About me
   Verfasstes
   Internetfamilie
   Fotos
   Friends
   Tiere
   Links
   Guestbook
   Diverse Bilder
Telenovela

Das sind diese unendlich bescheuerten Daily Soaps, die in den Siebzigern und Achtzigern aus Südamerika für das, damals noch öffentlich/rechtliche deutsche Fernsehen gekauft wurden und mit denen die Nachmittage der Sender gefüllt wurden. An einzelne Namen kann ich mich nicht erinnern, aber das wäre auch wertlos, weil die einfach zu schwachsinnig waren und das haben sich ohnehin nur sehr wenige Serienjunkies angetan und damals hatte ich noch keine Zeit für so etwas.
Das Schema war aber auch oberflächlich betrachtet, immer dasselbe. Wahlweise junges armes, männliches oder weibliches Aschenputtel trifft auf reiche Prinzessin oder eben Prinz, die oder den es im Verlauf der 32 648 Folgen Telenovela eben mit mehr oder minder raffinierten Tricks eben zu erobern gilt.
Waren es damals, ganz südamerikanisch, noch Ölbarone und Haiziendabesitzer, ist es heute bei Sat1 ganz einfach ein Chef in Berlin, weswegen diese deutsche Telenovela der Machart von Sat1 gemäß und ziemlich spannend „Verliebt in Berlin“ genannt wurde und nicht etwa “Geil auf den Chef in Hannover“ oder „Nach oben schlafen in Koblenz“.
Es herrschte mächtig Phantasie bei den Machern von Sat1. Aber soviel Phantasie, sich vorzustellen, dass die Quote fürchterlich wegbricht, wenn man das Zugpferd der letzten Jahre, die Harald Schmidt Show rausekelt, hatte bei Sat1 dann wohl doch keiner gehabt. Harald Schmidt witzelt nun recht erfolgreich in der ARD und Sat1 will nun mit einer Telenovela das verjagte Publikum begeistern, zurückholen und die Quote wieder nach oben bekommen.
Nur mit dem gleichen Erfolg könnte sich auch eine Abtreibungsklinik im Petersdom in der Vatikanstadt einmieten wollen, denn wenn die Deutschen Aschenputtel haben wollen, lesen sie das bei den Gebrüdern Grimm nach oder schauen Walt Disney und lassen sich nicht auf Sat1 mit Werbung für Binden und schmackhaften Tampons nerven.
Die neuen, amerikanischen Eigner des ehemaligen Imperiums von Leo Kirch haben sich in Sachen Comedy ganz alleine und ziemlich dauerhaft kastriert, als sie Harald Schmidt die geforderte Gage verweigert haben.
Selbst wenn diese übertrieben hoch schien, der Mann hat immerhin fünfmal die Woche die halbe Nation zum Lachen gebracht und soviel arbeitet kein Politiker, der keinen zum Lachen bringt, aber ähnliche Summen für nichts kassiert. Die ARD hat das erkannt und holte ihn für ein mächtiges Geld wieder Heim und dort erheitert er nun zweimal die Woche die interessierten Deutschen.
Für die Comedyfans bei Sat1 bleiben nur „Genial daneben“ und „Was guckst Du?“ von Kaya Yanar. Für die Masochisten gibt es eine phantastische Telenovela, die ich mir natürlich auch verkneifen werde!