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Tanz auf der Asche

Ich habe mir endlich mal die Zeit genommen, mir den Film „Der Untergang“ von Oliver Hirschbiegel und Bernd Eichinger anzusehen. Mit großen Überraschungen habe ich nicht gerechnet, denn mit den Fakten bin ich vertraut, seit ich 12 Jahre alt bin. Da hatte die Bildung in der DDR der des Westens einiges voraus.
Auf die Handlung muss ich nicht näher eingehen, denn die ist Geschichte. Der Film zeigt aber ziemlich eindringlich und nachhaltig, was ich schon weiß, aber vielen Deutschen offenbar noch neu zu sein scheint, denn anders kann man den Erfolg der neuen Rechten in Deutschland einfach nicht erklären. Es ist ein sehr guter Film über sehr böse Menschen und sehr böse Dinge, die ja tatsächlich so passiert sind.
Mir ist völlig klar, warum viele Westdeutsche mit Thema und Film etwas überfordert sind, denn anders, als im Osten, der DDR gehört der Umgang mit dieser Art der Geschichte nicht zum alltäglichen Umgang in den Schulen und wird gerne verschwiegen und zurechtgebogen.
Es gab ja sogar mal einen Bundeskanzler, der sogar als studierter Historiker mal von „der Gnade der späten Geburt“ gefaselt hat.
Dieser Film war bitter nötig und kommt vielleicht sogar mindestens 30 Jahre zu spät, wenn man bedenkt, das noch immer eine „christliche“ Partei einen Nazirichter wie Hans Filbinger beherbergt, der 2004 sogar den Bundespräsidenten des neuen Deutschlands mitwählen durfte, nachdem er schon 1978 aus allen Ämtern getreten wurde.
Einige Deutsche lernen eben nichts.
Zurück zum Film. Ich habe in meinem Leben ja schon eine ganze Menge Filme über und mit einem Adolf Hitler gesehen und die seltsamsten Hitlerdarsteller erlebt, aber Bruno Ganz ist mit Abstand der Beste.
Er konnte dieser toten Bestie tatsächlich wieder Leben einhauchen und zeigt, wie er wie, gefangene Ratte in ihrem Bunker hockt, noch immer von „jüdischer Weltverschwörung“ faselt, wild herumbrüllt und Armeen befehligt, die es längst nur noch auf dem Papier gab. Umgeben von der ersten Garnitur Deutscher Schauspieler, die ziemlich authentisch die schon sklavisch ergebenen Marionetten des wahnsinnigen „Führers“ geben und sogar wie Joseph Goebbels noch nach Hitlers Tod Menschen im Namen der „Bewegung“ umbringen und wenn es, wie bei Goebbels, die eigenen sechs Kinder sind, die Magda Goebbels in der Nacht vergiftet. Es ist gespenstisch, wie welche Handlung sich da auf mehreren Ebenen abspielt.
Während unten im Bunker noch die Frauen auf dem Tisch tanzen, um Hitlers 56. Geburtstag zu feiern, tanzen sie dabei auf der Asche Deutschlands, denn nur ein Stockwerk darüber rennt das letzte Aufgebot dieses Deutschlands, die Kinder und Greise des Volkssturms bewaffnet und mit offenen Augen in den fanatischen und völlig unsinnigen Tod. Dieser Film war nicht umsonst für einen Oscar nominiert.
Er hätte ihn bekommen sollen.
Außerdem sollte er Pflicht in jedem deutschen Geschichtsunterricht sein.
Noch bevor die ersten dümmeren Kinder wieder auf die braunen Parolen hereinfallen, die schon wieder zum Alltag in Deutschlands gehören.
Wertung von mir klare 10/10!