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Spielzeiteröffnung

Heute war nun der Arbeitstechnische Beginn meines zweiten Lebens, der mit der Spielzeiteröffnung des Friedrichstadtpalast mit der Ankündigung des Intendanten zu den Vorhaben des Hauses für die Spielzeit bis ins Jubiläumsjahr des Friedrichstadtpalast, 2004. Nächstes Jahr wird der Palast auch schon 20 Jahre und ich bin seit 1984 mit der Unterbrechung durch Krankheit dabei.
Also eigentlich eine besondere Spielzeit, die Zwanzigste. Sascha, der Intendant, war auch entsprechend und zu recht stolz, denn 20 Jahre in beiden Deutschlands fast immer und jeden Abend 2000 Plätze zu verkaufen, das darf man dann schon als eine Leistung betrachten. Ich war erstmal da und erstmal etwas enttäuscht, denn das Orchesterbüro, mein ehemaliger und zukünftiger Wirkungsbereich war verschlossen und keiner da. Auch vom Orchester war nicht viel zu sehen. Zwei Dirigenten und ein Posaunist. Das war alles schon mal anders. Umso mehr freute sich mein Chef und Chefdirigent, dass wenigstens ich angehumpelt kam. Nach einer kürzeren Fachsimpelei über die Qualitäten des Robbie Williams gingen wir in den Saal.
Da war der Intendant mit seiner Rede zugange und er begrüßte, wie jedes Jahr die neuen und alten Kollegen und auch die Sänger und Gastregisseure, die für diese Spielzeit geholt worden waren. Als er so bei diesen Gästen war, dachte ich, mich trifft der Schlag gleich nochmal, als er in einer Reihe mit den Sängern sagte, dass auch der Schubi wieder da ist, der solange krank gewesen war. Ich bekam spontan Applaus von den ca. 150 Leuten, die trotz des warmen Wetters und trotz Theaterferien den weg ins Theater gefunden hatten. Ich bin ja Einiges gewohnt, aber Applaus dann nun doch nicht. Den hatte ich mit meinen Zeiten als Rockmusiker abgehakt. Er tat mir aber gut, denn dann hab ich im realen Leben wohl doch nicht nur Mist gemacht, wie mich einige virtuelle Kurzhälse so gerne glauben machen wollen, die öfter mal ihren geistigen Stuhlgang in meinem Gästebuch meiner HP entleeren zu müssen glauben. Mit anderen Worten, Schubi ist back. Zurück mit dem Segen von ganz oben, aus einer Ecke, wo ich das nie für möglich gehalten hätte, denn als Behindertenvertreter erst im Personal und dann im Betriebsrat, gab es ja früher die ein oder andere heftige Zoff über alles und jeden.
Betriebsrat habe ich auch meine Reanimation zu verdanken, denn meine Freunde Till und Martin haben mich die ganze Zeit meiner Krankheit nicht einen Tag fallengelassen und daher bin ich jetzt wieder da wo ich bin. Bis zu meinem ersten wirklichen und vor allem bezahlten Arbeitstag müssen noch einige wenige bürokratischen Klippen genommen werden, aber davor habe ich nach diesem Auftakt heute nun wirklich keine Angst. Mich würde nur noch interessieren, ob der Generaldirektor von VW auch einen Abteilungsleiter öffentlich vor versammelter Belegschaft begrüßen würde, wenn der drei Jahre krank war. Einiges ist erfreulicherweise hier dann doch noch etwas anders.