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Ten Years After

Rudi

Das ist englisch und heißt soviel, wie Zehn Jahre danach und war der Name einer Rockband, die der Gitarrist Calvin Lee 1967 gegründet hat und die bei Woodstock 1969 für einige Furore sorgte. Nur darum geht es hier nicht. Hier geht es um die wörtlichen zehn Jahre und um das schöne Ritual, von seinen alten Kollegen noch 10 Jahre nach der letzten Zusammenarbeit zu den Orchesterpartys eingeladen zu werden, zeigt mir, was genau früher besser war.
Kollegen, die mehr sind als ein Haufen von Menschen, die man täglich im Theater sieht. Es sind über die Jahre Freunde geworden, die einen teilhaben lassen.
In einer Zeit der Massenarbeitslosigkeit, in der viele Menschen erst gar keine Kollegen bekommen und gar nicht wissen, was ihnen so entgeht. Meine Musiker sind noch immer nur 14, die aktiv sind, aber die Stimmung ist sehr viel besser geworden. Noch weniger Musiker und man könnte auch einen alten Kassettenrecorder hinstellen.
Dabei wurde nur ein Mensch ausgetauscht und das war der Chef. Der neue Dirigent ist mit 32 Jahren ziemlich jung, aber er soll musikalisch und menschlich besser sein. Selbst mein Freund, der Gitarrist, Rumpelrocker und Stiefschwiegerzwilling von Keith Richard, Rudi, der seit den achtziger Jahren mit jedem Chef unzufrieden war, habe ich zum ersten Mal rundum glücklich erlebt und er bekam sich kaum ein vor Freude über seinen neuen Chef. Diesmal war auch ein Urgestein aus meiner Anfangszeit bei der Party, der Dirigent Ulli De Veer, der 1985 in den Westen gegangen ist und da eine beachtliche Karriere hingelegt hat.
Er könnte mit seinen 68 auch längst Rentner sein, aber bei guten Musikern gibt es sowas nicht. Und er ist noch immer mit Künstlern aus Europa und den USA unterwegs, die man meist nur von Platten oder maximal aus Radio und Fernsehen kennt.
Meine Kollegen sind jetzt meine Freunde und ich war da, wo ich viele Jahre hingehörte und mich zuhause fühlte, unter Kollegen und Freunden. Für die war ich fast 30 Jahre der Schubi aus der Orchesterdirektion, der mit dem schrägen Humor, der viele Jahre ihr Ansprechpartner war. Alles noch unter dem alten Chef, wo sowas wichtig war. Nur meine Art zu feiern hat sich inzwischen stark verändert, denn ich trinke keinen Alkohol mehr. Da man in Deutschland mit EHEC auch eine Art Gemüse AIDS eingeführt hat, beschränkte sich mein Essen dann auch auf Würstchen vom Grill. Für ein Revuetheater laufen im Friedrichstadtpalast erstaunlich wenige Revuen und die Show, die da jetzt läuft, nennt sich „Yma“ und erinnert nicht nur vom Namen her an einen Fruchtbarkeitstanz der Mayas. Sondern ist auch musikalisch nicht der unbedingte Bringer. Musiker sind wahre Meister, was das Feiern angeht und meine könnten es erfunden haben, denn mit denen habe ich schon Gelage erlebt, die direkt aus dem Mittelalter importiert sein konnten. Ich muss mich aus bekannten Gründen zurückhalten, aber es ist schön, dich wieder mit einer großen Menge Leute unterhalten zu können, ohne dabei tippen zu müssen. Die Themen liefern das Leben und die Nachrichten. So haben auch wir einen erschreckenden Mangel an Fachkräften festgestellt.
Nur sehen wir den Mangel eher in der Führung dieses Landes, wo die Latte gerade ziemlich tief hängt. Um Regierungschef von Deutschland zu werden, muss man heute nur im Auftrag der SED Orgien für die FDJ organisiert haben und moralisch wie charakterlich recht wendig sein. Es war sogar förderlich für die Karriere im neuen Deutschland, wenn man im Dunstkreis der Stasiakten der Überwachung des Regimekritikers Robert Havemann auftauchte, denn es bewies die erforderliche Skrupellosigkeit um ein Amt für die Christen zu besetzen.
Jedenfalls haben alle meine Kollegen einen Hals auf sie, denn jeder fährt ein Auto und beleuchtet seine Wohnung. Auf Wunsch von Merkel mit dem Motorgift E10 und die Wohnungen darf man nur noch mit teuren Energiesparlampen beleuchten, weil beides dem Klima helfen soll. Der ästhetische Großangriff auf die Cover unschuldiger Filme wurde sogar mit besserem Jugendschutz begründet und so hat Merkel in das Leben von jedem hineinregiert, ohne einen erkennbaren Nutzen. Inwieweit ihr Krieg in Asien dem Klima dienlich war, ist bis heute ihr Geheimnis. Ich weiß nicht, inwiefern es zusammenhängen kann, aber seit wir eine selbstgerechte Klimakanzlerin haben, wird das Wetter in Deutschland kontinuierlich schlechter, die Winter kälter und länger und die Sommer kürzer und nasser.
Da sich soviel Aktivität beim Klima gerne auch mal auf Gartenpartys auswirkt, bin ich wieder gegangen als der Regen kam. Ich freue mich auf das nächste Jahr bei hoffentlich besserem Wetter auf meine Freunde und Kollegen, mit denen ich einen großen und besten Teil meines Lebens verbracht habe. Diese Partys könnte Merkel nur sprengen, wenn sie sich einschmuggelt und auf dem Tisch Striptease macht um die Leute zu erschrecken.

Ein Rückblick




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