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Supermarkt

Auch der Mensch im Jahre Drei nach der Einführung des Kontokillereuro möchte sich versorgt wissen, so auch ich.
Also schlendert man zum Supermarkt seines Vertrauens, der bei mir zwei Ecken weiter ist und sich via Schild als „Verbrauchermarkt Kaisers“ outet und der Tengelmanngruppe zugehört. Soweit, sogut. Hätte es da nicht 2001 diese Geldentwertung Namens Euro gegeben, wäre der Laden an sich nichtmal erwähnenswert. Man trottet jetzt nur an den Regalen lang und dreht im Kopf jeden dieser Gottverfluchten „Cents“ so sehr um, wie man noch kein Geldstück zuvor gehütet hat. Nichteinmal die wertvolle D-Mark zu Ostzeiten war so rar wie jetzt dieses Eurogelumpe! Wenn man die hatte, gab man die eben aus und fertig. Man hatte ja irgendwie immer genug Ostgeld und Quellen, wo man dieses mehr oder weniger schmerzfrei umtauschen konnte. Den Euro hat irgendwie kaum einer. Zumindest, was eine Mehrheit des deutschen Volkes angeht und in diesem Fall gehöre ich so richtig dazu. Gerade bei den WtB, den Waren des täglichen Bedarfs, wurde so interessant in Euro umgerechnet, das sich daraus die Kleinigkeit einer Preissteigerung von lächerlichen 100 Prozent ergibt, weil man nur die Währung 1 zu 1 änderte und aus DM einfach Euro machte und bei sowas mutiere ich zu Ebenzer Scrooge, dem Geizhals von Charles Dickens.
Nur ist diese Binse aber nicht mein Thema, sondern eher ihr Umgang damit. Damit ist auch eher der Umgang mit dem Eurozahlenden Kunden gemeint und der ist in Deutschland nach wie vor so, als würden da lästige Bettler die Verkaufseinrichtungen stürmen und keine Kunden mit angeblichem Königsstatus, die sogar noch ihr Geld da lassen wollten. So begierig die Kundschaft auch sein mag, ihr Geld bei Kaisers zu lassen, so wenig interessiert zeigte sich der „Verbrauchermarkt“. Da, wo man zu Zeiten der D-Mark wenigstens noch zwei bis vier Verkaufskräfte sah, waren nun außer der suchenden Kundschaft nun gar keiner mehr zu sehen und von den acht Kassen war nur eine so mutig und hatte geöffnet. Quasi als Ausrede dafür, das man nicht stehlen solle. Tengelmanns Kaisers wollte die Kohle der Kundschaft zwar um fast jeden Preis, aber mit möglichst geringem Personalaufwand. Wäre nicht das überquellende Angebot an Waren gewesen, hätte ich sofort einen Eid ablegen können, dass ich in einem Konsum in der DDR stehe. Damals gab es nichts Anständiges zu kaufen und die (Fach)Verkäuferinnen standen auch gerne mal rum und zeigten gerne, dass sie diese Arbeit nur hatten, um dem maroden Staat nicht noch mit Arbeitslosen zu belasten.
Sie waren schlicht desinteressiert am Kunden. Nur heute gibt es fünf Millionen Arbeitslose und immer noch Desinteresse und das bekomme ich nicht gebacken. Wie es anders und besser geht, bewiesen die fliegenden asiatischen Händler vor dem „Verbrauchermarkt“, die da verbotenerweise günstige Zigaretten für unheilbar süchtige Raucher wie ich einer bin, feilboten. Die kamen gerannt, rissen die Türen auf und wollten helfen wie es nur geht, auf das man ihnen doch bitte eine Stange abkauft. Nun für 17 Euro die Stange werden die meisten Raucher mal kurzfristig ansatzweise kriminell und greifen da zu. Erst recht, wenn man gerade die deutsche Servicewüste hinter sich hat und über jeden ausgegebenen Euro als einem Zuviel ärgert. Jeder weiß um die Unterschiede bei der Verkaufspolitik in den verschiedenen Wirtschaftsregionen. Politiker und Wirtschaftsverbände haben aber mehr Freude daran über schlechten Umsatz zu jammern, als auch einfach nur diese kundenfeindliche Verkaufsstrategie zu ändern. Die ändert sich sicher erst dann, wenn auch die letzte Oma ihren Enkel bitten wird, für sie mal eben übers Internet Seife aus den USA und Getränke aus Asien zu ordern. Fern ist dieser Tag nicht, denn schon jetzt kann man billige Medikamente in Holland holen und bald auch billige Stützstrümpfe bei Ebay ersteigern. Ein jeder von uns hat schon seine Adressen. Ich meine auch.