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The Swan

Mit dieser Sendung hat der Privatsender Pro7 dem Schönheitswahn endlich Gesicht und Substanz verliehen. Ziemlich erwachsene Haus und andere Frauen lassen vom Sender Eingriffe zahlen, die jede Kasse mit Recht ablehnen und entrüstet von sich weisen würde. Bezeichnenderweise spricht der Sender dann auch nur von Korrekturen.
Das klingt wohl irgendwie auch besser als „gefährlicher Eingriff“, was aber den Punkt besser träfe.
Man korrigiere die Natur dann auch nur ein wenig darauf hin, auf das auch die letzte Hausfrau sich fühlt wie Claudia Schiffer oder wenigstens wie die Moderatorin dieser Werbeshow für notleidende Chirurgen, Verona Poth, geborene Feldbusch und im besten Fall dann auch noch so aussieht. Der Untertitel „Endlich schön“ suggeriert auch der letzten Frau im Land mit einem Fernseher, das sie ohne diesen Mumpitz an Gesicht und Körper eigentlich nur potthässlich ist.
Da reichen dann plötzlich die Wundermittel, die teuren Salben und Tinkturen aus der Werbung nicht mehr, die jede Sechzigjährige wie Zwanzig aussehen lassen sollen, wenn man nur genug davon kauft und es dann noch kiloweise aufträgt.
Schon zu der Zeit, als Frau Poth noch Feldbusch hieß und ihre Nase zum ersten Mal als „die Ex“ von Dieter Bohlen in jede Kamera hielt, die sich gerade aufdrängelte, war mir irgendwie klar, dass diese Frau nicht dumm, sondern ziemlich gerissen ist und die Emanzipation der Frau um Jahrzehnte zurückwerfen kann.
Da haben also die Frauen in den Sechzigern tapfer ihre BHs verbrannt und die Männer belästigt, um für ihre Emanzipation zu demonstrieren und Gleichberechtigung, wenn es sein muss per Quote einzufordern, um sich nur schlappe 40 Jahre später wieder als das Heimchen wieder zu finden, das sich um die drei K’s, Kinder, Küche und Kirche zu kümmern und dabei noch gut auszusehen hat.
Reaktionäres Denken hat in Deutschland noch immer und trotz aller anderen Fortschritte das Sagen.
Nicht genug, das die deutschen Frauen sich im letzten Jahrzehnt die Blöße gaben, in Talk und anderen Shows herumzulungern, um sich ziemlich lautstark gegenseitig die Kerle auszuspannen.
Nein, nun muss dafür auch noch ein Sender die Nase hobeln, Falten glätten, Bäuche absaugen und brüste vergrößern. Wenn man das konsequent zu Ende denkt, ist der Mann bald nur noch auf der Jagd nach dem Euro und die Frau filetiert dann wieder das erlegte Mastodon.
Ziemlich einseitig ist es auch, das es The Swan nur für Frauen gibt.
Wäre das Leben gerecht und es gäbe diese Show auch für Männer, könnte ich mich da melden und mit etwas Fett absaugen und einer minimalen Gesichts OP, den Brad Pitt freilegen, der in mir gefangen ist.
Nur ist das Leben an sich nun einmal nicht gerecht und ich muss als der Krüppel Schubi weiterleben, der ich nun einmal bin, obwohl der Eingriff bei mir, mit der Kopfabtrennung ein ziemlich einfacher wäre.
Das haben die Franzosen schon 1789 bei ihrer Revolution mit der Guillotine ziemlich einfach hinbekommen.