäder kannte, da er dort hauptsächlich im Mittelmeer schwamm und nun recht neugierig war. Wie immer, übernahm Bine sofort das Kommando, nervte das Personal und regelte alles so, dass ich lahmer alter Sack mir auch ja keinen Kopf machen musste, denn so ein Hallenbad hat ja allerlei Extras für Leute wie mich, die sich nur mit der Grazie eines Felsens bewegen können.
Nur wie im Rest von Deutschland auch, gibt es erst auch dort umständliche Bürokraten, die sogar Beweise für eine Behinderung haben wollen, wenn man mit dem Kopf unter dem Arm vor ihnen stünde.
Das alles regelte Bine und so war auch meine Umkleidekabine sehr viel größer als die engen Schubfächer, in denen die gesunden Menschen, wie Murat sich umziehen mussten. Ich hatte die Badehose zwar schon drunter, aber wie in Ägypten war mir Bine eine Hilfe und ersetzte meine linke Hand und half mir aus meinen durchschwitzten Lumpen. Als Krönung durfte ich dann wieder zusehen, wie sie sich umzog und sich den Bikini überstreifte, den ich noch vom Nildampfer her kannte. Ein Anblick, der jeden Orientalen zum kochen gebracht und mir mittlerweile 2000 Kamele eingebracht hätte, denn sie sah noch besser aus, als im letzten Oktober auf der Reise.
Die Kabine war zwar groß genug, um da ganz bequem ziemlich wilden Sex zu haben, aber wir hatten beide eine zu ausschweifende Jugend gehabt, als das wir dafür nun noch eine Öffentlichkeit gebraucht hätten. Aber wir waren ja auch zum schwimmen dort und so schlurfte ich mit der mir eigenen Leichtigkeit eines Kreidefelsens zum großen Wasserbecken, das für mich auf einmal die Größe des Pazifik annahm, wo der jauchzende Murat schon herumsprang und auf uns wartete.
Da von Greenpeace keiner zu sehen war, nutzte ich die Chance, nahm meine Rolle als Free Willy ernst und rutschte ganz alleine ins Wasser und zu meinem grenzenlosen Erstaunen blieb ich sogar oben, obwohl ich nur eine Hand und einen Fuß zum paddeln hatte. Dann sprang Bine ins Becken und schwamm wie ein junger Delphin. Nur als sie mich mit einer Hand durchs Becken rudern sah, packte sie der Ehrgeiz und sie wollte auch das versuchen. Das musste wohl irgendwie ansteckend sein, denn auf einmal versuchte es die Hälfte der Leute im Becken mit einer Hand zu schwimmen, als würde es eine Choreographie dafür geben und nur Murat fiel aus der Reihe, spielte algerische Marine, da dann das U-Boot und rammte uns und andere, aber keiner nahm es übel. Nach einer knappen Stunde heftigen Planschens hatte ich dann die Nase auch im Sinn des Wortes voll und ich wollte nach hause, denn jeder Meter mehr im Wasser wäre schon olympische Disziplin und damit zuviel für mich gewesen.
Da das Wasser ziemlich chlorhaltig war, geleitete Bine mich noch in die große Dusche für die Lahmen, wo sie auch gleich meine, dann doch ziemlich unheilige Waschung übernahm. Wir trockneten uns ab, sie half mir in meine Lumpen und verabredeten, eine solch nasse Aktion von nun an mindestens einmal die Woche zu unternehmen, denn die Bewegung im Wasser hat uns beiden gut getan und wir wollten ja auch beide bis zu unserem nächsten gemeinsamen Urlaub im August fit für die Reise sein, auch wenn eine Kreuzfahrt für gewöhnlich eher weniger anstrengend sein soll. Ich weiß es nicht genau, denn das wird meine erste und mit ziemlicher Sicherheit auch meine letzte Kreuzfahrt sein, denn meine Haustiere weigern sich noch immer ziemlich heftig, mir ein paar Dukaten zu scheißen.

Für die, hier leider üblichen anonymen Wut und Belehrungsausbrüche, anonyme Beschimpfungen durch Mutanten, Idioten, also peinlichen Nenschen und Mantelkindern, die Kommentarbereich und Gästebuch nicht trennen können, oder auch nur für Kommentare, bitte hier klicken!