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The Rock

4. Tag Kurzbesuch bei der Familie mit Rundfahrt und heftigem Seegang

Auch wenn es ähnlich klingt, es war keine Visite im gleichnamigen Film auf Alcatraz bei Sean Connery und Nicolas Cage, sondern die europäische Version von The Rock ist Gibraltar mit seinem Affenfelsen, dem Stammsitz meiner, zu Recht entfernten Verwandten. Unterwegs dahin erfuhren wir Erstaunliches über Gibraltar, denn da leben nur 28 000 Menschen mit allen fünf Weltreligionen friedlich nebeneinander und in Berlin mit 3 Millionen Einwohnern kommen zwei Weltreligionen nicht miteinander klar.
Zu meiner Verwandtschaft hatte ich ohnehin recht wenig Kontakt, aber hin und wieder lese ich ganz gerne ein paar Zeilen von dieser väterlichen Linie meiner Verwandtschaft. Eben weil sie so fern von mir lebt. Und nun war ich mal da. Selbst Bine war gespannt, weil sie eine solche Verwandtschaft noch nie aus der Nähe gesehen hat.
Cousin Luis war noch etwas verschnupft, weil er zu meinem 45. Geburtstag schon nach Berlin kommen, mitfeiern, aber den Fernsehturm von außen hochklettern wollte und ich ihn daher wieder ausladen musste, aber der Rest der Verwandtschaft war da und freute sich mächtig.
Der kleine Cousin Lars, der gerade in die Pubertät kam, war so begeistert, mich zu sehen, dass er einer französischen Touristin in die toupierte Locke sprang. Aber wie Kinder eben so sind, viel zu schnell für meine Kamera. Meine Bitte, dies für die Kamera zu wiederholen, ignorierte der junge Mann und ließ sich lieber von Onkel Roberto den Pelz entlausen. Mir wurde diese Ehre diesmal nicht zuteil, weil ich mit zuviel Touristen da war und ziemlich arg nach Mensch gestunken haben soll, wie mir Onkel Robert ganz im Vertrauen erzählte.
Es war ohnehin ein großer Teil nicht gekommen, weil Cousin Luis die Sippe gegen mich aufgehetzt hat. Der Reiseführer, der in Gibraltar lebte, erzählte mir dann noch, wie gerne Schwager Carlos, Schwägerin Alma und ihre Familie sich bei ihm zum Essen einluden, wenn er nur die Fenster lange und weit genug offen gelassen hatte.
Bine fiel Tante Gisela sehr negativ auf, weil die sturzbetrunken in den Bäumen hing und eine Flasche Wodka nach der anderen auf ex nahm und dazu noch fröhlich kiffte. Ich entschuldigte mich für das Benehmen meiner Sippe und gab ihm zwei Euro Tip, also Trinkgeld, damit er diese freche Brut auch in Zukunft toleriere. Er akzeptierte und nun kann die Sippschaft weiter in Gibraltar randalieren, auch wenn ich wieder weg bin. Mit Bine verführ ich ähnlich, aber der reichte schon ein Kuss. Ich erfuhr dann noch, dass meine behaarten Verwandten hochgradig kriminelle Diebe waren, die sogar einen eignen Hehler in der Stadt hatten, aber das ist das Problem mit der Verwandtschaft, man sucht sie sich eben nicht aus. Die Begrüßung war dank Luis etwas unterkühlt, aber die Party zu meinem Geburtstag dann umso schöner. Ich schloss speziell den kleinen Cousin Lars in mein Herz und hätte ihn auch mitgenommen, wenn ich mehr Bäume in meiner Wohnung pflanzen könnte. Dann gab es doch noch einen tränenreichen Abschied und das Versprechen eines Gegenbesuchs in Berlin. Danach rief der Reiseführer zum Bus und es ging über die Gangway für Makaken wieder an Bord. Ich hatte das große Pech, immer diese Hühnerleiter aus dem fünften Stock nutzen zu müssen, wenn ich Landgang machen wollte. Nur, wenn ich nicht an Land wollte, ging das gut und bequem über eine Rampe zu ebener Erde. Dann ging es mit etwas Seegang, den die Mannschaft noch als gedämpft klassifizierte, der aber einen echten Mann, einem Stehpinkler, auf dem Klo schon in ernsthafte Schwierigkeiten bringen konnte, rüber nach Afrika, Marokko, nach Tanger und da wurde natürlich wieder die Hühnerleiter ausgefahren. Kerl, der ich war, wollte ich die blonde Bine nicht alleine in diese Stadt lassen, da die Araber für blonde Frauen ein recht eigenartiges Interesse entwickeln. Mein Schutzinstinkt forderte im Kampf mit der Schwerkraft seinen jährlichen Tribut und ich segelte mit kaum zu beschreibender Verve und zum völligen Entsetzen von Bine diese Hühnerleiter von einer Gangway runter. Als ich mich der Schwerkraft beugend, dann unten ankam, hatte ich mir zwar erstaunlicherweise nichts gebrochen, aber es brauchte drei starker Männer, um mich gestürzten Helden auch nur auf die Beine zu stellen und zwei weitere halfen mir dann die Gangway wieder hoch, wo ich mich dann zum innerlichen Verbluten erstmal in die Kabine zurückzog.