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Ticket Day

„Zu Gast bei Freunden“ ist ja das Motto der Fußball-WM, die ja der teuer bezahlte Exfußballer Franz Beckenbauer unter so großem Jubel nach Deutschland geholt hat.
Nun kann es aber sein, dass die deutschen Freunde in den Stadien, zumindest als Zuschauer gar nicht anwesend sein werden, denn der deutsche Fußballfan als solcher bekommt erst gar nicht die Möglichkeit, die Spiele zu besuchen, die er gerne sehen würde, denn die deutschen Veranstalter der WM vor das Kaufen einer Karte für ein bestimmtes Spiel doch tatsächlich eine Lotterie gesetzt haben, für die man sich auch noch übers Internet anmelden musste.
Sicher geschah das mit Blick auf die Masse der 55jährigen Internetnutzer, die nebenbei auch noch die wildesten Fußballfans sind.
Ein Ergebnis dieser Lotterie ist ja auch, dass der interessierte Fußballfan eben nur die Spiele bekommt, die ausgelost werden und will er teures Geld anlegen, um die Begegnung Deutschland: Frankreich zu sehen, kann es passieren, dass er stattdessen bei der Begegnung Togo: Albanien oder Ähnlichem landet.
Sicherlich auch megaspannend, aber irgendwie doch ohne dieselbe Klasse. Ich selbst bin kein Freund und hab auch keine Ahnung von Fußball, aber ich kenne mich mit den Grundprinzipien der Organisation schon etwas aus und ich fand es schon schön, als es 1982 an der Abendkasse des Olympiastadions in Berlin noch Karten zu 38 DM für das Konzert der Rolling Stones in der gegenüberliegenden Waldbühne gab und soweit ich weiß, galt für Fußballspiele im Stadion dasselbe.
Auch die Fernsehsender hatten automatisch ihr Kontingent für ihre Zuschauer. Heute muss sogar ein Harald Schmidt öffentlich betteln gehen, wenn er schwangere(!) Frauen mit Tickets beschenken will.
Die ARD war da wohl nicht so richtig vorne. Die Privatsender waren da wohl etwas eher bei der Sache, genau wie die großen Firmen und Unternehmen.
McDonalds und Coca Cola haben zumindest keine Probleme, den Käufern ihrer fetten und süßen Produkte allein für den Erwerb ihrer Ware die Möglichkeit auf Karten für ein Fußballspiel zuzusichern und auch andere große Firmen lassen kaum einen Werbeblock aus, in dem sie nicht irgendwelche Eintrittskarten beim Erwerb ihres Mülls zumindest in Aussicht stellen. Bei denen sah man das mit der Lotterie wohl nicht allzu eng.
RTL verspricht an seinem „Ticket Day“ jedem, der für 5000 Euro Telefonrechnungen riskiert, um zu RTL durchzukommen eine Ticket für ein beliebiges Spiel, die maximal 100 Euro kosten würden, täte man sie ganz normal verkaufen. Eine Handlungsweise, die mit Fußball als Sport nun absolut nichts mehr zu tun hat.
Ich, der nun wahrhaftig kein Fußballfan ist, kann mich zwar auch nicht dafür erwärmen, für irgendein Spiel stundenlang in einer Schlange vor einer Kasse meine Zeit und mein Leben zu vergeuden, aber das System hat 1974 in Deutschland doch recht gut funktioniert und mir fällt kein nachvollziehbarer Grund ein, dass heute nun partout anders machen zu müssen und dann, quasi als Kniefall vor der technischen Entwicklung, nun auch noch das Internet mit einzubeziehen und dann auch noch eine Lotterie aus einem einfachen Kartenverkauf zu machen, denn so etwas kann einfach nicht gut gehen. So wird die Mehrzahl deutscher Fußballfans dann also genötigt sein, dass fest mit den Fußballspielenden Freunden am Bildschirm zu verfolgen. Wenn das Beispiel WM nun noch Schule macht in Deutschland, sehe ich es noch kommen, dass ich Tickets für das letzte Konzert der Rolling Stones übers Internet bestellen will, aber dank einer sinnlos eingefügten Lotterie dann bei einem Auftritt von Tic Tac Toe oder gar bei einem des RTL „Superstars“ Alexander Klaws lande. Alleine bei dieser Horrorvorstellung kann ich die genervten Fußballfans schon verstehen und mit ihnen fühlen.


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