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Talksterben

Als Ende der Achtziger und Anfang der Neunziger die privaten Sender die deutschen Wohnzimmer mit der höchst amerikanischen und höchst zweifelhaften Errungenschaft der Talkshows zu überfluten begonnen hatten, wurde nicht nur das Ende jeglicher Zivilisation und der Sitten im deutschen Fernsehen prophezeit, sondern auch gleich noch das Ende der privaten Sender.
Die Sitten verkamen gründlich, aber die Sender blieben. Hans Meiser, der Saurier des Talks am Nachmittag eine der ersten täglichen Talkshows bei RTL installierte wäre sicher nicht auf die Idee gekommen, das dieses amerikanische Format nur 12 Jahre später an der Ideenarmut der Macher und an der Primatwerdung der Talkgäste.
Während es 1992 wohl noch reichte, das Talkgäste meinten, ihr Eheprobleme zu Hans Meiser ins Fernsehen schleppen zu müssen, wie das Internet zu berichten weiß, kann man sich heute in einer recht lustigen Zusammenfassung der noch existierenden Talkshows ansehen, wie die Talkgäste verbal die unterste Schublade menschlichen Daseins reflektieren, oder je nach Thema, asoziale und oder so richtig fette Gestalten von drei Zentner aufwärts ihr erfülltes Sexualleben Preisen und dabei noch glücklich kiloweise Cellulite in die diversen Kameras halten und ein Publikum, das mittlerweile auch zu bloßem Klatschvieh verkommen ist. Ein prüfender Blick auf die Talkshows in Amerika hätte aufgezeigt, wie leicht und wie schnell aus dem zahmen homo sapiens Talkgast homo vulgaris werden können, die sich vor jeder erreichbaren Kamera dann auskotzen und sich bei Bedarf und meist zum Entsetzen des Publikums dann sogar auszogen.
In den prüden USA werden Talkshows da gerne auch mal als Anlass genommen, die zuhause sehr verklemmte Sau raus zu lassen. So sehr, dass den prüden Amerikanern dann tatsächlich nichts Besseres einfiel, als im Land der angeblich grenzenlosen Freiheit dann jedes dritte Wort mit einem Geräusch, einem dummen Piepton, unkenntlich zu machen. Dieser Unfug wurde im deutschen Fernsehen dann auch wieder 1:1 übernommen, obwohl der verblödende Einfluss weniger an den ohnehin üblen Talkgästen liegt, als vielmehr an der armseligen Auswahl der Themen.
Da sich auf Dauer kein Schwein wirklich dafür interessiert welches, von irgendwelchen jungen Schlampen in die Welt geworfene Kind nun zu welchem Triebgesteuertem Vater gehört, kommt man immer wieder auf den Dauerbrenner Sex als Thema. Nicht, dass da nicht auch schon alles gesagt sei, aber Sex als Thema lockt wohl immer wieder ein Publikum vor den Fernseher. Nur die Rechnung der Macher ging eben nicht auf, dass sie dabei auch noch die Talkgäste und das Saalpublikum im Griff hätten. Die scherten sich einen Scheiß um Etikette und Political Correctness und brüllten unkontrolliert drauf los. Bei der Show um das Gespräch ist dieses also schon länger verstorben und die fähigen Moderatoren sind entweder auf Rente oder machen anständige Sendungen. Man könnte meinen, die Talkshow ist eine Erfindung der CIA, die dazu dienen soll, das Volk zu verblöden. Wenn dem so ist und alles spricht dafür, ist die CIA zum ersten Mal in ihrer Existenz in großem Rahmen erfolgreich gewesen.