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Stromausfall

Dieses Mal hat es meinen Stadtteil erwischt. Die BEWAG, die das Monopol auf die Berliner Stromversorgung hat, erfreute einige Stadtbezirke, darunter auch meinen, mit einem mehrstündigen Stromausfall.
Ursache erst einmal noch unbekannt, aber ich vermute, das da wie immer ein Bauarbeiter mit seinem Kran nicht an sich halten konnte und die völlig falsche Straße tief genug aufriss, um eine Hauptversorgung zu treffen und zu vernichten. Arbeit ganz wie zu Zeiten der DDR.
Nur war damals die Menge der Geräte im Haushalt, die nur mit Strom betrieben wurden und konnten, noch nicht annähernd so groß.
Maximal zwei Videorecorder, die Uhren liefen mit mechanischem Uhrwerk oder mit Batterien. Öfen wurden meist mit Kohle beheizt und später mit Gas und auch der Gasherd war relativ unabhängig vom Strom.
Um wie Vieles spannender ist da erst der neue deutsche Haushalt nach dem Millennium! Der halbe Haushalt schaltet sich plötzlich ab, wenn der Strom nicht mehr fließt.
Das Essen kommt ja via Elektroherd und Mikrowelle de Facto auch schon aus der Steckdose.
Lenin hatte Wohl seherische Fähigkeiten, obwohl seine Formel, Elektrizität plus Sowjetrussland gleich Kommunismus, ziemlich falsch war, hatte er den Ansatz ganz gut erkannt. Elektrizität plus Welt gleich Zivilisation und da wo am Meisten Strom verbraucht wird, ist die moderne Zivilisation am weitesten.
Allerdings auch am weitesten abhängig davon. Wäre ich in Kabul geboren, würde ich bei Stromausfall meine Kalaschnikow im Schein einer Fackel weiter putzen, oder wäre ich auf Waltons Mauntain geboren, im Schein einer Ölfunzel mein Buch weiter lesen.
Aber nein, ich wohne in der deutschen Hauptstadt, wo seit Dreißig Jahren dieselben unfähigen Menschen, mit den großen Schalter spielen dürfen. Wenn da dann der Strom ausfällt, verabschieden sich zwei Computer bei mir und da ist es mit Fackel und Ölfunzel dann auch nicht getan und auch das Lesen von Büchern kommt ohne Licht an einem trüben und dunklen Herbstag nicht unbedingt gut.
Nur würde ich hier offenes Feuer entfachen, wie die Taliban in Kabul, oder auch nur eine Ölfunzel entzünden, wie John Boy Walton auf Waltons Mauntain, würde bei meinem Glück die Wohnung sofort in Flammen stehen und ich hätten leichten Protest zu erwarten.
Erst von der Feuerwehr, die mir die Tür eintreten würde und dann vom Vermieter, der seine Investition, die Wohnung, nach nur acht Jahren schon ernsthaft gefährdet sehen könnte und mir dafür dann den Mietvertrag um die Ohren hauen würde.
Zumal ich ja auch nicht allzu sehr betroffen war.
Dem armen Schwein, das die ganze stromlose Zeit im Aufzug feststeckte, wie ich später erfuhr, ging es da schon eine ganze Ecke dreckiger, denn der konnte nicht einmal aufs Klo.
Es ist nur sehr bezeichnend für den Stromversorger BEWAG, dass er selbst in der gesamtdeutschen Hauptstadt Berlin die sichere Stromzufuhr nicht garantieren kann. Schlendrian aus den Zeiten der DDR, aber dieses Mal für eine ganze Menge harter Euro.