About me
   Verfasstes
   Internetfamilie
   Fotos
   Friends
   Tiere
   Links
   Guestbook
   Diverse Bilder
Supernanny und Co

Wenn ich den Fernseher zu einer fast beliebigen Zeit einschalte und auf den Privaten herumzappe, Frage ich mich, was eigentlich mit den Deutschen von heute los ist.
Die bekommen ja ohne Hilfe fast nichts mehr alleine gebacken.
Sie rennen zu den Privatsendern, wenn sie eine Wohnung malern sollen, wenn sie Probleme mit den kleinen Kindern(!) haben, oder aber, wenn sie sich nur mit ihrem Partner aussprechen wollen!
Das die Deutschen in den Talkshows nun die letzte Grütze ablassen und sich vor laufender Kamera am liebsten gegenseitig anonanieren würden, ist ja nicht der neuste aller Hits. Der letzte Schrei ist es ja, beim Privatsender RTL anzurufen, wenn man mit den eigenen Bälgern, die man erst einmal haufenweise in die Welt gesetzt hat, nicht mehr klarkommt.
RTL schickt den behämmerten und machtlosen Eltern eine ausgebildete Pädagogin für Kinder in die Wohnung und auf die Pelle, wenn deren muntere Rotzlöffel auf einmal zu kleinen Terroristen mutiert sind.
Dort, wo unsere Eltern uns mehr oder weniger einfach nur erzogen haben, rücken dann diese „Nannys“ den aufsässigen Teppichratten mit ausgeklügelter Hithetech und noch ausgefeilteren Schlachtplänen an die kleinen und tobenden Leiber.
Wenn Mütter sich heutzutage mit 28 auch gleich vier Bälger zulegen, die dann die Sau rauslassen können, ist das Chaos an sich ja schon vorprogrammiert.
Wenn man den Gedanken dieser Art von Reality TV mal konsequent zu Ende denkt, werden eines Tages auch Redakteure und Moderatoren in die Familien geschickt, die dann nicht nur da malern, die Kinder erziehen und bei jedem Dreck beratend zur Seite stehen, sondern sie werden die Gören auch mal vor laufender Kamera selbst zeugen müssen, weil Männlein und Weiblein auch eines fernen Tages keine Ahnung haben werden, wie das funktioniert.
Das wäre dann Porno zur Primetime oder auch schon am Nachmittag, je nach Stimmung und Laune des Programmchefs.
Es scheint so, als wäre das Volk der Deutschen zu einem Volk der Hilflosen geworden, die ohne das Privatfernsehen und deren absurde Reality Shows bald nichts mehr auf die Reihe bekommen. Eigentlich war das absehbar, denn mein Onkel aus Westberlin hat schon 1974, also vor 30 Jahren, stolz aufgezählt, für welche Nichtigkeiten er Zuhause alles eine Service benötigte, weil er zwei linke Hände mit 10 Daumen habe.
Dabei war der gute Mann eigentlich selbst ein Tischler, der selbst von der Unfähigkeit anderer Leute mit Holz umzugehen lebte. Wenn bei ihm am teuren Auto die Zündkerze rußte, holte auch er einen Service oder fuhr in die Werkstatt, anstatt das Ding mal selbst zu wechseln.
Mir schwante schon damals, dass da was nicht stimmen konnte und die Westdeutschen eindeutig zuviel Geld haben müssten, wenn sie das für Service verplempern können.
Dieses Manko haben die Privatsender als ein Solches erkannt und bezahlen nun eigene Experten, die den Leuten dann mit einem Kamerateam auf den Pelz rücken und mit dem gefilmtem Schwachsinn dann mittlerweile sehr viel, zu viel Sendezeiten auf sehr vielen Sendern füllen.
Irgendwie klang das alles ganz anders, als die ersten Privatsender 1984 an den Start gingen und große und bunte Unterhaltung versprachen. Spätestens 2000, als das erste Big Brother auf Sendung ging, war der inhaltliche Niedergang der Privaten für jeden sichtbar gemacht. Wer nun nicht in einen Container oder in einen Gulag bei Big Brother will, der wird von den Privaten ganz einfach mit Supernanny und bezahltem Handwerkervolk belästigt. Zumindest solange, wie die Deutschen unfähig sind, ihre Hände und den Kopf selbst zu benutzen und ihnen ihre unerzogenen Blagen aus dem Ruder laufen! Da fragt man sich doch automatisch, wie unsere Eltern uns groß bekommen und ihre Wohnungen alleine eingerichtet haben können?
Das kann ja nicht alles nur Glück gewesen sein!