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Teufelsaustreibung

Da fiel mir beim Einkauf im Pennymarkt auf dem Wühltisch doch glatt ein cineastisches Juwel meiner Jugend für acht Euro in die Hände, was ich natürlich mitnehmen musste. Es war „Der Exorzist“ Directors Cut von 1973, nur 2001 tontechnisch digital etwas aufgepäppelt und 10 Minuten länger mit Max von Sydow als Pfaffen, der sich mit dem Teufel anlegt. Dass war auch das, was mich 1975 so faszinierte, als ich den Film das erste Mal sah. Gevatter Teufel hat seit den Zeiten Goethes seine Prioritäten und Präferenzen verändert und steigt nicht mehr in Hunde, sondern seit 1973 sind es auch Frauen.
Im Film noch eine sehr sehr junge Frau, aber ich für meinen Teil könnte beschwören, auch schon jungen und alten Frauen begegnet zu sein, die besessen sind, aber das gehört nicht hierher. Im Film allerdings ist es die 12jährige Regan, erstklassig gespielt von Linda Blair, die vom Teufel ziemlich besessen ist und das auch auf die verschiedensten Arten zum Ausdruck bringt.
Die Tricktechnik ist mit ihren 33 Jahre zwar schon ziemlich veraltet, aber es hat noch immer seine Wirkung, wenn die 12jährige, besessene Regan im Stehen scheinbar 20 Liter auf einen Teppich schifft und dabei mit der Stimme eines Holzfällers alle Anwesenden verfluchte. Körperflüssigkeiten aller Art waren damals ein zentraler Ausdruck für Besessenheit und ich erinnere mich an eine Wiederholung 1985 im Privatsender Sat1, als Regan nach allen Regeln der Kunst etwas Grünes erbrach und Sekunden später die Werbung einsetzte, die mit einer Suppenwerbung von Maggie oder Unox begann, die aber im Angesicht der gerade erfolgten Aktion von Regan etwas an Zugkraft verlor.
Aber auch das fällt bei einer DVD ja eher flach. So kann man sich bei diesem Klassiker dann auch auf anderes konzentrieren.
So sind die Special Effects noch eher mäßig ausgelegt, denn der Film ist ja von 1973 und da gab es kaum welche und die Darstellung des Horrors beschränkte sich hauptsächlich noch auf die Maske, das Make Up. Das ist dafür umso grusliger und ich bin mir sicher, solchen Gesichtern bei Frauen mittlerweile auch schon begegnet zu sein, aber zurück zum Film.
Die Rolle des Exorzisten ist mit Max von Sydow ziemlich großartig besetzt, wenn man bedenkt, dass der Mann 1973 erst 44 war und auf alten Pfaffen geschminkt wurde.
Er sah mit 44 schon 1973 im „Exorzist“ so aus, wie er dann mit 73 im Jahr 2002 im „Minority Report“ aussah.
So ähnlich, wie bei Marlon Brando im „Paten“ nahmen die Maskenbildner das Aussehen im wahren Alter im Film einfach vorweg. Da recht unwahrscheinlich ist, das sich der echte Teufel in der Frau von ein paar lateinischen Sätzen beeindrucken oder gar vertreiben lässt, trugen sein Schauspiel und Linda Blairs Maske den ganzen Film und machten ihn damit zu einem Klassiker des unblutigen Horrorfilms, der in keiner Horrorsammlung fehlen sollte.