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Tanz der Untoten

Nein, es sind nicht Roman Polanskis beinahe sympathische Vampire, die diesmal bei RTL und Pro7 den Bildschirm bevölkern, sondern es sind Schlagerstars und Sternchen, die es vor Jahrzehnten zumindest mal gewesen sind. Nachdem nun massenhaft unfähige Küken in den Rang eines Superstars gelobhudelt worden sind und dieses Konzept schon anfing zu nerven, ändert man jetzt die Strategie und jagt jetzt die Alten der Branche wieder auf die Bühne, von denen man eigentlich ziemlich froh war, das man nichts mehr von ihnen hörte. Erinnert sich noch eine Sau an Andrea Jürgens und ihr Liedgut, oder möchte man wieder zu Tony Marshall schunkeln? Ich hab die Jürgens unter Vergessen abgelegt und war eigentlich ganz zufrieden.
Tony Marshall war einer der Helden meines seligen Stiefvaters, die ihn zu wilden Tanz und Stimmungseinlagen hingerissen haben, wenn er dank einer Feier wiedermal mit Alkohol zugeschlagen hatte. Mein Vater war kein Säufer, aber einmal im halben Jahr riss es ihn um. Dann tönte sehr zur gedämpften Freude der Restfamilie, also meiner Mutter und mir, die elterliche Wohnung voller „Stimmungsmusik“ und mein ansonsten schwerfälliger Vater wurde gelenkig und versuchte sich sogar im Kasatschok, wenn es ihn erwischte und diese russische Melodie dabei war. Nun ist mein Vater seit einiger Zeit verblichen und ich glaubte, hoffte und betete, dass dies auch für „seine Musik“ galt. Er ruhe in Frieden und die Musik seiner Zeit würde das auch tun, würden die Privaten nicht ihre nekrophile Züge offenbaren und die Gräber des vergessenen Musikguts öffnen.
Auf RTL macht das noch ganz sympathisch Olli Geißen, aber bei Pro7 quäkt viel weniger sympathisch die unvermeidliche Arabella, die man eigentlich schon dieses Namens wegens aus der Medienlandschaft heraushalten sollte. Das Thema NDW auf RTL gleitet ab und Schlagermumien wie Peter Alexander und Vicky Leandros werden ans Licht gezerrt, weil man den Begriff „Neue deutsche Welle“ offenbar nicht verinnerlicht hat.
Die Beiden haben mit der NDW ja genauso viel zu tun, wie schales Malzbier mit Weizenbier. Nun denn. Auf Pro7 versucht ein gewisser Herr Drews ein Comeback, wobei mir neu ist, das dieser Mediengeier aus Mallorca überhaupt auch nur eine Sekunde weg gewesen ist, so oft wie er und die Titten seiner Ramona in letzter Zeit die Bildschirme beleidigten. Auf RTL hingegen wird es putzig, wenn die sehr jungen Söhne von Stefan Remmler, dem Sänger der legendären Band Trio, das „Da Da Da“ intonieren, das 1983 jeden Tanzboden zum kochen brachten.
Da werden bei mir auch mal gute Erinnerungen wach. Auf Pro7 macht sich derweil ein gewisser Coolio zum Affen, den ich schon in den Achtzigern zum Teufel wünschte. Da war er wohl auch jahrelang gewesen, bis ihn Pro7 da dann für diese Sendung auslöste.
RTL entschädigte mit der Spider Murphy Gang, aber nur, um zu Bernd Clüver abzurutschen. So weit, so schlecht, als dann der erstaunlich lebendig wirkende Tote Roland Kaiser von seiner „Santa Maria“ herumtönte und weißhaarige Groupies wohl feucht im Schritt die Bühne bei RTL stürmten, um sich von Kaiser einen Schmatz auf die faltige Wange geben zu lassen und der das auch noch mitmachte, hatte ich die Schnauze voll und schaltete aus, denn ich hab weitaus bessere Horrorfilme auf DVD und dieser Winterabend auf dem Friedhof des guten Geschmacks war erstmal zu Ende. Wobei irgendwie passend war, dass die Beckmann auf der ARD der Gruftanwärter Juppi Heesters zu Gast war. Fernsehpublikum in Altenheimen scheint zu verpflichten.