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Stalinismus im Internet

Wenn junge oder auch alte deutsche Europäer mit ihrem Leben völlig unzufrieden sind, müssen sie das offensichtlich auch irgendwo loswerden, wenn sie nicht nach Nordkorea oder China auswandern wollen. Da aber die allgemeine Unzufriedenheit für diesen Schritt auch wieder nicht auszureichen scheint, suchen sie einen Ersatz und der ist dann gerne mal das Internet.
Der ehemalige Platz für den Austausch von Information und scheinbar unbeschränkter Freiheit, das World Wide Web ist mit seinen zahllosen Foren und Chats, in denen die erstaunlichsten, meist selbstgezimmerten Regeln gelten damit zu einem Tummelplatz kleiner und kleinster Diktatoren mutiert.
Jeder, der ein Forum im Internet eröffnet, hat auf diese Art sofort sein eigenes Reich, das zwar nur virtueller Natur ist, aber wo er so walten und schalten kann, wie es ihm gerade beliebt.
Wenn diese virtuellen Herrscher dann noch Gleichgesinnte und ähnlich tief gelagerte Freunde suchen, geben sie zwei bis drei Möglichkeiten ab, in ihrem Forum zu schalten und nennen die die so gewonnen dann „VIP“ oder auch „Vertrauenswürdiger“, das ist von Forum zu Forum verschieden. Ich bin nun seit 1999 mehr oder weniger ununterbrochen online.
Erst freiwillig und dann, weil es mir anders nicht mehr möglich war, soziale Kontakte zu knüpfen und habe somit fast alle Arten von solchen Boards und so ziemlich alle Formen der virtuellen Diktatur, die dem nacktem Stalinismus mehr als ähnlich sind, jetzt hinter mir.
Ich für meinen Teil gehöre zu den Deutschen, die so etwas wie Freiheit allgemein und Meinungsfreiheit im Besonderen nicht als goldenen Löffel im Hintern in die Wiege gelegt bekommen haben, sondern zu dem Teil, der sich diese ganz normalen Elemente moderner Demokratie erst 1989 erkämpfen und ein paar üblen Stalinisten abtrotzen mussten und habe von daher noch eine feines Gespür und eine Ader, wenn diese Elemente mal wieder unterdrückt werden.
Alle Foren des Internets sind ja hierarchisch aufgebaut, mit ein oder mehreren Göttern, die sich meist durch nichts qualifiziert, Admins nennen, als einsame Diktatoren, die sagen, wo es lang geht, an der Spitze. Mit Demokratie haben solche Foren herzlich wenig zu tun.
Es sind allerdings weniger die ganz jungen Internetnutzer, die von Pubertät und Akne gequält, sich mal richtig austoben wollen, sondern vielmehr die sich selbst erwachsen fühlenden, vom Leben Enttäuschten, die sich aufführen, als wären sie Stalin oder ein anderer Führer. Es sind die „männlichen“ Vertreter meines letzten Forums, die schwer mit ihrer Bildung angeben, aber trotz oder gerade wegen dieser Bildung im Leben selbst noch nichts Vorzeigbares erreicht haben. Keine Arbeit zu haben, ist ja heute keine Schande, sondern eher leider normal.
Aber sich dann gesund im Internet verschanzen, dass ist einfach Verschwendung von Zeit und Leben. Ich hatte auch lange Zeiten ohne Arbeit in meinem Leben und habe da ehrenamtlich gearbeitet, nur um diese Zeit rumzukriegen. Internet hatte ich noch keines und hätte es auch nicht gebraucht, weil mein Leben ziemlich ausgefüllt war und ich genug zu tun hatte.
Wäre ich heute gesunder, als ich es bin, würde ich mich auch anders beschäftigen können, ohne virtuellem Gedöns nachjagen zu müssen. Dieses Zeug interessiert mich ja noch immer nicht, obwohl ich zuviel Zeit und keine Arbeit habe und für ein Ehrenamt im Leben diesmal zu krank bin. Aber selbst die Toleranz, die sogar vor 300 Jahren schon bei Friedrich dem Großen aktuell war, bleibt bei den „erwachsenen“ Titelträgern oder Vertrauenswürdigen völlig auf der Strecke. Da gibt es die Generation der 25 bis 40-jährigen, die in Hollywood nicht ganz umsonst die verlorene genannt wird, die in Deutschland schon wieder zu Extremen neigt.
Einige Leute, die vor ihrem Leben im Marathon davonlaufen wollen und andere, die in der dritten Welt auf Demokratietourismus machen und Wahlen beobachten, aber zuhause dann geladene Waffen unter dem Kopfkissen brauchten, um ihr Selbstwertgefühl wenigstens auf Normalmaß zu bekommen. Diese Leute können nichteinmal mehr argumentieren, wie sie es mal gelernt haben sollten, sondern sie bedienen sich des Mittels der Zensur, um damit normale Menschen zu knebeln, die für Waffen nur Abscheu empfinden.
Sie bewundern die stalinistischen Mittel der Unterdrückung und nutzen sie auch ganz gerne, aber fühlen sich schwer beleidigt, wenn man sie dann auch Stalinisten nennt. Ich habe fast 40 Jahre, vom Lehrer bis zum Chef, Stalinisten um mich herum ertragen müssen, weiß also wie diese handeln und möchte die sicher nicht noch im Internet haben. Wenn Leute von heute so denken und wie Stalinisten handeln müssen, dann ging es ihnen bis jetzt einfach noch zu gut. Ob nun mit oder ohne Arbeit!
Diesen Text widme ich den besonders betroffenen Herren von Nensch, die das Flamen zur Kunstform erhoben haben und bei denen alles, was sie nicht begreifen oder was ihnen nicht passt mit dem Prädikat und der Beschimpfung"Troll" versehen werden!

Für die übliche Wut und andere Ausbrüche, anonyme Beschimpfung durch Mutanten, Idioten, also peinlichen Nenschen und Mantelkindern, die Kommentarbereich und Gästebuch nicht trennen können, oder auch nur für Kommentare, bitte hier klicken!