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Tarantino im Krieg

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Als ich zum ersten Mal von Tarantinos neuste Film „Inglourious Basterds“ gehört und gelesen habe, dachte ich irgendwie nur ein schlichtes Remake von Robert Adrichs „Das dreckige Dutzend“ von 1967 vor Augen, aber das Einzige, was Inglourious Basterds mit dem Dreckigen Dutzend gemein hat, ist absolute Starbesetzung, bei der nicht einmal ein Til Schweiger allzu negativ auffallen konnte, denn er war nur ein bekanntes Gesicht von vielen.
Die Riege der deutschen Schauspieler war so gut und großartig wie das Drehbuch von Quentin Tarantino. Allen voran ein überirdisch guter Christoph Waltz, der als SS-Standartenführer Hans Landa alle anderen Protagonisten dieses Films, Megastar Brad Pitt eingeschlossen, gleich mehrsprachig an die Wand spielte. Eine Leistung, die nach meinem Ermessen doch mit mindestens einem Oscar gewürdigt werden sollte.
Der Plot des Films und fast ähnlich wie die vom „Dreckigen Dutzend“ von 1967. nur sind die Basterds nicht aus einem Haufen Verurteilter rekrutiert, die nur so am Leben bleiben können. Diesmal sind es jüdische Freiwillige, die unter dem Kommando von Brad Pitt als indianischem Lt. Aldo Raine, die ganz freiwillig nur eines im Kopf haben: Sie wollen jede Menge Nazis töten und diese als Beweis für deren Ableben nach guter amerikanischer Sitte dann zu skalpieren. Dreh und Angelpunkt der Handlung ist dann ein Kino in Paris, in dem die ganze Führungselite der Nazis die Premiere eines Durchhaltefilms über den Scharfschützen Frederick Zoller, sehr gut und auch mehrsprachig gespielt von Daniel Brühl, feiert und wo nicht nur die Inglourious Basterds den Nazis ans Leder wollen, sondern auch die jüdische Besitzerin des Kinos einen Anschlag plant.
Diese ist einer Metzelei von SS-Standartenführer Hans Landa zu Beginn des Films entkommen und bei der schließt der Gedankengang des Quentin Tarantino dann auch.
Der hat, zugegeben, eine recht eigene Sicht auf den Verlauf der Geschichte, aber genau daher geht man ja auch ins Kino. Wer nur wissen will, was damals wirklich geschah, dem reicht auch eine Dokumentation über Hitlers Fußpfleger on Guido Knopp im ZDF.
Mir und der besten Freundin von allen ist da dann doch das Kino lieber, in dem Quentin Tarantino seine ganz eigene Interpretation vom Verlauf des Zweiten Weltkriegs zeigt.“Inglourious Basterds“ ist ein sehr unterhaltsamer Film, in dem es sehr textlastig, aber teilweise auch recht blutig zugeht, aber die knapp 160 Minuten waren, bis auf ein paar erklärende Längen in Kapitel 1, keine Sekunde langweilig. Auf meiner Wertung gibt es eine glatte 10/10 und ich hoffe, die Academy of Motion Picture Arts and Sciences würdigt die Leistung von Christoph Waltz mit einem Oscar. Ich zumindest werde ihn mit dem Kauf der DVD belohnen, denn Tarantino hat seine Krise überwunden und hat aus einem faden Thema einen unterhaltsamen Film gemacht.
Nach „The Wrestler“ und „Illuminati“, der sich angenehm von seinem Vorgänger "Da Vinci Code - Sakrileg" unterschied, war „Inglourious Basterds“ der dritte Kinogang von vier, der wirklich gelohnt hatte. „Brüno“ ging an mir vorbei, denn den fand ich zumindest weniger überzeugend als sein Vorgänger „Borat“. Aber „Inglourious Basterds“ hat einiges wieder ausgeglichen. Film, mit dem Tarantino nach 15 Jahren wieder an die Qualität von "Pulp Fiktion" heran reicht.





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